Der Ackerschachtelhalm ist eine Heilpflanze für Haut und Gewebe

Ackerschachtelhalm - Betty
Ackerschachtelhalm - Betty
Der hohe Gehalt an Kieselsäure im Ackerschachtelhalm gibt dem Bindegewebe Struktur und stärkt Haut und Nägel.

Der botanische Name des Ackerschachtelhalmes lautet Equisetum arvense, was auf seine pferdeschwanzartige Struktur hinweist. Weitere Bezeichnungen wie Katzenwedel oder Fuchsschwanz deuten ebenfalls auf sein Aussehen hin. Um sich zu vermehren, bildet er im Frühjahr braune, unverzweigte Sporentriebe mit je einer endständigen Ähre aus, die nach der Sporenreife absterben. Einige Wochen später wachsen dann grüne, unfruchtbare und stark verzweigte Triebe nach, die aussehen als wenn sie ineinander verschachtelt wären. Diese Triebe sind für die Heilkunde bedeutsam. Gärtner und Landwirte sehen den Schachtelhalm nicht gern in ihren Nutzflächen, denn er bildet unter der Erde ein stark verzweigtes Wurzelwerk aus, das bis zu 1,60 Meter tief in den Boden reichen kann. Somit ist er kaum auszurotten. Eine Besonderheit des Equisetum arvense ist, dass er als eine Art lebendes Fossil bezeichnet werden kann. Funde zeigten, dass es eine Variation der Pflanze bereits im Erdaltertum vor 375 bis 250 Millionen Jahren gab. Diese damalige Form wurde ein bis zu 30 Meter hoher Baum.

Der Ackerschachtelhalm ist weit verbreitet

Man kann ihn auf der ganzen nördlichen Erdhalbkugel finden. Zum Wachsen braucht er feuchte, lehmige Böden. Er siedelt sich gern auf Äckern und Wiesen an. Auch an Wegrändern, Böschungen, Bahndämmen kann man auf ihn treffen.

Geschichte der Heilpflanze

Bereits in der Antike wird der Schachtelhalm bei Dioskurides wegen seiner harntreibenden und blutstillenden Wirkung erwähnt. Im Mittelalter stellte Hildegard von Bingen fest, er sei für die Heilkunde unbrauchbar. Um 1900 wurde er kurzzeitig erfolgreich bei der Behandlung von Tuberkulosekranken eingesetzt. Pfarrer Kneipp benutzte ihn bei Nieren- und Harnwegserkrankungen. Außerhalb der Heilkunde fand die Pflanze noch Verwendung bei der Reinigung von Zinngeschirr, was ihr den Namen Zinnkraut einbrachte.

Inhaltsstoffe

  • Flavonoide
  • bis zu 10% Kieselsäure
  • Kaliumsalze
  • Saponine
  • geringe Menge Alkaloide

Den Ackerschachtelhalm sammeln

Von Mai bis September können die grünen, unfruchtbaren Triebe gesammelt werden und anschließend getrocknet. Aber Vorsicht! Der Ackerschachtelhalm kann leicht mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm verwechselt werden. Bitte sammeln Sie die Pflanze nur dann selbst, wenn Sie sie ganz genau kennen! Ansonsten können Sie auf käufliche Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau zurückgreifen.

So wird diese Heilpflanze angewendet

Aus den grünen Sprossen kann ein Presssaft oder auch Tee hergestellt werden. Diese können Sie trinken oder Umschläge oder Bäder daraus machen. Auch in Form von Salben oder Tinkturen wird die Pflanze verwendet.

Der Ackerschachtelhalm in der Naturheilkunde

Sein äußerst hoher Gehalt an Kieselsäure macht ihn zu Balsam für die Haut. Äußerlich angewendet kann er das Bindegewebe stärken und aufbauen. Wasseransammlungen im Gewebe, die nach Verletzungen wie einem Knochenbruch auftreten, können abschwellen. Bei Ödemen, die aufgrund von Stoffwechselveränderungen während der Wechseljahre entstehen können, hat der Ackerschachtelhalm ebenfalls gute Wirkung gezeigt. Schlecht heilende Wunden, Beingeschwüre und entzündete Hautstellen können mit seiner Hilfe besser heilen.

Mit der innerlichen Anwendung lassen sich diese Wirkungen noch verstärken. Der Ackerschachtelhalm regt den Stoffwechsel und die Durchblutung der Haut und Schleimhäute an, was bei unreiner Haut, brüchigen Nägeln und Haaren helfen kann. Aufgrund seiner stoffwechselanregenden und harnsäuresenkenden Eigenschaften eignet er sich zur Vorbeugung von Gichtanfällen. Auch rheumatische Beschwerden kann er lindern.

Da der Schachtelhalm mild harntreibend wirkt, findet er Anwendung in der Durchspültherapie bei Blasenentzündung und Nierengries. In der Volksheilkunde wird er außerdem bei Husten, Entzündungen im Hals- und Rachenraum und zur Stärkung der Atmungsorgane verwendet. Seine blutstillenden Eigenschaften können bei starker Menstruation oder Nasenbluten helfen.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen

Sie sollten den Ackerschachtelhalm bei eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit nicht innerlich anwenden.

Hinweis

Dieser Artikel soll Ihnen eine Information sein, kann aber bei Beschwerden keinesfalls einen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen! Wenn Sie Heilkräuter selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können und verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen. Oft ist es besser, fertige Tees oder andere Heilpflanzenprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau im Reformhaus oder in der Apotheke zu kaufen.

Bildnachweis: © Betty / Pixelio.de

Sabine Hoffelner - Als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Heilpraktikerin und Entspannungspädagogin kenne ich mich im gesundheitlichen Bereich gut aus. ...

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