Die Artenvielfalt nimmt immer weiter ab. Die EU hat sich deshalb das Ziel gesetzt, den Rückgang der Biodiversität zu verringern. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat zu diesem Zweck den Aktionsplan Biologische Vielfalt beschlossen, der durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) umgesetzt wird.
Jeder kann mitmachen: Der 111-Arten-Korb
Der Aktionsplan Biologische Vielfalt besteht aus vier Bausteinen. Einer davon ist der 111-Arten-Korb. Hier geht es um den Schutz von 111 in Baden-Württemberg heimischen Arten, die teilweise schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg vorkommen und denen gegenüber das Land somit eine besondere Verantwortung hat. Viele der Arten stehen auf der Roten Liste Baden-Württembergs.
Der 111-Arten-Korb richtet sich an alle Schulen, Vereine, Wirtschaftsunternehmen, Kirchen und Einzelpersonen; jeder kann seinen Teil beitragen. Auf der Website wird über die betroffenen Arten informiert und Interessierte erhalten Tipps, was den Arten das Leben schwer macht und was sie zum Leben brauchen. Eine Partnerbörse bringt Projektträger und Sponsoren zusammen. Die Projektträger haben die Möglichkeit, ihr Projekt und notwendige Unterstützung und Investitionen zu erläutern. Jeder hat die Möglichkeit, sich einem Projekt anzuschließen, sei es durch aktive Mitarbeit oder durch Spenden. Sponsoren werden unter der Rubrik „Partner“ aufgeführt.
Erfolge wollen gewürdigt werden. Deshalb haben alle Projektträger die Möglichkeit, Berichte zu ihren bisherigen Projekten und Erfolgen zu veröffentlichen. Die Berichte erzählen von naturnah bewirtschafteten Gärten über Biotope, die auf Firmengrundstücken angelegt wurden, bis hin zu Lebensraum-schaffenden Maßnahmen und Informationskampagnen.
Um welche Arten geht es beim 111-Arten-Korb?
Zum 111-Arten-Korb gehören verschiedene Fledermausarten, verschiedene Vögel wie der Eisvogel, der Gartenrotschwanz und der Steinkauz, die Wildkatze und der Biber, Amphibien, Schlangen, Fische, Insekten (zum Beispiel Wildbienen) und natürlich Pflanzen. Jeder kann sich aussuchen, welcher Art sein Engagement gilt. Auf der Website des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr werden alle Arten samt der laufenden Projekte vorgestellt.
Weitere Bausteine des Aktionsplans Biologische Vielfalt
Der 111-Arten-Korb ist nur einer der vier Bausteine des Aktionsplans. Bei den Bausteinen „Biodiversitäts-Check“ und „Klimawandel und biologische Vielfalt“ geht es um die Sammlung von Informationen und die Anwendung der Ergebnisse. Um etwas schützen zu können, muss man dessen Bedürfnisse kennen. Einen weiteren Baustein stellt das „Alt- und Totholzkonzept im Wald“ dar. In vielen bewirtschafteten Wäldern fehlen die natürlichen Alterungs- und Zerfallsphasen. Viele Arten brauchen aber alte Bäume, um darin zu nisten, zu übernachten oder zu überwintern. Deshalb wurde ein Konzept erstellt, das im Staatswald verpflichtend umzusetzen ist, und Anregungen für Gemeinden, Kirchen und Privatwaldbesitzer enthält.
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