Der chinesische Handy-Hersteller ZTE und seine Geschichte

Mit seinen mobilen Endgeräten gehört der chinesische Handy- und Smartphone-Hersteller ZTE seit Jahren zu einem der Shootingstars der IKT-Branche.

Deutschen Kunden ist der Handy-Hersteller aus dem südchinesischen Industriezentrum Shenzhen in den letzten Jahren immer wieder vor allem als Hersteller von Mobiltelefonen, USB-Surfsticks oder auch WLAN-Routern begegnet. Aus ZTE-Produktion stammt beispielsweise eine ganz Reihe von funktionsreduzierten Einsteiger-Handys im Niedrigpreis-Segment, die von ZTE unter anderem für die deutschen Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone oder O2 gefertigt wurden.

Anfänge der ZTE in Shenzhen

Der Aufstieg des 1985 in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen begründeten Telekommunikationsausrüsters ZTE Corp. (Zhongxing Telecommunication Equipment Corporation) begann in den 1990er Jahren. Nachdem sich ZTE auf den asiatischen Märkten als dynamischer Hersteller von Telefonanlagen sowie als Mobilfunk-Ausrüster etablieren konnte, folgte ab 1999 ein weiterer wichtiger Expansionsschritt: in diesem Jahr präsentierte ZTE mit dem Modell „ZTE 198“ das erste in China entwickelte und patentierte Dual-Frequenz-Handy.

ZTE und der chinesische Mobilfunkmarkt

Ursächlich für den rasanten Aufstieg des chinesischen Telekommunikationsausrüsters und Endgeräte-Herstellers ZTE zu einem der fünf größten Anbieter der Welt, war vor allem eines: Die immer wichtiger werdende Rolle, die ZTE als Zulieferer und Technologiepartner für große chinesische Telefongesellschaften und Mobilfunk-Anbieter wie etwa China Telecom, China Mobile oder China Unicom spielen konnte. Als wichtiger Lieferant von Informations- und Kommunikationstechnik für diese Unternehmen wurde ZTE so bis 2005 zum größten Telekommunikationsausrüster Chinas.

ZTE als Hersteller von Einsteiger-Handys

Nachhaltig profitierte ZTE dabei also vom boomenden chinesischen Mobilfunkmarkt, den es als Erstausrüster beziehungsweise als sogenannter „Original-Equipment-Manufacturer” auch mit preisgünstigen Einstiegs-Handys belieferte. Diese Handys aus ZTE-Produktion verkauften die jeweiligen Mobilfunk-Provider meist jedoch unter ihrem eigenen Namen. Im Zuge dieses mehrjährigen Expansionsprozesses auf dem fernöstlichen IKT-Markt wurden ZTE-Aktien ab 2004 auch an der chinesischen Leitbörse in Schanghai notiert.

Erfolgreiche Handys von ZTE in China

Erfolgreich gestaltete sich zunehmend auch das Endkunden-Geschäft mit Mobiltelefonen: Gerade niedrigpreisige und robuste ZTE-Handys und 3G-Smartphones im unteren Preissegment (um ca. 100 €) sind bei chinesischen Konsumenten inzwischen ungemein beliebt. Als ein besonderer Verkaufsschlager entwickelte sich hierbei beispielsweise das 3G-Smartphone N600 Android, von dem ZTE über seinen Vertriebspartner China Mobile chinaweit rund 300.000 Geräte absetzten konnte.

Wichtige Absatzmärkte für Handys von ZTE

Naturgemäß bildeten anfänglich vor allem Schwellen- und Entwicklungsländer in Afrika und Lateinamerika einen wichtigen Absatzmarkt für ZTE-Handys. Namentlich mit Solarzellen betriebene, funktionsreduzierte Handys gelten bis heute für das Telekommunikationsunternehmen aus Shenhzen als besonders lukrativer Wachstumsmarkt. Dessen ungeachtet strebte ZTE in den letzten Jahren jedoch auch danach, engere Kooperationen und strategische Partnerschaften mit westlichen Mobilfunk-Anbietern einzugehen.

ZTE-Kooperationen mit westlichen Mobilfunk-Anbietern

Einen bedeutsamen Einstieg ins Geschäft mit westlichen Handy-Endkunden gelang ZTE ab 2008 infolge einer in diesem Jahr begonnenen Kooperation mit dem britischen Telekommunikationsriesen Vodafone. In dessen Folge konnte ZTE mit dem Verkauf Vodafone-gebrandeter GSM-Handys unter anderem auch in Europa beginnen. In Deutschland stammen etwa die Vodafone-Handy-Modelle 125 und 225 aus ZTE-Produktion. Ähnlich gelagerte Kooperationen gelangen auch mit der Deutschen Telekom, die über ihre britische T-Mobile-Tochter T-Mobile-gebrandete ZTE-Smartphones wie das „Vairy Touch“ oder „Vibe“ zu vertreiben begann.

Internationaler Verkaufserfolg: das ZTE Blade

Als ein besonderer, vor allem internationaler Verkaufserfolg für ZTE gilt insbesondere das Android-basierte ZTE-Smartphone „Blade“. Es wurde ab Ende 2010 in mehr als 20 Ländern eingeführt und beispielsweise in Deutschland für den Mobilfunk-Discounter BASE unter dem Namen „Lutea“ verkauft. Unter diversen Modellbezeichnungen und Brandings galt es bislang als eines der günstigsten und beliebtesten Android-Smartphones der Welt.

ZTE: Image als Hersteller von „Billig-Handys“

Während der Verkauf preiswerter Einsteiger- und Zweit-Handys auf internationalen Märkten den Bereich der Endgeräte-Produktion für ZTE massiv ausbaute, verblieb dennoch für das südchinesische Unternehmen das negative Image des „Billig-Handy-Herstellers“; zumal ZTE seine Produkte häufig nicht einmal unter eigenem Namen präsentieren durfte.

Mit Smartphones Marke ZTE stärken

Aus strategischen Gründen hat hier gerade in den letzten Jahren bei ZTE ein bedeutender Gesinnungswandel stattgefunden. Dieser ist mit Blick auf ZTEs wichtigsten einheimischen Konkurrenten, Huawei, gleichwohl nicht ungewöhnlich. In den kommenden Jahren wird sich also auch ZTE verstärkt darum bemühen, weltweit als wirklich eigenständige Handy-Marke wahrgenommen zu werden. Anstelle typischer Einsteiger-Handys plant ZTE hierbei unter anderem auch nachhaltiges Wachstum im lukrativen Geschäft mit Smartphones, die gerade auch unter eigenem Markennamen verkauft werden sollen. Allein für 2011 plant ZTE die Einführung dutzender neuer Smartphone-Modelle, die vornehmlich auf Googles Smartphone-Betriebssystem Android setzen werden. 2010 verkaufte ZTE weltweit bereits rund 90 Millionen mobile Endgeräte.

Tablet-PC V9 von ZTE

In diesen Zusammenhang gehört beispielsweise auch die Einführung des 7-Zoll-Tablet-PCs „ZTE V9“. In Europa wird dieser Tablet-PC unter anderen auch über den österreichischen Mobilfunkanbieter „Drei“, einer Tochter des hongkongchinesischen Telekommunikationsriesen Hutchison Whampoa, vermarktet. Hier zeigt sich beispielhaft das Bestreben der ZTE Corporation, das unternehmenseigene Angebot an hochwertigen mobilen Endgeräten stetig weiter auszubauen, die eigene Marke bekannter zu machen, um hierdurch sukzessive an die Erfolge etablierter taiwanesischer Handy-Hersteller wie etwa HTC anschließen zu können.