
- Bambus als Futter und Elefantenparkplatz - flickr.com
Über 600 Delegierte aus 40 Ländern waren zu dem achten, weltweiten Kongress in Thailands Hauptstadt Bangkok erwartet bei dem es um den Bambus, die Umwelt und den Klimawandel ging. Längst weiß man den Bambus als vielseitigen Rohstoff der Natur nutzbringend einzusetzen und auch sein positiver Einfluss auf Land, Wasser und Luft wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger. In Thailands Geschichte hat Bambus immer eine große Rolle gespielt und überlebte den Schritt in die Neuzeit mühelos.
Der Bambus hat viele Bedeutungen in Asien
Für die einen sind Bambussprossen ein wertvolles Lebensmittel mit dem sich durch den Export nach Hong Kong, Singapur oder auch Taiwan viel Geld verdienen lässt. Für Asiens Bauarbeiter ist Bambus ein unverzichtbares Material zum Gerüstbau und aus dem Leben der thailändischen Landbevölkerung und der Bergvölker ist Bambus gar nicht wegzudenken. Ganze Häuser bestehen aus Bambus, Brücken, Flöße, Zäune, Matten, Geschirr, Musikinstrumente, einfach alles wird aus Bambus gefertigt und dieser Werkstoff hat sich schon längst auch im thailändischen Kunsthandwerk einen festen Platz erobert.
Der Bambus ist tief mit Asiens Geschichte verknüpft und wird häufig als Metapher verwendet, ähnlich wie die Eiche in unserem Sprachraum. Der Bambus steht hier für Flexibilität und Stärke, sich im Wind beugen oder mit dem Strom schwimmen. Auch heute noch sind das gültige Bestandteile der alten asiatischen Philosophie.
Bambus, ein Gras dem man beim Wachsen zuschauen kann
Während der Trockenzeit ruht der Bambus der zur Familie der Gräser gehört, aber sobald die Regenzeit einsetzt schießen zahlreiche Sprossen, um den Stamm der alten Pflanze, geradezu aus der Erde. Der Riesenbambus, Dendrocalamus giganteus, wächst zum Beispiel über einen Meter am Tag und in nur einem Monat steht da ein perfekt runder, gerader Stamm mit einer durchschnittlichen Höhe von 30 Metern! Diese Bambusart wächst noch im Nordwesten Thailands, in Burma und Laos. Im Norden Thailands wurde er durch Waldrodungen komplett vernichtet.
Generell gibt es 2 Hauptgruppen von Bambussen in der Welt, die horstbildenden Bambusse und die ausläuferbildenden Bambusse. Zu den horstbildenden Bambussen gehören die meisten der tropischen Bambusse. Im kälteren Klima wie in China oder Japan gedeiht die Gruppe der ausläuferbildenden Bambusse, die lange unterirdische Rhizome mit einzelnen Sprossen bilden.
Innen hohl und enorm flexibel eignet sich der Bambus als perfekter Lastenträger, viel besser als solides Holz oder sogar Eisen. Neben seinem wohlverdienten Ruf als Baumaterial produziert er aber auch Sprossen, die voll von Vitaminen A, B1, B2 und C sind und in der thailändischen Küche in zahlreichen leckeren Gerichten Verwendung finden.
Das Teakholz des armen Mannes
In Thailand wächst ungefähr die Hälfte aller in der Welt bekannten horstbildenden Bambusarten und ist deshalb von enormer Wichtigkeit für Biologen und Pflanzenforscher. Nach ihrer Verwendung kann man sie in 3 Hauptgruppen aufteilen.
1. Bambussprossen als Nahrung
Dendrocalamus asper (Pai Tong), D. brandisii (Pai Bongyai), D. strictus (Pai Sangdoi), Bambusa blumeana (Pai Seesuk), Thyrsostachys siamensis (Pai Ruak), T. oliverii (Pai Ruakdum) und Gigantochloa albociliata (Pai Rai)
2. Stämme als Baumaterial
B. bambos (Pai Pha), B. blumeana, B. nana (multiplex) (Pai Liang), D. asper, D. strictus, D. membranaceus (Pai Sangnuan), T. oliveriiand G. hasskarliana (Pai Phaak)
3. Stämme für Kunsthandwerk
B. blumeana, B. nana, T. siamensis, T. oliverii, G. hasskarliana, Schizostachyum humilis (Pai Griab) and Cephalostachyum virgatum (Pai Hiae)
Bambus ist das weltweit umweltverträglichste und sicherste Material das am Bau oder in der Möbelherstellung verwendet wird. Es ist in vielerlei Hinsicht ein fantastisches Gras mit verdienter großer Zukunft.
