Chai-Tee - aromatisch und legendär zugleich

Tee - S.Berghoff
Tee - S.Berghoff
In der orientalischen Welt bezeichnet das "Chai" jede Art von Tee. Der bei uns bekannte Chai-Tee ist ganz besonders aromatisch und würzig.

"Chai" bedeutet eigentlich nichts anderes als ein heißer Gewürzaufguss. Der in Europa bekannte Chai-Tee ist der sogenannte "Masala-Chai" und stammt aus Indien. Dort hat fast jede Familie ihr eigenes, streng gehütetes Tee-Geheimnis- daher steht "Masala-Chai" für ein riesiges Tee-Sortiment. Grundlage allen Masala-Chais ist starker schwarzer Tee, dazu einige Kräuter, außerdem Gewürze, wobei Kardamon eine Hauptrolle einnimmt. Masala-Chai wird üblicherweise gesüßt getrunken, wobei das Süßungsmittel individuell ist und von jedem so eingesetzt wird, wie man es am liebsten mag.

Ursprünge des Chai-Tees

Der Chai-Tee geht zurück auf die indische Kolonialzeit im 19. Jahrhundert. Die Inder übernahmen Tee als Getränk ursprünglich von ihren Kolonialherren, den Engländern. Diese bauten die Teepflanzen in Indien großflächig an. Die niederländischen Seefahrer importierten den Tee aus der Provinz Fujian und brachten damit die malaysisch-kantonesische Aussprache "Tee" nach Westeuropa und in alle westeuropäischen Sprachen.

Chai ist das Mandarin-Wort für Tee, Masala bedeutet in Indien die Zusammensetzung verschiedener Gewürze. Inder trinken ihren schwarzen Tee niemals pur, sondern mit diversen Gewürzen wie Zimt, Kardamom, Ingwer, Pfeffer und Gewürznelken. Dann vermischen sie ihn mit einem Süßungsmittel und Milch, das Gebräu wird aufgekocht. Diese ganze Mischung wird als Masala Chai oder einfach nur Chai bezeichnet. Die Inder reichen zu ihrem Nationalgetränk statt eines Teelöffels eine Zimtstange zum Umrühren. In Europa gehört der Chai zu dem neuesten Trend-Getränk.

Legendärer Tee

Eine der Legenden vom Ursprung des ‘Chai’ (Tee) führt in das China vor mehr als 5000 Jahren. Es wird erzählt, dass der Herrscher Shen Nung ein geschickter Regent sowie ein bewanderter Wissenschaftler und ein Herr der Künste gewesen sei. Darüber hinaus bestand er als Wissenschaftler darauf, dass das Wasser aus hygienischen Gründen vor seinem Genuss zu kochen sei.

Eines Tages legte er mit seinem Hofstab, auf einer Reise in eine entfernte Provinz, eine Rast ein. Als seine Diener das Trinkwasser erhitzten, fielen trockene Blätter von einem Busch in das kochende Wasser und färbten es dunkel. Shen Nung bestand darauf, dieses Wasser dennoch zu trinken und fand es sowohl erfrischend als auch anregend. Und so, der Legende folgend, war der Tee geboren.

Dieses wunderbare Getränk wurde immer mehr geschätzt, seine Blätter wurden ehrwürdigen Gästen aus aller Welt zum Geschenk gemacht. Diese brachten die Geschenke mit heim, so dass andere Fürsten wie der russische Zar und die indischen Maharajas den Tee kennen lernten. Zu jener Zeit war das bevorzugte Heißgetränk in Indien eine delikate Mischung aus Milch, Zucker, Ingwer, Kardamom und anderen Gewürzen. Ein Diener am Hofe des Maharajas hatte die Idee, dieser Gewürzmilch etwas vom schwarzen Tee hinzuzufügen. Eine harmonische Verbindung entstand, weil der schwarze Tee kühlend und so ausgleichend auf das erwärmende Wesen der Gewürze wirkt. Diese Verbindung von ein wenig schwarzem oder grünem Tee mit dem traditionellen indischen Gewürztee wird heute in aller Welt als ‚Chai’ genossen.

Chai-Tee und Ayurveda

Die im Chai-Tee enthaltenen Gewürze haben in der ayurvedischen Lehre ihren festen Platz, so dass der Tee selbst letztendlich auch als ayurvedischer Tee gehandelt wird. Seine wohltuende Wirkung stärkt den Körper gleichsam wie den Geist. Gemäß der Gesundheitslehre sorgen die Gewürze für neue Energie und steigern die Lebensfreude. Das Koffein aus dem Schwarzen Tee belebt den Körper, Kardamom wirkt verdauungsfördernd, beruhigt gleichzeitig den Magen und hilft sogar gegen Erkältung. Ingwer wirkt krampflösend, appetitanregend und kräftigt das Immunsystem.

Chai-Tee Selbst kochen

Mit dem nötigen Wissen um die enthaltenen Inhaltsstoffe kann auch der Laie seinen Chai ganz nach seinen eigenen Vorstellungen und geschmacklichen Vorlieben selbst anmischen. Zu Anfang wird empfohlen, mit eher kleinen Mengen zu experimentieren, da nicht jede Mischung als gleichermaßen wohl schmeckend empfunden wird. Mit etwas Übung jedoch gelingt es mit Sicherheit, einen wundervollen Chai selbst zuzubereiten.

Susanne Berghoff - Schreiben als Passion, als Aufgabe. Als Ausdruck der inneren Stimme, die sich ausbreiten will, schallen durch die Welt. Sei es mit dem ...

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