Der Amitabha-Buddhismus, welcher oft auch Amidismus genannt wird, ist ein Sammelbegriff für alle Schulen, die sich in ihren Grundzügen auf den transzendenten Buddha Amitabha beziehen. Der Buddha Amitabha genießt im gesamten sino-japanischen Raum (China, Korea, Japan, Taiwan, Vietnam und Singapur) höchste Verehrung und stellt dort, die am weit verbreiteteste Form des Buddhismus dar. Doch auch in der tibetischen Vajrayana Strömung, spielt Amitabha eine große Rolle und gilt als Adibuddha (Urbuddha der Lotusfamilie).

Das Reine Land

Nachdem Amitabha die Erleuchtung erlangt hat, legte er ein Gelübde ab, dass er die Welt nicht eher verlassen wird, bis alle Wesen Erlösung finden. Jeder, der auf Amitabha vertraut, wird in dem Reinen Land wiedergeboren, in dem alles darauf ausgerichtet ist, Wesen die Erleuchtung zu bringen.

Aus diesem Grund wird diese buddhistische Schule auch oftmals „Reines-Land-Buddhismus“ genannt. Somit stellt der Amitabha-Buddhismus eine Besonderheit innerhalb aller buddhistischer Schulen dar, in denen normalerweise der Glaube keinen hohen Stellenwert besitzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen buddhistischen Ausrichtungen, ist auch die Meditation kein so fundamentales Werkzeug. Dies hat wiederum dazu geführt, dass weite Teile der arbeitenden Bevölkerung diesen Glauben angenommen haben und ihn so erfolgreich im sino-japanischen Raum gemacht haben.

Sukhavati – Die Freudige

Anhänger des Amitabha-Buddhismus hoffen darauf, im Reinen Land wiedergeboren zu werden, auch genannt Sukhavati. Es gibt anderen Reine Länder, die anderen Buddhas zugeordnet sind. So zum Beispiel Potala, das reine Land des Bodhisattva Avalokiteshvara oder Tushita, das reine Land des Buddha Maitreya. Der Begriff Reines Land rührt daher, dass es dort weder Leiden noch Schmerz geben soll, um somit allen Gläubigen die bestmöglichen Voraussetzungen zu liefern, selbst die Erleuchtung zu finden. Der Legende nach gibt es in Sukhavati sieben Reihen von Gittern, Netzen und Bäumen, die aus Edelsteinen bestehen und sich über das ganze Land erstrecken. Durch diese sieben Reihen wehen leichte Winde, die in zarten Klängen von Buddha, der Lehre und der Gemeinschaft singen. Im ganzen Land gibt es Teiche, die Lotusblüten beheimaten, welche Licht, Schönheit und einen wohlriechenden Duft verbreiten.

Der Einfluss des Amitabha-Buddhismus

Eine genaue Datierung, welche den Anfang des Amidismus kennzeichnet, fällt schwer. Es wird jedoch in aller Regel davon ausgegangen, dass die Anfänge zwischen dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus, im heutigen Indien liegen. Von dort aus, gelangte diese buddhistische Strömung gegen Ende des fünften Jahrhunderts nach China, wo sie den Namen Jingtu zong (Schule des Reinen Landes) erhielt. Im Besonderen waren zwei Personen für die Etablierung der „Schule des Reinen Landes“ in China verantwortlich. Zum einen der indische Mahayana-Buddhist Nagarjuna und zum anderen Vasubandhu, zweiter buddhistischer Patriarch der Jodo-Shinshu und 21. Patriarch des Zen. Beide waren dafür bekannt, Lehrschriften besonders frei und kreativ zu lesen. Mit ihrem intensiven Bezug zu Amitabha, haben sie somit dieser Schule den Weg geebnet.

Amidismus in Japan

Gegen Ende des zwölften Jahrhunderts, fand der Amitabha-Buddhismus dann Einzug in Japan. Honen Shonin, auch genannt Genku, gründete die Jodo-shu Schule, die in ihren Grundzügen der vorangegangenen Jingtu zong Schule aus China ähnelte. Aus dieser Schule resultierend, wurde dann im 13.Jahhundert die Jodo-Shinshu Schule (Wahre Schule des Reinen Landes) gegründet. Jodo-Shinshu ist eine der vier neuen buddhistischen Schulen der Kamakura-Zeit und bildet auch heute noch die zweitgrößte Konfession des japanischen Buddhismus. Als Stifter der Jodo-Shinshu gilt Shinran Shonin, der als einer der großen Reformatoren des Buddhismus in die Geschichte eingegangen ist. Er gilt gemeinhin als Vater der buddhistischen Laienbewegung und hatte es als Erster geschafft, den buddhistischen Glauben im großen Stil auch außerhalb von Klostermauern zu etablieren.