
- Die Spinnweben im Altweibersommer - M.Großmann/Pixelio
Zwar können uns die Meteorologen nicht verbindlich mitteilen, wie die Wetterlage in den nächsten Wochen konkret aussehen wird. Es gibt aber eine Wetterlage, die in 70 Prozent aller Jahre unser Wetter Ende September und Anfang Oktober bestimmt. Diese Wetterlage wird Altweibersommerlage genannt: Ein kräftiges Hoch liegt über Mitteleuropa, während sich draußen auf dem Atlantik und über Osteuropa zwei starke Tiefs aufgebaut haben. Das Hoch kann sich nicht bewegen, weil es von den Tiefs stationär gehalten wird, und verhindert so, dass sich das Tiefdruckgebiet über dem Atlantik wie gewohnt über Großbritannien nach Skandinavien bewegen kann. So verhindert das Hoch auch wechselhaftes Herbstwetter. Wie stark im Normalfall das Wetter auf dem Atlantik unser Wetter beeinflusst, haben wir zuletzt an den Ausläufern des karibischen Hurricans „Irene“ verspürt.
Die Wetterlage Altweibersommer
Für das laufende Jahr 2011 kündigen die Computer der Meteorologen einen solchen sich anbahnenden Altweibersommer an. Für die Tage nach dem kalendarischen Herbstanfang können wir nach deren Wettermodellen milde und sonnige Tage erwarten. Die Abkühlung in den Nächten geschieht jedoch recht deutlich. In den Tälern der Mittelgebirge könnte es sogar zu den ersten leichten Nachtfrösten kommen. Daraus entsteht morgens Nebel, der sich bis weit in die Vormittage hinein halten kann. Das sind erfreuliche Daten aus den Computern für die Wetterkunde. Ohne Computer wurde die Wetterkunde schon seit Aristoteles betrieben. Sie erübrigen auch die „Wahrscheinlichkeitsberechnung“ des Wetters und Prognosen nach dem 100-jährigen Kalender.
Der Begriff Altweibersommer
Der Begriff „Altweibersommer“ – in den USA und Kanada „Indian Summer“ genannt - hat nicht mit Sonnenschein für ältere Damen zu tun und ist auch keine despektierliche Bezeichnung, sondern hat seit der germanischen Mythologie etwas mit „weiben“, unseren „Spinnweben“ zu tun. Wegen der Wetterlage im Altweibersommer sind nach kalten Nächten im morgendlichen Nebel die Spinnweben besonders deutlich zu sehen, daher die Bezeichnung. Die Germanen sahen in den Spinnweben die Haare der Nornen, die sich im Vorbeigehen an der Kleidung der Menschen fest setzten und ihm Glück brachten.
Herbstanfang
In seiner Meldung wies der deutsche Wetterdienst darauf hin, dass es in den vergangen Tagen schon deutlich kälter geworden sei. Tagsüber seien kaum noch 20 Grad erreicht worden und die Nachttemperaturen waren einstellig geworden. In den Alpen fiel am 19. September oberhalb von 600 m bis 1.000 m bereits der erste Schnee, teilweise schon 20 bis 25 Zentimeter hoch. Zwar bleibt der Schnee noch nicht liegen, aber der Sommer ist nun nach Aussagen des Deutschen Wetterdienstes endgültig vorbei und wir sind im Herbst angekommen.
Doch wann beginnt eigentlich der Herbst? Für die Meteorologen hat der Herbst bereits am 1. September begonnen, weil diese terminliche Festlegung zu besserer Vergleichbarkeit rund um den Erdball führt. Astronomisch aber leben wir noch im Sommer. Aus astronomischer Sicht beginnt der Herbst dann, wenn die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden durchquert und somit im Süden das Frühjahr beginnt. Das geschieht im Jahr 2011 am Freitag, den 23. September, um 11:04 lokaler Zeit. Das ist der Termin der Tagundnachtgleiche, auch Äquinoktium genannt. Für den Nordpol geht ab diesem Zeitpunkt die Sonne wieder unter und am Südpol geht sie wieder auf. In diesem Zeitraum sind bei uns die Tage jeden Tag vier Minuten kürzer und wir verlieren täglich etwa 4 Minuten Sonnenlicht beziehungsweise Helligkeit.
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Quelle: Deutscher Wetterdienst vom 20.9.11
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