Der Alpenzoo Innsbruck und die Tiere der Alpen

Der höchstgelegene Zoo Europas

Steinbock - Adele Sansone
Steinbock - Adele Sansone
2012 - 50 Jahre Alpenzoo. Einblick in einen Themenzoo, der durch seine Anlage einen besonderen Einblick in die alpine Tierwelt gibt.

Der Alpenzoo liegt am Fuß der Nordkette auf der Sonnenseite von Innsbruck, hoch über der Landeshauptstadt von Tirol. Das Zoogelände befindet sich in Hanglage und hat auch steile Abschnitte. Die Wege sind großteils asphaltiert, einige Geländestufen müssen über Treppen überwunden werden. Für den Rundgang benötigt man etwa zwei Stunden. Der Alpenzoo ist ein Fenster zur Natur für alle Besucher, die einen besseren Einblick in die alpine Tierwelt bekommen möchten. Auf einer Fläche von rund vier Hektar beherbergt er mehr als 2.000 Tiere des europäischen Alpenraums. Daneben bietet ein Besuch des Alpenzoos durch seine Lage dem Besucher auch einen prachtvollen Ausblick auf die Stadt Innsbruck und die umliegende Bergwelt.

Die Geschichte des Alpenzoos - 50 Jahre Jubiläum 2012

Am 22. September 1962 wurde der Alpenzoo von Prof. Hans Psenner eröffnet. Sein Anliegen war, einen alpinen Tiergarten zu gestalten und darüber hinaus einmal der alpinen Tierwelt und seinen bedrohten Arten als eine Art Arche Noah zur Verfügung zu stehen. Heute beherbergt der höchst gelegene Zoo (750m) Europas 150 Arten und etwa 2.000 Tiere. Auch ein Bauernhof mit alten Haustierrassen erfreut die großen und kleinen Besucher.

Umgestaltungen in Europas höchst gelegenem Zoo

Um den heutigen Ansprüchen eines Zoos zu genügen, wurden im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Umbauten vorgenommen. Naturnah gestaltete, großzügige Tiergehege, sowie die dem Lebensraum der Tiere entsprechende Bepflanzung bieten nicht nur optisch eine Bereicherung. Der Alpenzoo bietet heute vom Auwald bergwärts über die Tiere der Waldregionen, wie den Luchs, bis zu der Bergregion mit Klettergarten für die Gämsen oder Steinböcke ein wunderbares Abbild der alpinen Regionen.

Die Leitung des Alpenzoos: von Psenner, über Pechlaner zu Martys

Erster Zoodirektor war der Gründer des Alpenzoos Prof. Hans Psenner. Ihm folgte Dr. Helmut Pechlaner, der anschließend den Tiergarten Schönbrunn übernahm. Auf Dr. Pechlaner folgte der Salzburger Dr. Michael Martys. Martys, der als Doktorvater noch den Nobelpreisträger Konrad Lorenz hatte, forschte lange Zeit in Grünau im Almtal mit handaufgezogenen Wildschweinen. Diesem Umstand verdankte er auch seinen damaligen Spitznamen "Sau-Michi". Nachdem er die Leitung der Forschungsstelle für Ethologie in Grünau (Oberösterreich) abgegeben hatte, wechselte er in den Tiergarten Hellbrunn in Salzburg. 1992 löster er Helmut Pechlaner als Direktor des Alpenzoos ab.

Artenschutz und Auswilderung, die Hauptanliegen des Alpenzoos

Besonderen Verdienst machte sich der Alpenzoo mit seinen Artenschutzprojekten und erfolgreichen Auswilderungen. Es wurde und wird geforscht, gezüchtet, Wissen vermehrt und weiter gegeben. So mancher Bartgeier, der heute wieder den alpinen Raum durchsegelt, hat sein Licht der Welt im Alpenzoo erblickt. Auch die Wiederansiedlung der bereits stark bedrohten Steinbockkolonien auf der Nordkette und im Karwendel ist dem Alpenzoo zu verdanken. Die Rettung des Waldrapps, ein an einen Punk erinnernden Vogel, ein Zuchtprojekt, das wie viele andere auch im Zusammenschluss mit anderen Zoos durchgeführt wird (in diesem Falle mit Grünau im Almtal) scheint ebenso erfolgreich zu verlaufen. Darüber hinaus ist der Alpenzoo besonders auch um den Erhalt der heimischen Fischarten bemüht.

