Der Aufstieg Saddam Husseins

Über zwei Jahrzehnte regierte der Diktator den Irak

Er war ein einfacher Bauernsohn und einer der brutalsten und despotischsten Diktatoren der Nachkriegszeit. Sein Aufstieg zum Präsidenten des Iraks war jedoch steinig.

Am 30. Dezember 2006 starb der Despot, Kriegstreiber und Diktator Saddam Hussein durch Hinrichtung. Über zwei Jahrzehnte hinweg diktierte er die Geschehnisse des Iraks, führte Krieg mit Iran, Kuwait und den Alliierten und war verantwortlich für den Tod Tausender. Wie jedoch kam es dazu, dass ein einfacher, unehelicher Bauernsohn eine solche „Karriere“ machte?

Aller Anfang

Der Aufstieg Saddam Husseins begann mit dem Putsch von 1963, bei dem seine eher sozialistische Baath-Partei zusammen mit den nationalistischen Militärs an die Macht kam. Er hatte bereits vier Jahre zuvor versucht, den Staatspräsidenten Kassem zu töten, dies misslang allerdings und Saddam musste anschließend nach Ägypten flüchten. Vier Jahre später sah er sich kurz davor, die Macht im Irak an sich zu reißen.

Aus dem Exil zurückgekehrt, musste er sich aber vorerst mit einem Posten im Landwirtschaftsministerium begnügen, was ihm sehr missfiel. Allerdings fügte er sich in sein Schicksal und schluckte seinen Ärger hinunter. Die neue Regierungskoalition zerbrach bereits nach nur neun Monaten wieder. Der Präsident, Salam Arif, entließ daraufhin zwölf Regierungsangehörige der Baath-Partei und stützte sich in Zukunft auf die Militärs. Damit waren auch vorerst die Pläne Saddams gescheitert und er musste in den Untergrund fliehen.

Im Untergrund

1964 wurde Saddam Hussein verhaftet, als ein dilettantischer Putschversuch seinerseits misslang. Er konnte jedoch 1966 aus der Haft entfliehen. Wie es genau dazu kam, ist heute noch nicht genau geklärt. In seiner Biographie heißt es, dass er auf dem Weg zu einem Gerichtstermin während des Mittagessens durch die Hintertür geflohen sei. Nach seiner erfolgreichen Flucht musste er erneut in den Untergrund. Als er das nächste Mal auftauchte, gelang ihm der Staatsstreich besser. Am 17. Juli 1968 stürmten die „Baathisten“ den Regierungspalast. Es war jedoch kein wirklicher Staatsstreich, da der Präsident Rahman Arif, der Bruder des mittlerweile verstorbenen Salam Arif, keine Gegenwehr leistete und die Militärs ihm auch nicht helfen wollten.

Der Aufstieg

Nachdem die Baath-Partei die alleinige Macht für sich proklamieren konnte, wurde eine neue Verfassung ausgerufen. Diese erklärte den Irak zu einer Volksrepublik mit dem Ziel der Errichtung eines vereinten Arabiens sowie eines sozialistischen Systems. Der sogenannte Revolutionsrat hatte zunächst alle Macht in der Hand. Erst viel später wurde auch ein Parlament eingerichtet. Parlament bedeutete hierbei aber keineswegs ein demokratisches Plenum, wie man es aus den westlichen Demokratien kennt. Der neue starke Mann im Irak hieß vorerst Hassan al Bakr, ein General, der schon beim Putsch von 1963 eine führende Rolle spielte. Sein Handlanger war Saddam Hussein. Deshalb übertrug er ihm auch das Amt des Sicherheitsdienstleiters und Leiters des Parteiapparats.

Vom Handlanger des Präsidenten arbeitete sich Saddam Hussein langsam aber stetig zu dessen rechter Hand hoch. Dies erreichte er durch brutale und unbarmherzige Repressionen und Verfolgungen von Oppositionellen. Politisches Aufsehen und Ansehen erlangt Saddam 1972 mit der Verstaatlichung der irakischen Ölvorkommen. Unter dem Motto „Arabisches Öl den Arabern“ ließ er ein Konsortium von internationalen Ölkonzernen in staatlichen Besitz übergehen. Die Sowjetunion sicherte der irakischen Regierung zu, die Überschüsse der Produktion aufzukaufen. Mit diesem Coup wurde der Irak auf einen Schlag zu einem der reichsten Länder der Erde. Durch die Ölkrise von 1973 und der damit steigenden Ölpreise verdiente der Irak noch mehr Geld. Mit diesem Geld finanzierte die Regierung auf Saddams Vorschlag hin ein Wirtschaftsprogramm, was den bis dato ohnehin schon populären Saddam noch beliebter machte.

Obwohl die Baath-Regierung das irakische Volk mit allen Mitteln unterdrückte, wurde die Regierung, insbesondere Saddam Hussein, verehrt wie nie zuvor. Saddam selbst wusste seine Beliebtheit zu nutzen: Nach und nach ersetzte er Minister und Regierungsangehörige durch Familienmitglieder seines riesigen Clans, sodass sich seine Machtverhältnisse immer mehr stärkten. 1979 war es dann endlich soweit: Saddam drängte den kränkelnden al Bakr zum Rücktritt. Da dieser keine Gegenwehr leistete, war der Weg frei für ihn und er wurde endlich Präsident.

Die anschließenden 24 Jahre seiner Regentschaft führten zu insgesamt drei Kriegen, Einem jahrelangen Embargo durch die UNO und einem tausendfachen Leid der Bevölkerung. Dennoch wird Saddam Hussein heute immer noch von einigen Verblendeten verehrt.

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