
- Reife Früchte an einer Felsenbirne - Ulrike Schnabel
Ihren Namen verdankt die Felsenbirne ihre Ähnlichkeit zum Birnenbaum, ist mit diesem aber nicht verwandt. „Diese Sträucher sind absolute Alleskönner“, erklärt der Gärtner Carsten Nickel „Sie blühen nicht nur wunderschön im April, sondern sie tragen auch im Sommer reichlich Früchte, was auch den Tieren im Garten hilft, und sie haben im Herbst eine herrliche Laubfärbung. Außerdem sind sie anspruchslos und winterfest.“
Die Sträucher gedeihen auf nahezu allen lockeren Böden, solange sie nicht dauerhafter Staunässe oder Trockenheit ausgesetzt sind. Sie brauchen sonnige und halbschattige Plätze und müssen nicht unbedingt verschnitten werden. „Jedoch verträgt die Felsenbirne einen Schnitt sehr gut“, so Carsten Nickel. „Denn dadurch verzweigt sie sich stärker und wird buschiger.“ Auf diese Weise eignet sich die bis zu sechs Meter hohe Felsenbirne auch hervorragend als Sichtschutz.
Blickfang zu jeder Jahreszeit
Der Strauch ist aber nicht nur ein Blickschutz, sondern vor allem im Frühjahr und im Herbst ein bemerkenswerter Blickfang. Die zarten weißen Blüten bilden mit den jungen, kupferroten Blättern im April einen erstaunlichen Kontrast. Im Herbst leuchtet der Strauch gelb, orange und rot.
Wegen ihrer ausgesprochenen Schönheit, kann eine Felsenbirne gut allein im Garten stehen. Jedoch eignet sie sich ebenfalls für eine Hecke. „Man kann Felsenbirnen zusammen mit anderen Ziersträuchern wie Forsythien als Hecke anpflanzen“, empfiehlt Carsten Nickel. „So blüht die Hecke das ganze Jahr über“.
Attraktiver Strauch mit leckeren Früchten
Während sich ihre Attraktivität unter Gärtnern bereits herumgesprochen hat, sind ihre essbaren Beeren bis jetzt noch ein Geheimtipp. Die fast schwarzroten oder dunkelblauen Früchte sind kaum größer als Erbsen und erinnern im Geschmack an Heidelbeeren. Sie schmecken aromatisch süß und leicht säuerlich, sind voller Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Und durch ihren hohen Anteil an Gerbsäuren eignen sich Felsenbirnen hervorragend für Konfitüren. Doch auch in Kuchen oder Säften und Likören können die kleinen Beeren ihre Stärken ausspielen.
Frisch vom Baum gepflückt, noch sonnenwarm sind die unscheinbaren kleinen Beeren eine Delikatesse. Die Früchte reifen nacheinander im Frühsommer und können im Juni und Juli geerntet werden. Sie sind reif, wenn sie tiefblau, schwarzrot oder dunkellila und etwas weich sind. Doch wer diese Früchte auch genießen will, der muss sich beeilen, denn auch bei Vögeln stehen Felsenbirnen hoch im Kurs.
Felsenbirnen-Sauerkirsch-Konfitüre
Weil Felsenbirnen sehr süß sind, lassen sie sich wunderbar mit säuerlichen Früchten, wie Stachelbeeren, Johannisbeeren oder Sauerkirschen kombinieren. Für eine Felsenbirnen-Sauerkirsch-Konfitüre braucht man:
500g Sauerkirschen (entsteint und gewaschen)
500g Felsenbirnen (gewaschen)
1 Päckchen Zitronensäure oder den Saft einer halben Zitrone
500g 2x1 Gelierzucker
Die gewaschenen Früchte entweder mit einem Pürierstab pürieren oder einem Kartoffelstampfer grob zerkleinern und anschließend mit den übrigen Zutaten in einen großen Topf füllen. Alles erhitzen und drei bis vier Minuten kochen lassen. Mit einer Gelierprobe lässt sich überprüfen, ob die Konfitüre fest wird. Die fertige Konfitüre randvoll in Marmeladengläser füllen, diese gut verschließen und etwa fünf Minuten umgedreht stehen lassen. Abkühlen lassen und an einem dunklen und kühlem Ort aufbewahren.
