
- Thymian - ‚© Manfred-Reyelt/ PIXELIO'
Ein Kräutergarten voller duftender Gewürze ist eine sinnliche Bereicherung. Er ist aber nicht nur für die Nase betörend, sondern lockt außerdem viele Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an, liefert Heilkräuter und bringt durch die aromatische Vielfalt der Kräuter besonderen Geschmack in jedes Essen. Die meisten vorgestellten Kräuter eignen sich gut als Beeteinfassung. Man nimmt den Duft dann gewissermaßen im Vorbeigehen wahr.
Artemisia abrotanum, Eberraute oder Zitronenkraut
Die Pflanze mag trockenen Boden und Sonne. Sie ist mehrjährig und erreicht eine Höhe bis zu einem Meter. Ihre grau-grünen, gefiederten, duftenden Blätter werden von Juli bis September geerntet. Sie aromatisieren Soßen und Quark, passen als Bratenwürze zu fettem Fleisch und verfeinern den Salat. Getrocknet halten sie im Schrank die Motten fern. Sie sind harn-und schweißtreibend, regen Magen- und Gallensaft an.
Helichrysum italicum Currykraut, Italienische Strohblume
Die silbrig-grauen Blätter duften nach Curry und werden genauso in der Küche verwendet. Ganze Zweige werden kurz vor dem Servieren mitgekocht und dann wieder herausgenommen, da die Blätter sonst einen bitteren Geschmack abgeben. Das Kraut wird bis zu 50 cm hoch, ist mehrjährig und blüht gelb
Hyssopus officinalis Rosea, Ysop
Ysoppflanzen vermindern durch ihren Duft im Gemüsegarten den Befall mit Kohlweißling. Von Juni bis August werden die blauen Blüten von Bienen und Hummeln besucht. Ysop wird bis 80 cm hoch, liebt Sonne und ist mehrjährig. Seine Blätter und Blüten, die zwischen Juni und August gesammelt werden, haben antibiotische Eigenschaften. Der Schimmel, aus dem Penicillin gewonnen wird, wächst auch auf seinen Blättern. Der Tee daraus hilft bei Asthma und Bronchitis, stärkt die Nerven, steigert den Blutdruck und ist anregend.
Lavandula angustifolia Rosea, Rosa Echter Lavendel
Diese Sorte blüht im Juli und August rosa. Sie ist stark duftend und eine gute Bienenweide. Die Blätter können zu Fisch- und Hackfleischgerichten und Eintöpfen verwendet werden. Die Blüten vertreiben Fliegen und die Motten im Schrank. Lavendel beruhigt und entspann und fördert im Kräuterkissen das Einschlafen.
Rosmarinus officinalis Arp, Rosmarin
Die Pflanze ist nur bedingt winterhart. Sie blüht im Mai und Juni, ist immergrün und stark duftend. Die Blätter passen vor allem zu Lamm und Geflügel. Sie werden vor und nach der Blüte gesammelt. Sie sind appetitanregend, kreislaufunterstützend und nervenstärkend. Rosmarinwein wird verwendet um die Potenz zu stärken. Dabei werden 20g Rosmarinkraut mit 0,7l gutem Weißwein angesetzt. 7 Tage soll diese Mischung bei Zimmertemperatur stehen. Nach dem Abseihen darf Mann sich davon 2 Gläschen täglich genehmigen.
Ruta graveolens, Wein-Raute
Während das Kraut an sich eine Futterpflanze für Fliegen und Käfer ist, halten die getrockneten Blätter Insekten, wie Motten und Fliegen, fern. Ruta blüht von Juni bis September, hat dekorative blaugrau gelappte , stark duftende Blätter. Das mehrjährige Gewächs erreicht in voller Sonne 40 cm. Sie hat einige heilende Eigenschaften, um nur verdauungsfördernd, harntreibend, schlaff fördernd und blutdrucksenkend zu nennen. Sie kann jedem Essen in kleinen Mengen zugesetzt werden . Geschmack und Geruch erinnern an Waldmeister. Schwangere sollten die Weinraute allerdings meiden, da sie Fehlgeburten verursachen kann. Als Tinktur soll sie für klare Sicht sorgen.
Salvia officinalis, Echter Salbei
Eine gute Futterpflanze für Hummeln und Bienen. Salbei passt zu allen Fleischgerichten. Der Tee hilft als Gurgelwasser bei Entzündungen im Rachenraum. Er blüht von Juni bis August, das ist auch die beste Sammelzeit. Die Pflanze soll nach der Blüte gestutzt und nach ungefähr 4 Jahren ersetzt werden.
Santolina rosmarinifolia, Grünes Heiligenkraut
Die grünen Blättchen des Krautes duften nach Oliven. Das Gewürz ist mehrjährig und wir 40 cm hoch. Es kommt in kleinen Mengen zu Fisch, Tomaten und Käse. Es ist krampflösend, magenstärkend und wurmtreibend.
Satureja montana ssp. illyrica, Winter-Bohnenkraut
Winterbohnenkraut ist mehrjährig. Blüte- und Sammelzeit sind Juli bis Oktober. Es kann bis 30 cm hoch werden. Die Blätter sind verdauungsfördernd und schmecken pfeffrig. Da sie geschmacksverstärkend sind, eignen sie sich bei einer salzarme Diät. Verbrennt man ganze Zweige in der Räucherschale, duftet es nicht nur aromatisch, die Räume werden gleichzeitig desinfiziert.
Teucrium chamaedrys Hort., Einfassungs-Gamander
Gamander blüht von Juli bis September und kann ab Mai gesammelt werden. Er verträgt Halbschatten. Er gehört zu den antiviral wirkenden Pflanzen und war in der Volksmedizin sehr begehrt. Gamander ist Bestandteil vieler Likörherstellungen. Genannt sei seine blutreinigende Wirkung, wodurch er positiv auf Hautausschläge, Rheuma und Gicht wirkt.
Thymus vulgaris, Echter Thymian und Thymus x citriodorus, Zitronen-Thymian
Der niedrige Thymian blüht von Juni bis August. Vor und zu Beginn der Blütezeit wird gesammelt. Seine pikanten Blättchen schmecken in Kräuterbutter genau so gut wie an Fleischgerichten oder im Tomatensalat. Auch als Wurstkraut ist er bekannt. Er hilft bei Bronchitis und Katarrhen der oberen Luftwege. Die enthaltenen Enzyme aktivieren das Immunsystem. Einen dünnen Tee kann man schon Säuglingen ab dem sechsten Monat bei Husten geben.
Weitere duftende Kräuter, die ebenfalls den Duftgarten bereichern können
Anis, Baldrian, Balsamstrauch, Basilikum, Dill, Engelwurz, Estragon, Eukalyptus, Fenchel, Hopfen, Kamille, Katzenminze, Kerbel, Knoblauchrauke, Kümmel, Labkraut, Liebstöckel, Lorbeer, Mädesüß, Majoran, Melisse, Minzen, Origano, Rainfarn, Steinklee, Veilchen, Waldmeister
Quellen: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten
Siegrid Hirsch und Felix Grünberger, Die Kräuter in meinem Garten
