Depressionen - der inneren Leere entkommen

Eiszeit - Dörthe Huth
Eiszeit - Dörthe Huth
Depressionen sind weit verbreitet. Die Therapie der Depression zielt darauf ab, wieder Lebensfreude zu spüren und neuen Sinn zu finden.

Eine weltweite Studie der WHO zeigt, dass in den Industrieländern die Depressionen an erster Stelle aller Erkrankungen vorkommen, mit erheblichem Abstand zu allen anderen körperlichen und seelischen Erkrankungen. Etwa 5 Prozent der Deutschen leiden unter einer Depression. Nach Expertenmeinungen wird die Anzahl der Neuerkrankungen in den nächsten Jahren steigen.

Während einer Depression wird das Gefühlsspektrum eingeengt

Menschen haben ein breit angelegtes Gefühlsspektrum, das es ihnen erlaubt, das Leben in allen Facetten wahrzunehmen. Ausgelassene Freude über ein schönes Ereignis gehören ebenso dazu wie hochkochende Wut bei ungerechter Behandlung oder die Traurigkeit über einen Verlust. Unsere Befindlichkeit ist Schwankungen unterworfen und offensichtlich haben äußere Einflüsse auch einen Einfluss auf das innere Erleben. Die Abgrenzung von der Befindlichkeitsstörung zur Depression ist daher selbst für den Hausarzt oder den Heilpraktiker eine komplexe Angelegenheit. Neben der körperlichen Untersuchung muss eine gründliche Anamnese erfolgen.

Symptome bei Depressionen

Eine Depression ist nicht nur eine vorübergehende Traurigkeit, sondern betrifft den ganzen Menschen in seinem Erleben und Verhalten. Während einer Depression fühlen sich viele Betroffene "gefühllos" und "innerlich leer". Das pessimistische Denken kann nicht abgestellt werden, die Gedanken kreisen ständig um negative Ereignisse oder Zukunftsszenarien. Depressive Menschen haben meist ein negatives Selbstbild, sehen die Depression als eine Art Versagen an und quälen sich mit Selbstvorwürfen. Meist glauben sie nicht daran, dass sie jemals wieder gesund werden könnten. Anzeichen für einen depressiven Verlauf können sein:

  • dauerndes Grübeln und Antriebslosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit und Minderwertigkeitsgefühle
  • Konzentrationsstörungen und innere Unruhe
  • Schlafstörungen und Gereiztheit
  • die Unfähigkeit, sich zu freuen
  • Rückzug von der Welt

Zur Entstehung von Depressionen

Die Entstehung einer Depression gilt als multifaktorielles Geschehen. Neben einer genetischen Veranlagung, sozialen Bedingungen und Umweltereignissen, spielen auch viele andere Faktoren eine Rolle. So können körperliche Erkrankungen Depressionen begünstigen, die hormonelle Umstellung im Klimakterium beispielsweise oder ein lebensveränderndes Ereignis, wie der Tod des Partners oder ein anderes traumatisches Erlebnis. Häufig haben depressive Menschen zudem bestimmte Persönlichkeitsmerkmale ausgebildet, wie den Hang zum Perfektionismus, eine hohe Leistungsorientierung sowie ein geringes Selbstwertgefühl. Besonders anfällig sind Menschen, die bereits unter anderen Symptomen leiden, wie Zwänge, Ängste, Schlafstörungen oder chronische Schmerzen.

Suizid im Rahmen von Depressionen

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr etwa 9000 Menschen das Leben. Die Rate der Selbstmordversuche liegt um ein Vielfaches höher. Die Ursachen für einen Selbstmord sind vielfältig. Gefühle der Hoffnungslosigkeit, Selbstaufgabe, Sinnverlust und eine schwere Depression können zu einem Selbstmord führen. Von den schwer depressiv Erkrankten begehen etwa 10 bis 15 Prozent Selbstmord. Obwohl die Selbstmordrate in den letzten Jahrzehnten tendenziell sinkt, nimmt der Anteil der Suizide bei Älteren zu. Bei den über 65 Jährigen liegt diese Rate noch höher, laut der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) bei 30 Prozent. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung jedoch viel geringer ist.

Das Leben in den Industrienationen begünstigt die Entstehung von Depressionen

Die Art unseres gesellschaftlichen Lebens begünstigt ebenfalls den Ausbruch von Depressionen. Arbeitnehmer sind einem hohen Druck ausgesetzt, werden durch ständige Jobwechsel entwurzelt oder gehen wegen der drohende Arbeitslosigkeit über ihre Grenzen, bis hin zu einem Burnout. Aber auch die Tendenz der zunehmenden Isolierung des Einzelnen begünstigt eine depressive Entwicklung, wie der Zerfall der familiären Strukturen, die hohe Scheidungsrate, Kinder die mit nur einem Elternteil aufwachsen oder die Vereinsamung des Einzelnen. Diese Entwicklungen lassen keine keine verlässliche Zukunftsgestaltung mehr zu und macht es vielen Menschen schwierig, an eine positive Entwicklung ihrer Zukunft zu glauben.

Möglichkeiten der Behandlung von Depressionen

Wer schon einige Wochen lang depressiv ist, keinen Sinn in seinem Leben mehr erkennen kann oder den Alltag nicht mehr schafft, sollte sich dringend seinem Hausarzt oder Heilpraktiker anvertrauen. Auch die Telefonseelsorge kann eine erste Anlaufstelle sein. Vor der therapeutischen Behandlung einer Depression steht eine gezielte medizinische Diagnostik, denn es gibt unterschiedliche Arten von Depressionen. Eine psychotherapeutische Behandlung kann Unterstützung bieten, mit den Ängsten umzugehen, einen positiveren Blick auf das Leben zu entwickeln und den Sinn des Lebens wiederzufinden. Neben der althergebrachten medikamentösen Therapie mit Antidepressiva hat sich die Phytotherapie als wirksam erwiesen. Johanniskrautpräparate oder pflanzliche Kombinationspräparate sind häufig eine nebenwirkungsärmere Alternative. Doch auch eine Lichttherapie oder Schlafentzug kann sinnvoll sein, je nach Art und Erscheinungsbild der Depression.

Quellen und weiterführende Links

Manfred Wolfersdorf: Depressionen verstehen und bewältigen. Springer 2011.

Rose Riecke-Niklewski und Günter Niklewski: Depressionen überwinden: Niemals aufgeben! Stiftung Warentest 2010.

br-online.de

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Dörthe Huth, privat

Dörthe Huth - Als Autorin ranken sich meine Themen rund um Körper, Geist und Seele. In den folgenden Bereichen kenne ich mich besonders gut ...

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