
- Sphinx und Pyramide - Katharina Wieland-Müller / pixelio.de
Thot galt im Alten Ägypten als Gott der Schreiber und der Weisheit. Die göttliche Macht beinhaltete alles, was mit der geistigen Leistung zu tun hatte. Thot galt auch als Gott der Rechenkunst, der auch den Kalender und die Zeiteinteilung festlegte.
Definition
Thot kommt aus dem Griechischen, auf Ägyptisch heißt es Djehuti, die koptische Version lautet Thout. Es handelt sich hierbei um einen ägyptischen Mondgott, welcher auch „silberner Aton“ genannt wird. Der Mythologie nach sucht und findet der „Herr des Mondauges“ das entschwundene Auge des Horus und bringt es zurück, er füllt das im Kampf mit Seth ausgelaufene Auge wieder und heilt es. Da auf dem Mondumlauf der Kalender beruht, gilt Thot als „Herr der Zeit und Rechner der Jahre“. Er verzeichnet die Daten der Könige und bucht die Lebensjahre der Menschen. Als Schutzgott des Schreib- und Rechnungswesens unterstehen ihm Bibliotheken ebenso wie Archive. Thot gilt als Herrscher der Bücher und somit als Patron der Schreiber. Diese bezeichnen sich als „Zunft des Thot“ und opfern ihm vor Aufnahme jeder Schreibarbeit einen Tropfen aus dem Wassernapf ihres Schreibgerätes. Thot gilt ferner als Schöpfer der Schrift und der geordneten Rede. Da er zudem als „Herr der Fremdländer“ gilt, gehen auf ihn auch die Sprachen der fremden Völker zurück. Als Schutzgott der Satzungen gilt Thot, weil Schrift und Rede ihr Ziel in der Setzung von Recht und Ordnung erreichen (Bellinger 2001).
Thot als Stellvertreter von Re
Thot gilt als Stellvertreter von Re, weil der Mond aufgeht, wenn die Sonne untergegangen ist. Er gilt daher auch als Totengott. Thot protokolliert im Jenseitsgericht die Wägung des Herzens. Thot gilt, da über ihn der Weg zu Osiris führt, als Wegbereiter zum Jenseits (Bellinger 2001).
Pharaonen des Thot
Die Könige der achtzehnten Dynastie nennen sich nach Thot. Sie bezeichnen sich als „Kind des Thot“ (Thutmosis). Thutmosis I. galt als kriegerischer Pharao. Seine Grabstätte liegt jenseits von Deir el Bahri, im Tal der Könige. Thutmosis II. war der Halbbruder von Hatschépsut, der Tochter von Thutmosis I.. Er wurde mit seiner Halbschwester verheiratet und erhielt dadurch das Königtum. Thutmosis II. galt als kränklich. Ihm folgte seine Halbschwester auf den Thron. Hatschépsut folgte Thutmosis III. Und diesem schließlich Thutmosis IV. Die 18. Dynastie umfasste in etwa den Zeitraum von 1536-1292 v. Chr., durch die Besteigung des Throns durch Ramses I., im Jahre 1295 v. Chr. wurde die 19. Dynastie begründet (Bellinger 2001, Nack 2004).
Thot als Monatspatron
Thot gilt als Patron des nach ihm benannten ersten Monats im koptischen Kalender. Sein Fest am 19.I. des ägyptischen Jahres ist gleichzeitig ein Totenfest. Als Hauptkultorte galten Hermopolis parva im Nildelta sowie Hermopolis magna. Thot wird als Ibis oder mit einem Ibiskopf dargestellt, als Attribut wird Thot mit einem Schreibgerät oder einer Palmrippe dargestellt (Bellinger 2001).
Quellennachweise:
- Bellinger 2001: G. Bellinger (Hrsg.), Knaurs Lexikon der Mythologie, S. 485-487 (München 2001)
- Nack 2004: E. Nack, Alte Kulturen. Ägypten, Ägypten und der Vordere Orient im Altertum (Wien 2004)
