Der größte Berliner Park wird oft mit dem Central Park in New York oder dem Hyde Park in London verglichen. Doch die Mischung aus Park, Wald und Denkmälern ist einzigartig. Mit einer Größe von 210 Hektar und einer Breite von drei Kilometern ist diese riesige Erholungsfläche ungewöhnlich groß für einen Park. Bis zum Fall der Berliner Mauer war der Berliner Tiergarten das wichtigste Naherholungsgebiet für die Einwohner West-Berlins. Breite Fahrradwege laden zum gemütlichen Radfahren ein und unzählige verschlungene Wege führen den Besucher zu zahlreichen kleinen Teichen und Wiesen.

Die Geschichte des Tiergartens

Bereits im Jahr 1527 wurde der Park als Jagdrevier angelegt. Mitte des 18. Jahrhunderts beauftragte Friedrich III. den Baumeister Peter Joseph Lenné, den Park in einen Volkspark umzubauen, der für die gesamte Bevölkerung zugänglich sein sollte. Im zweiten Weltkrieg dann wurde der Tiergarten leider stark beschädigt. Aus Mangel an Brennholz fällten die Berliner fast sämtliche, dort wachsenden Bäume. Eine Wiederaufforstung erfolgte 1949 mit Baumspenden aus vielen anderen deutschen Städten. Das heutige Bild des Großen Tiergartens bestimmen viele Denk - und Mahnmale, große Rasenflächen und nicht zuletzt kleine Biergärten. Am Rande und mitten im Großen Tiergarten befinden sich heute viele attraktive Sehenswürdigkeiten: die Straße des 17. Juni, welche den Park teilt, die Siegessäule, der Berliner Zoologische Garten, das Schloss Bellevue und viele andere.

Standbilder, Denkmäler und Mahnmale bevölkern den Großen Tiergarten

Nicht nur Rasenflächen und verwunschene Wege bestimmen das Bild des Tiergartens. Wer sich kulturell bilden möchte, hat hier eine wunderbare Möglichkeit dazu. Im südlichen Teil findet man unter anderem die "Gedenkstätte Deutscher Widerstand" . Hier wurde ein Denkmal für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht errichtet. Im nördlichen Teil des Tiergarten wurde das "Sowjetische Ehrenmal" aufgestellt. Durchquert man den Großen Tiergarten, finden sich überall an den Wegen Standbilder, wie zum Beispiel das 1880 von Fritz Schaper geschaffene Goethe-Standbild. Bemerkenswert ist ebenfalls das 6,50 Meter hohe Standbild des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III, welches von Friedrich Drake im Jahr 1849 geschaffen wurde. Ganz in der Nähe befindet sich auch das Denkmal für seine Ehefrau, der Königin Luise. Weiterhin gibt es Standbilder für Richard Wagner, Theodor Fontane und das Komponistendenkmal für Mozart, Beethoven und Haydn.

Die Umgebung des Großen Tiergartens - viele Berliner Sehenswürdigkeiten

Wer einen Ausflug in den Tiergarten plant, hat sogleich die Möglichkeiten, bekannte Sehenswürdigkeiten Berlins in sein Ausflugsprogramm mit ein zu beziehen. Quer durch den Park verläuft die berühmte Prachtstraße " Straße des 17. Juni", die an der Siegessäule endet. Man hat die Möglichkeit, die Siegessäule zu erklimmen und aus nächster Nähe die sogenannte "Gold-Else" zu bewundern. Oben auf der Siegessäule hat man einen wunderbaren Rundblick über den Tiergarten und die "Straße des 17.Juni". Gleich neben dem Tiergarten befindet sich der Zoologische Garten nebst Aquarium. Auch das "Haus der Kulturen" mit seinen internationalen Ausstellungen und Veranstaltungen ist nicht weit entfernt. Ein besonderes Highlight im Park ist der 1952 angelegte Englische Garten. Er wurde rund um einen kleinen Teich im englischen Stil angelegt und zählt zu den schönsten Bereichen des Tiergartens.

Erreichbar ist der Tiergarten am besten mit der S-Bahn, denn Parkplätze sind Mangelware.

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