Aber nicht nur für die Auswilderung steht der Zoo. Die Eulen und der Specht, die im Dezember 2009 eine neue Voliere mit besonderen Einblicken bezogen haben, sind allesamt Tiere, die verletzt in der Wildnis gefunden wurden. Da sie aber aufgrund ihrer Verletzungen nicht wieder in Freiheit entlassen werden können, haben sie eben hier ihre neue Heimat gefunden.

Besonderheiten im Alpenzoo/Innsbruck für Kinder

Wer mit seinen Kindern unterwegs ist, hat vergnügliche Augenblicke, wenn sich im Luchsgehege das Männchen wieder einmal irgendwo in die lichten Höhen der Baumwipfel versteckt hat und die Menschen versuchen, ihn zu entdecken. Im Frühjahr, wenn es in allen Gehegen vor Jungtieren nur so wimmelt, ist es entzückend, die Gämsen oder die Steinbockkitze bei ihren ersten noch unbeholfenen Geh- und Kletterversuchen zu beobachten. Doch auch im Herbst und Winter, wenn die Alpentiere ihr Kleid wechseln und aus dem vorher unscheinbaren Hasen plötzlich ein weiß-glänzendes Tier geworden ist. Pech nur, wenn gerade eine schneearme Winterphase ist, dann fällt er umso mehr auf.

Zu den Besonderheiten gehören die frei begehbaren Gehege der Steinböcke und des Waldrapps. Wo sonst, außer in der freien Natur, kann man ohne ein trennendes Gitter oder eine Glasscheibe die Tiere wirklich hautnah beobachten? Jedoch auch die Einblicke zu den Kinderstuben der Murmeltiere oder in die Bärenhöhle oder den Wolfsbau vermitteln, besonders Kindern, einen wunderbaren Eingang in die Welt der Tiere.

Die Kinder haben es dem Zoo auch darüber hinaus angetan. Man kann Kindergeburtstage buchen, bei denen Kinder auch hinter die Kulissen dürfen, Futter zubereiten und selber füttern. Für größere Kinder bietet die Zooschule ein breites Programm um Wissen spannend zu vermitteln. Sogar Erwachsene haben ihren Spaß daran ihre Armweite mit der verschiedener alpiner Vögel zu messen. Der Zooshop bietet vom Kuscheligen bis zum Wissen-vertiefenden Buch Vielerlei an, auch Artenschutz der anderen Art, nämlich T-Shirts mit witzigen Alpentiermotiven von Kontaktil.

Anfahrt und Einkehrmöglichkeit zum Zoo

Den Alpenzoo kann man sowohl mit PKW als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von der Stadt Innsbruck aus erreichen. Auch mit der neugebauten Hungerburgbahn kommt man spektakulär hin. Darüber hinaus gibt es aber auch noch einen wunderbaren Spazierweg vom Innufer bergwärts. So taucht man von Anfang an direkt aus der Stadt in ein schönes Waldgebiet ein. Das Lokal Weiherburg, sowie das Terrassenbuffet Dohlennest bieten Verpflegung. Für jüngere Kinder ist auch noch unterhalb des Bärengeheges ein großzügiger Spielplatz eingerichtet.

Durch die Hanglage des ganzen Zoos ist es allerdings erforderlich, dass der Kinderwagen schiebende Papa seine Armmuskeln vorher ein wenig trainiert. Sonst ist ein anschließender Muskelkater die unweigerliche Folge. Hunden ist der Zutritt, wie in vielen anderen Zoos, verboten.

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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