Den richtigen Hund finden - Charakter und Persönlichkeit

Kinderliebe zu Welpen - Sonja Köhler
Kinderliebe zu Welpen - Sonja Köhler
Ob Familien-, Abenteuer-, Jagd- oder Schoßhund, wenn Charakter und Vorlieben von Herrchen und Hund übereinstimmen, hat man seinen treuen Gefährten gefunden.

Der Hund wird nicht umsonst als Freund des Menschen bezeichnet – er war das erste Haustier, das der Mensch je hatte und ist es noch heute. Mit Intelligenz, Drolligkeit, Elan und Treue steht er seinem Herrchen oder Frauchen zur Seite und geht mit ihm oder ihr durch dick und dünn.

Die Chemie zwischen Hund und Mensch muss stimmen

Man sagt, Hundebesitzer und ihre Hunde würden sich mit der Zeit immer ähnlicher werden. Das hört sich zwar seltsam an, doch an der Sache könnte durchaus etwas Wahres sein – nur dass es vielleicht früher passiert und zwar bereits beim Kauf des Hundes. Das Aussehen spielt hier eine entscheidende Rolle und ist ansprechend auf den Menschen. Umso ähnlicher, desto höhere Sympathiewerte. Dies wurde auch von amerikanischen Forschern und Studenten getestet und erforscht. Nicholas Christenfeld und Michael Roy der University of California in San Diego berichten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Psycologycal Science", allerdings betonen sie, das Ähnlichkeiten bei Rassehunden besser vorhersehbar sind und deshalb öfter vorkommen. Dass sich Besitzer und Hund erst im Laufe der Zeit vom Aussehen her ähnlicher werden, konnte nicht nachgewiesen werden, sondern nur Sympathien beim Kauf, die mit Aussehen und ähnlichen Charaktereigenschaften zwischen Mensch und Hund zusammenhängen. Es wurde von den zwei Forschern ein Experiment mit Studenten durchgeführt, die anhand von Bildern von Hundebesitzern, deren Hunde und Bildern von fremden Hunden 16 aus 25 "Paare" erkannt.

Der Kauf wird jedoch nicht nur vom Aussehen des Hundes beeinflusst, das dem eigenen vielleicht ähnlich ist, sondern auch von vergleichbaren Verhaltensweisen, die die eigenen widerspiegeln und Sympathien im Menschen wecken. Ist der Hund quicklebendig, aufgedreht, eine Entdeckernatur? Oder eher der liebe, brave, bequeme Wesentyp, mit treuherzigen Kulleraugen? Vielleicht schüchtern aber lernfreudig und ein Hund, dem man jede Menge Zuwendung und Vertrauen schenken muss? Genau das wird unter anderem beim Kauf eines Hundes wohl berücksichtig, teils unbewusst, teils mit Absicht. Ein Sportler, der ständig unterwegs ist und Spaß an der Bewegung hat, versteht sich wunderbar mit einem Hund des gleichen Temperaments. Genauso, wie eine eher zurückhaltende Person sich mit ihrem Hund sicherer fühlt, ihr schüchterner Hund sich an der Seite seines Frauchens sicher fühlt. Das bedeutet, dass sich Menschen oft besser mit dem ihnen anvertrauten Tier verstehen, wenn es einige ihrer eigenen Eigenschaften hat. Das muss natürlich nicht immer so sein, kommt jedoch häufig vor.

Hunderassen, die zu den jeweiligen Besitzern passen

Das Temperament des Hundes mag zwar teilweise an seiner Erziehung liegen, kommt jedoch hauptsächlich von seiner Rassenzugehörigkeit. Es gibt Jagdhunde, Hütehunde, Schoßhündchen oder solche, die Haus und Hof bewachen – und für jeden Menschentyp passt eine andere Hundeart.

