Beim letzten Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach empfingen die Geißböcke im November 2011 als Tabellenvorletzter den Tabellenletzten im ausverkauften Rhein Energie Stadion. Das brisante Spiel mit der Einstufung "erhöhtes Sicherheitsrisiko" hatte die Fans beider Lager elektrisiert. Davon war bei der rot-weißen Anhängerschar nichts mehr zu merken, als Igor de Camargo in der 82. Minute den Treffer zum 3:0-Zwischenstand für die Gäste erzielte. Totenstille in den Fanblöcken, zu Tausenden flüchteten die FC-Fans aus dem Stadion.
FC will Ende der Pleitenserie
Die Schmach tilgen, nicht mehr und nicht weniger verlangen die Fans am 25. November 2011. Wie im vergangenen Jahr findet das Derby an einem Freitagabend statt, die Wetterbedingungen werden ähnlich ungemütlich sein. Durch die Absage des letzten Spiels gegen Mainz 05 müssen die Kölner auf Gelbsünder Martin Lanig und Henrique Sereno verzichten, die ansonsten wieder spielberechtigt gewesen wären. Zudem fallen verletzt weiterhin Ammar Jemal, Andrezinho und Adil Chihi aus. Auf der Pressekonferenz zeigte Kölns Coach Stale Solbakken sich gewohnt locker: "Ich erwarte ein sehr intensives Spiel zwischen zwei Mannschaften, die die gleiche Qualität haben. Gladbach ist in sehr guter Verfassung, aber es ist ein Derby, es kann alles passieren. Ich freue mich." Auf die fehlende Matchpraxis angesprochen, versprach er, dass man diese mit einer "Extraportion Einsatz und Einstellung" ersetzen werde.
Derbytrainer Solbakken verspricht vollen Einsatz für die Wiedergutachung
Stimmungstechnisch weiß die Mannschaft nach den zuletzt deutlichen Pleiten gegen die Gladbacher laut Solbakken, dass Wiedergutmachung angesagt ist. "Es ist auch ein anderer Trainer", zog er einen Strich unter die Ergebnisse der Vergangenheit. Die Bezeichnung "Derbytrainer", mit der man ihn nach dem überraschenden Sieg des FC in Leverkusen tituliert hatte, will er auch nach dem anstehenden Spiel gegen die Borussen gerne weiter hören. Die Tabellensituation ist für Köln nach oben und unten identisch. Zum Abstiegsplatz sind es ebenso fünf Punkte Abstand wie zum zum Europa-Liga-Platz. Solbakken misst dem zur Zeit weniger Bedeutung zu. Für ihn zählt, in den letzten fünf Spielen vor der Pause möglichst viele Punkte einzufahren.
Was spricht für einen Kölner Sieg?
"Was spricht im Derby für Köln?" Auf diese Frage wiederholte der FC-Coach, dass die Qualität beider Teams kaum unterschiedlich sei, die Gladbacher jedoch den Vorteil gehabt hätten, dauerhaft in der gleichen Aufstellung antreten zu können. Beim FC sei auf Grund der vielen Verletzungen keine Stabilität erreicht worden. Für den FC späche, dass die letzten drei Heimspiele ohne Gegentor siegreich beendet worden wären und zudem: "Wir haben die besten Fans. Die Spieler haben das Selbstvertrauen, dass wir in diesem Spiel drei Punkte holen können."
Podolski vs Reus
Das Duell ist auch nach Meinung Solbakkens eins der Leader Podolski und Reus, da beide Spieler jeweils eine Partie entscheiden können. Als Mittel gegen die Toreffektivität von Marco Reus setzt Solbakken darauf, dessen Ballkontakte so gering wie möglich zu halten. "Cool bleiben und trotzdem ein Extra an Laufbereitschaft und Zweikampfeinsatz zeigen", so will der Trainer seine Spieler im Derby sehen. Der Stachel der letzten Niederlage sitzt besonders bei den Fans tief, das wissen auch die Spieler. Deren Aussagen beim Abschlusstraining machen den Fans in rot-weiß Mut:
- Michael Rensing: "Wir sind den Fans ein besseres Ergebnis schuldig."
- Adam Matuschyk: "Wir fiebern auf das Spiel hin und wollen ein besseres Ergebnis erzielen als letztes Jahr."
- Pedro Geromel: "Es soll der vierte Heimsieg her."
Beweisen müssen sie es auf dem Platz. Die Statistiken sprechen für Gladbach, mitentscheidend für das Ergebnis wird die Tagesform der Schlüsselspieler Podolski und Reus sein, Ende offen. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Manuel Gräfe, an den Seitenlinien assistieren Markus Häcker und Bastian Dankert, vierter Offizieller ist Jochen Drees.
Quellenangabe: Pressekonferenz 1. FC Köln
