Der Christstollen

Ein Weihnachtsgebäck mit langer Tradition

Der Christstollen, allen voran der bekannte Dresdner Stollen, kann auf eine jahrhundertelange Tradition zurückblicken. Hier eine historische Revue.

Er gehört zu Weihnachten wie die Eier zu Ostern, das Lamm zu Pfingsten oder der Papst zur Kirche - der Christstollen darf in unserer abendländischen Kultur zur Vorweihnachtszeit einfach nicht fehlen. Ähnlich wie die Aachener Printen oder der Lebkuchen hat auch der Christstollen eine lange Tradition, die bis in das tiefste Mittelalter reicht. Doch wieso heißt der Christstollen eigentlich Christstollen und wie wird er gemacht?

Geschichte

Das erste Mal wurde der Stollen im Jahre 1329 urkundlich erwähnt. Damals wurde er in Naumburg an der Saale dem dortigen Bischof als Geschenk überreicht. Symbolisieren sollte er das eingewickelte Christkind. Daher wird der Stollen nach dem Backen auch mit Puderzucker bestreut. Die Form des Stollens ist bis heute unverändert, die Zubereitung hat sich jedoch sehr gewandelt. Die damaligen Stollen wurden von Katholiken zum Advents-Fasten gegessen und waren deshalb sehr mager und nicht besonders schmackhaft. Da die Kirche den Zusatz von Butter oder Milch verbot, wurden sie nur aus Wasser, Hafer und Rübenöl hergestellt. Das Öl verlieh dem Stollen einen sehr tranigen Geschmack. Durch die Aufhebung des Butterverbotes durch Papst Innozenz VIII. im Jahr 1490 bekam der Stollen endlich seinen typischen Geschmack, den wir noch heute jedes Jahr genießen dürfen. Der als "Butterbrief" bekannte gewordene Erlass machte den Stollen zu dem, was er heute ist.

Der Naumburger Christsollen darf sich also mit Fug und Recht als ältester seiner Art bezeichnen, weitaus bekannter ist jedoch der Dresdner Christstollen. Das Dresdner Exemplar wurde allerdings erst 150 Jahre später erstmals urkundlich erwähnt. Der „Striezl“, wie ihn die Sachsen liebevoll nennen, wurde übrigens erst 1997 urheberrechtlich geschützt. Seitdem dürfen nur noch Bäcker aus Dresden und nächster Umgebung den echten Dresdner Stollen backen und verkaufen.

In einen echten Dresdner Stollen gehören neben viel Butter, Hefe und Mehl auch mindestens 60 Prozent Trockenfrüchte. Neben diesem „Grundstollen“ erfreuen sich aber auch Marzipan-, Mandel-, Nuss oder Mohnstollen großer Beliebtheit.

Tradition und neue Trends

Einst als Fastenmahlzeit kreiert, ist der Stollen neben Lebkuchen und Printen eines der beliebtesten Süßgebäcke der Deutschen. Doch hat diese lange Tradition auch einige Neuerungen erfahren. Wie bereits erwähnt, gibt es ihn mittlerweile in den verschiedensten Ausführungen. Ebenso kann der Stollen in den unterschiedlichsten Größen gekauft werden – von Mini bis XXL. Da der Einzelhandel die Vorweihnachtszeit mittlerweile in den Spätsommer verlegt hat, kann man das eingewickelte Christuskind sogar schon Ende September käuflich erwerben. Ebenfalls ein neuer Trend ist der Versand über das Internet. Voll im Trend liegt auch der Quarkstollen – kalorienarm verschafft er allen Leckermäulern ein ruhiges Gewissen während der weihnachtlichen Schlemmerei.