Der Familienhund

Ein Hund der in eine Familie passt sollte nicht aggressiv, geduldig sein und sich gut mit Kindern verstehen. Er muss es aushalten können, dass er manchmal am Schwanz gezogen wird oder feste gestreichelt wird, ohne gleich zuzuschnappen. Er sollte bei Spaziergängen brav an der Leine, sowie auch brav ohne Leine mitgehen können. Ein Hund, der außer dem Gassi gehen noch zusätzlich beschäftigt werden muss, da er seine Energie loswerden muss, ist eher ungeeignet, da eine Familie mit Kindern sich mit vielen anderen Sorgen ebenfalls herumschlagen muss. Geeignete Rassen wären der Golden Retriever, der Labrador, ein Dalmatiner, Bernhardiner oder Berner Sennenhund. Kauft man einen Mischling, sollte man sich über die Charaktere der Eltern informieren, genauso wie beim Kauf eines Welpen. Das ist zwar vor allem für Familien verlockend, es sollte aber bedacht werden, dass der Hund beim Heranwachsen regelmäßig in die Hundeschule muss, konsequent erzogen werden muss und irgendwann auch nicht mehr so niedlich aussieht wie als Welpe.

Der Hund für Sportsfreunde und Abenteurer

Der Hund für den Abenteurer, der lange Fahrrad- oder Wandertouren macht, sich viel Zeit für seinen Hund nimmt, ihn in den Urlaub mitnimmt und ihn fördert – das ist eindeutig der Husky. Es ist wichtig, dass er ständig bewegt wird und sich austoben kann, gute Möglichkeiten sind hier das Ziehen von Schlitten im Winter (was man sicher aus dem Fernsehen oder Büchern kennt) und beispielsweise ein Wägelchen im Sommer. Diese Hundeart beansprucht viel Zeit, ist aber auch für jede sportliche Betätigung zu haben. Andere Hunde, die viel Bewegung schätzen, sind Australian Shepherds oder Border Collies, die außerdem ein riesiges Talent als Hütehunde haben und sehr intelligent sind. Ein Hund, der zwar einen ruhigen Charakter hat, aber kräftig ist und Bewegung, sowie das Wasser liebt, ist der Neufundländer, der früher zum Fischfang verwendet wurde.

Hunde für ältere Menschen

Hunde für ältere Ehepaare oder alleinstehende Leute brauchen einen zuverlässigen Hund mit ruhigem Charakter, der nicht zu viel Arbeit macht und leicht zu handhaben ist. Hier eignen sich grundsätzlich alle etwas kleinere Hunde, wie Dackel, Pudel, West Highland Terrier oder Havaneser und vor allem solche, die keinen Jagdtrieb aufweisen. Natürlich gibt es auch ältere Menschen, die einwandfrei mit einem Jagdhund oder einem schwierigen Hund zurechtkommen – hier ist einfach Selbsteinschätzung und körperliche Fitness gefragt.

Sonstige Verwendungen

Als Polizeihund oder Wachhund eignen sich Schäferhunde oder Rottweiler (zählt in Teilen Deutschland zu den Listenhunden, die man nur mit bestimmten Auflagen und Wesenstests halten darf). Schäferhunde eigenen sich ebenfalls als Blindenhunde, ebenso wie Golden Retriever, wofür der Hund jedoch eine sorgfältige Ausbildung benötigt. Für Hundeschauen und Schönheitswettbewerbe eignen sich Hunde mit langem Deckhaar und elegantem Auftreten, wie etwa Collies, Afghanische Windhunde, Pudel, sowie natürlich jeder Hund, der Papiere hat und in der jeweiligen Kategorie vorgeführt wird.

Grundsätzlich ist es fast jedem möglich einen Hund zu halten, wenn er sich im Klaren ist, dass dies Pflege, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Arbeit benötigt. Ständig werden Hunde im Tierheim abgegeben oder noch schlimmer, auf der Straße ausgesetzt – man sollte sich also zuvor gut überlegen, ob man die Zeit und Liebe für die Hundehaltung aufbringen kann.

Sonja Köhler, Sonja Köhler

Sonja Köhler - Liebe Leser und Leserinnen, Da ich noch zur Schule gehe, konnte ich bis jetzt keine berufliche Erfahrung als Journalistin oder ...

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