Der Adler der Neunten Legion – das Taschenbuch zum Film

Das Buch zum Film - Lendjel Csaba
Das Buch zum Film - Lendjel Csaba
Direkt nach der Hollywoodverfilmung mit Donald Sutherland erschien nun der Roman über die römische Zeit in Britannien in zweiter Auflage.

„Der Adler der Neunten Legion“ ist ein Roman-Klassiker von der verstorbenen britischen Autorin Rosemary Sutcliff. Zum Kinofilm erscheint nun die Neuauflage, das „Buch zum Film“ im DTV- Deutscher Taschenbuch Verlag. Eine Rezension des historischen Jugendromans.

Über Krieg und Freundschaft in Britannien

Am Anfang des ersten Jahrtausends nach Christus halten die Römer Teile der britischen Insel besetzt. Kampfhandlungen mit den eingeborenen Stämmen stehen an der Tagesordnung. Als die Neunte Legion des römischen Heeres nach Norden aufbricht, verschwindet sie spurlos. Jahre später will der Centurio Marcus Flavius Aquila seinen Vater, der die Legion angeführt hatte, finden. Begleitet wird er von dem Gladiator Esca, den der junge Römer als Leibsklave erstanden hatte. Auf ihrer abenteuerlichen Reise in den Norden, entwickelt sich zwischen den beiden Kämpfern eine enge Freundschaft. Diese ist –zusammen mit dem ewigen Motiv der Liebe- auch eines der zentralen Elemente des Romans. Die Suche des römischen Soldaten gilt aber nicht nur seinem Vater. Schließlich ist damals auch die Insignie der Neunten Legion verschwunden: die goldene Adlerstatue.

Klare Sprache, klare Botschaft

Das im März 2011 erschienene Taschenbuch, ist eine Neuauflage des Romanklassikers aus den 1970-er Jahren (das Original stammt sogar aus dem Jahr 1954). Das Apropos bildet die gleichnamige Hollywoodverfilmung. Während in dem Film die Akteure durch Schauspieler wie Jamie Bell und Donald Sutherland verkörpert werden, muss das Buch ohne Hollywood-Nimbus und seinen Stars auskommen. Ein gelber Cover-Sticker „Buch zum Film“ stellt jedoch zusammen mit einer Filmszene auf dem Einband sofort eine visuelle Verbindung her. Die teilweise einfache Sprache- schnörkellos und unkompliziert, ja beinahe britisch trocken- kann der Leser dem Roman nicht übelnehmen. Es darf nicht vergessen werden, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Klar wie die Sprache, sind auch die vermittelten Botschaften von Freundschaft und Liebe, von Familie und Frieden. Gleichzeitig sind auch Ansätze von Völkerverständigung, einer Begegnung der Kulturen, von Freiheit, Gleichheit, Feminismus und Selbstbestimmung erkennbar. Diese Elemente sind nach wie vor aktuell und werden es wohl auch immer sein. Sie offenbaren sich, abgesehen von Esca, vor allem in der Figur der schönen Cottia. So sagt sie zu Marcus bei ihrer ersten Begegnung (Seite 123): „[…] ich hasse es in einer Stadt zu wohnen […] und Camilla genannt zu werden, […] dass ich so tun soll, als sei ich ein römisches Mädchen […].“

Was „Der Adler der Neunten Legion“ nicht ist

Verglichen mit anderen Büchern im Historien-Genre, ist der gegenständliche Roman weit weniger mit Action geladen. Schlachten, Kämpfe und Gewalt werden bewusst selten als Handlungselemente eingesetzt. Trotz des Buchcovers mit einer Schlachtenszene aus dem Film, ist „Der Adler der Neunten Legion“ kein typischer Krieger-Roman. Wer sich also nur auf Grund des ansprechenden Umschlages für das Buch entscheidet, könnte von seinem Inhalt enttäuscht sein. Und wer sich für Spannung vor atemberaubender Kulisse und Schwertgeklirre interessiert, ist sowieso mit dem Film besser bedient. Begeisterte Leser von Marion Zimmer Bradley und David Gemmel, werden aber von dem Roman von Rosemary Sutcliff begeistert sein. Wahrscheinlich ist sie aber diesen Lesern sowieso schon ein Begriff.

Die Autorin Rosemary Sutcliff

Rosemary Sutcliff wurde 1920 in England, in der Grafschaft Surrey geboren. Trotz oder gerade wegen ihrer schweren Arthritis-Erkrankung wandte sie sich der Kunst zu. Sie schrieb vor allem Jugendromane über die römische Besatzungszeit Britanniens. Ihr erstes Buch mit diesem historischen Hintergrund stellte „Der Adler der Neunten Legion“ (engl. Originaltitel „The Eagle of the Ninth“/ 1954), dar. Als Britin mit einem Faible für Geschichte widmete sie sich in ihren Romanen natürlich auch einer Adaption der Robin Hood und der Artus-Sage. Sutcliffs Werke wurden mehrmals als Hörbücher vertont, als Fernsehfilme und Kinoerlebnisse inszeniert und in mehrere Sprachen übersetzt. Ihre Arbeit wurde durch eine Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen geadelt. Sutcliff verstarb in England im Jahr 1992.

Sutcliff, Rosemary: Der Adler der Neunten Legion.

Erschienen beim Deutscher Taschenbuch Verlag/ dtv junior, München in 2. Auflage. Übersetzt aus dem Englischen von Astrid von dem Borne; Taschenbuch mit 400 Seiten-

7,95 € (D)/ 8,20 € (A).

Csaba Lendjel, Mag. - Geboren im Jahr 1977 in Baden-Württemberg, Schule und Universitätsausbildung im Bereich Sprachen und Literatur. Derzeitige ...

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