
- Erfreuen Groß und Klein: die Affen vom Affenberg - Affenberg
Ihre Heimat liegt eigentlich in Afrika, genauer in Marokko und Algerien, doch Salem scheint ihnen auch zu gefallen: den Berberaffen auf dem Affenberg, einem fast 20 Hektar großen Waldgebiet am Bodensee. Seit der Park 1976 eröffnet wurde, zieht er Erwachsene ebenso an wie Kinder. Die Affen leben nicht in Gehegen, sondern sitzen auf Holzgeländern am Wegesrand, und erwarten das Popcorn, das ihnen Besucher auf der flachen Hand hinreichen. Mitgebrachtes zu verfüttern ist nicht erlaubt, ebenso das Streicheln der Tiere oder das Mitbringen von Hunden, denn Hunde zählen zu den natürlichen Feinden der Berberaffen und würden diese entsprechend aggressiv machen. Darüber hinaus bestehen einige weitere Verhaltensregeln, die eine Tafel am Eingang aufführt, denn Affen sind nun einmal keine Kuscheltiere.
Die Allesfresser vom Affenberg
Einige von ihnen sind dennoch immer bereit, den Besuchern einen Gefallen zu tun und setzen sich, die Hände im Schoß, auf das Geländer, um den großen und kleinen Menschen mit einer Engelsgeduld den gepufften Mais aus der Hand zu nehmen, während die anderen im Wald ihren Affengeschäften nachgehen. Vermutlich dürfte der ein oder andere aus der Gruppe jener Affenbergaffen, die 1986 nach Nordafrika ausgesiedelt wurden, das Popcorn und das Spiel mit den possierlichen Menschen gelegentlich vermissen. Die Tiere vom Affenberg Salem bilden nämlich auch einen wertvollen Reservebestand, aus dem man notfalls einige der Allesfresser nach Algerien oder Marokko aussiedeln kann, wo sie sich dann wieder Früchte, Wurzeln, Blätter, Kräuter, gelegentlich Insekten und in der kalten Jahreszeit Rinde oder Baumnadeln schmecken lassen.
Da die Affen durch die Zerstörung ihres Lebensraums in Nordafrika vom Aussterben bedroht sind – derzeit liegt die Population in Algerien und Marokko bei knapp 10 000, in Ägypten und Libyen wurden sie schon lange ausgerottet − war der Umzug einiger Tiere vom klimatisch ähnlichen Bodensee zurück nach Nordafrika, wo sie in Gebirgen bis zu 2000 Meter Höhe leben, nötig geworden. Dort vor Ort betreibt die algerische Naturschutzorganisation Amazer N'Kefrida inzwischen seit längerem Aufklärungsarbeit zur Lebensweise und Gefährdung der Berberaffen und warnt vor den Eingriffen in den Lebensraum der Tiere. Dies geschieht auch mit Unterstützung des Salemer Affenbergs und der drei weiteren Parks, die der französische Baron Gilbert de Turckheim in Frankreich und England gründete.
Naturschutz am Affenberg
Der Naturschutz liegt jedoch den Verantwortlichen des Salemer Parks generell am Herzen und so kümmern sie sich auch um heimische Weißstörche, die in Horsten rund um den Storchenweiher am Rande des Geländes leben. Der Weiher selbst beherbergt neben Fischen auch Stockenten, Schwäne, Graugänse, Haubentaucher und andere Wasservögel. Außerdem leben auf dem Gelände in einem eigenen Gehege Damhirsch Emil sowie etliche Hirschkühe und -kälber. Auch die Arbeit des 2004 gegründeten Biotopverbunds Bodensee der Heinz-Sielmann-Stiftung unterstützt der Park.
Das alles und mehr wissen Besucher, wenn sie, spätestens zur Schließzeit um 18 Uhr, den Affenberg verlassen. Die Berberaffen haben dann Ruhe und können sich anderen Dingen widmen, etwa kleine Affenkinder auf dem Rücken spazieren tragen, vielleicht sogar noch schwarzbehaarte, denn das Fell wird erst innerhalb von etwa vier Monaten nach der Geburt hell- bis dunkelbraun. Die ganz kleinen Babys – geboren werden die jungen Affen übrigens meist im Mai, und zwar nachts oder am frühen Morgen – werden in den ersten Lebenswochen noch von der Mutter kopfunter an deren Bauch hängend getragen, erst später setzen sie sich auf ihren Rücken, ersatzweise auch auf den anderer Gruppenmitglieder. Die Affenkinder zu sehen macht natürlich den meisten Menschen die größte Freude.
Souvenirladen und Affenschenke
Wie alle Einrichtungen, die auch der Freizeitgestaltung dienen, bietet der Affenberg so obligatorische Dinge wie Souvenirladen und Affenschenke. Wer also selbst Hunger bekommt nachdem er die Berberaffen mit Popcorn gefüttert hat, kann sich in der Affenschenke stärken. Auch möglich und vielleicht reizvoller ist ein Picknick an einem hübschen Ort rund um den Affenberg. Möglicherweise kommt ja eine Horde Berberaffen vorbei um Menschen zu besichtigen und mit Leberkässemmeln zu füttern. Die müssen dann aber auch alle gegessen werden.
