Der Burren, Irlands bizarre Kalksteinlandschaft

Der Burren - Sylvia Schöbe
Der Burren - Sylvia Schöbe
Der Burren an der Westküste Irlands ist eine Kalksteinlandschaft, die untypisch für die grüne Insel scheint, doch viel Natur und Geschichte zu bieten hat.

Irland wird nicht umsonst als die "grüne Insel" bezeichnet. In der Tat prägen grüne Hügel, Wiesen und Wälder das Bild der Landschaft. Doch es gibt auch andere, nicht weniger faszinierende Gegenden im Land. Im Nordwesten der Grafschaft Clare herrschen beispielsweise die Farben Weiß und Grau vor. Hier an der Küste liegt der Burren, ein einmaliges Kalksteinplateau.

Die Pflanzenvielfalt des Burren entdecken

Auf den ersten Blick mag er etwas trostlos und kahl erscheinen. Bäume sucht man hier in der Tat vergebens. Doch wer genauer hinsieht, wird sie entdecken: Die zahlreichen Pflanzen, die sich ihren Weg durch die Felsspalten bahnen. Besonders im Mai und Juni gibt es eine wahre Blumenpracht zu bestaunen. Jetzt ist die Zeit, in der der blaue Enzian, wilder Thymian, verschiedene Orchideen und andere Pflanzen, die eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet sind, blühen. Das Klima in diesem Küstenabschnitt ist also etwas milder. Da ist es kein Wunder, dass ein paar Kilometer weiter, in der Galway Bay, bereits Palmen am Ufer stehen. Doch nicht nur Pflanzenfreunde werden vom Burren fasziniert sein. Auch wer das besondere Flair von Abenteuer und Freiheit genießen möchte, sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen.

Vorsicht beim Spaziergehen auf den Kalksteinplatten

Auf der Straße östlich von Kilfenora, die in Richtung Ballyvaughan führt, durchquert man ein Gebiet, das aussieht, als wäre es mit Kalksteinen gepflastert. Der Boden ist eben und lädt geradezu zu einem Spaziergang ein. Trotzdem sollte man vorsichtig sein, um sich keinen "Fehltritt" zu erlauben. Denn diese Steinplatten sind an mehreren Stellen von tiefen Spalten durchzogen. Tatsächlich wird sich der ein oder andere Sprung nicht vermeiden lassen.

Wer lieber auf etwas sicheren Pfaden wandern will, kann die Route von Ballyvaughan nach Doolin nehmen. Ein 30 km langer Wanderweg führt durch eine Landschaft, deren Reiz sich ohnehin nur für den Fußgänger voll entfaltet. Wer Glück hat, wird vielleicht auch wilde Ziegen zu Gesicht bekommen, die sich in den entlegeneren Teilen des Burrengebietes aufhalten.

Ein tolles Erlebnis ist es ebenfalls, am Rand der Felsen zu stehen und zu beobachten, wie das Meer mit gewaltigen Kräften gegen das Gestein prescht. Da es hier jedoch sehr windig und der Abgrund teilweise sehr tief ist, sollte nicht allzu leichtsinnig gehandelt werden.

Historische Sehenswürdigkeiten im Burrengebiet

Neben interessanten landschaftlichen Seiten, bietet der Burren auch viele historische Sehenswürdigkeiten. An der R480 in der Nähe von Caherconnell findet man beispielsweise altertümliche Gräber wie das Glenisheen Wedge-Tomb, das die Form eines Keiles hat.

Außerdem kann man in der Gegend des Burren mehrere Steinmauern entdecken. Diese wurden errichtet, damit die wenig fruchtbaren Gärten, Weiden und Äcker nicht vom teilweise recht heftigen irischen Regen davon gespült werden. Auffällig ist, dass es keine Öffnungen gibt. Möchte man das Gebiet hinter der Mauer betreten, müssen die Steine erst abgetragen und beim Verlassen wieder übereinandergestapelt werden. Bemerkenswert ist, dass diese Steinschichten auch ohne Mörtel eine sichere Befestigung darstellen.

Wer sich für die Geologie, die Flora und Fauna sowie archäologische Funde aus der Region interessiert und Näheres erfahren möchte, wird nützliche Informationen im Burren Center in Kilfenora bekommen.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

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