
- Cortés - Der 26. Stock - Buchcover - dtv
Der spanische Autor Enrique Cortés hat mit seinem ersten Thriller um die seltsamen Ereignisse im 26. Stock eines Madrider Büroturms einen Roman voller Hochspannung geschaffen.
Die Handlung von "Der 26. Stock"
Mitten in der spanischen Metropole Madrid: Isabel Alvarados Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als um sie herum plötzlich seltsame Dinge vorgehen. Zuerst verschwindet ihr Vorgesetzter spurlos, ohne dass die Konzernleitung besorgt wäre, ja, man setzt sogar einfach einen anderen auf seinen Posten. Als dann auch noch seine ehemalige Sekretärin nicht mehr zur Arbeit erscheint, beginnt sich Isabel Sorgen zu machen. Immer seltsamere Dinge geschehen um sie herum: Ein neues Sicherheitssystem wird ohne Ankündigung über Nacht installiert. Kollegen werden in die höheren Stockwerke befördert, andere verschwinden einfach. Dann fallen ihr auch noch ein seltsames Video und eine noch viel seltsamere Mitarbeiterliste in die Hände. Und ständig wird sie gewarnt, sie solle abhauen, bevor es zu spät sei. Als schließlich ein Mann blutüberströmt vor ihrer Wohnungstür zusammenbricht und auch noch ihr Bruder verschwindet, beginnt sie nach Antworten zu suchen.
Enrique Cortés - der Autor von "Der 26. Stock"
Der in Zamora geborene, spanische Autor Enrique Cortés ist studierter Jurist und lehrt derzeit Spanische Sprache und Literatur. Mit "Der 26. Stock" legt er seinen ersten Thriller vor. Schon der Entstehungsgeschichte selbst haftet etwas Mysteriöses an. Denn der Autor hatte bereits die ersten hundert Seiten der Geschichte geschrieben - die mit einem Hochhausbrand enden sollte - als er 2005 mit ansah, wie der Büroturm "Windsor" mitten in Madrid in Flammen stand. Cortés arbeitet bereits an seinem zweiten Thriller.
Zum Zerreißen gespannte Atmosphäre in "Der 26.Stock"
Alles beginnt so unschuldig. Doch wie die Hauptpersonen wird der Leser langsam, aber kontinuierlich in die Geschichte gesogen. Spätestens nach etwa 100 Seiten ist sowohl dem Leser als auch dem Hauptcharakter Isabel Alvarado klar, dass hier eine Verschwörung im ganz großen Stil abläuft. Es herrscht immer eine zum Zerreißen gespannte Atmosphäre. Allem scheint etwas Mysteriöses anzuhaften. Man beginnt selbst als Leser paranoid zu werden, erblickt überall scheinbar Verdächtiges in der Erzählung und strickt sich seine eigenen Verschwörungstheorien. Das ist auch kein Wunder, denn man bleibt fast bis zum Ende im Dunkeln, trotz der verschiedenen Handlungsstränge und Sichtweisen.
Es wird gegen Mitte des Buches immer seltsamer und verrückter, was es trotz gleichbleibender Spannung weniger interessant macht, weiterzulesen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass man eigentlich doch lieber nicht wissen möchte, was da genau vor sich geht. Und doch muss man es wissen, sonst wird man noch verrückt; denn man hat selbst in der Mitte des Buches nicht einmal die leiseste Ahnung, worauf das Ganze eigentlich hinaus läuft. Auf diese Weise fühlt man sich fast wie die Hauptcharaktere: allein im Dunkeln tappend und halb verrückt vor Unwissenheit.
Die einfühlsame Erzählweise des Autors macht es leicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren und mit ihnen zu rätseln und zu bangen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, auch da die deutsche Übersetzung gut gelungen ist und die Kapitel eine angenehme Länge haben.
Fazit zu "Der 26. Stock" von Enrique Cortés
Ein unglaublich spannend erzählter Mysterythriller, der alle Voraussetzungen eines Bestsellers erfüllt. Man darf gespannt sein auf nachfolgende Werke des Autors.
Für alle Fans von Mystery- und Psychothrillern, die sich am Rande der Normalität bewegen.
Enrique Cortés: Der 26. Stock. Mysterythriller. dtv premium. Aus dem Spanischen von Luis Ruby. 608 Seiten. 2. Auflage, Oktober 2010. ISBN 978-3-423-24761-0. Preis: Euro 14,90 [D], 15,40 [A]; SFr 21,90. Taschenbuchausgabe erschienen im Juni 2011.
Quellen und weiterführende Links
Homepage des dtv
