Der Deutsche Filmpreis als Filmförderung

Die LOLA ist der höchstdotierte deutsche Kulturpreis

Logo Deutscher Filmpreis - Deutsche Filmakademie
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Während sich die Gewinner der Oscars, Golden Globes und anderer Preise über die Ehre freuen, ist der Deutsche Filmpreis das Kernstück der Filmförderung in Deutschland.

Seit 1951 wird der Deutsche Filmpreis vergeben und war anfangs dem Innenministerium zugeordnet. Seit 1999 ist der Beauftragte der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und Medien für den Deutschen Filmpreis zuständig. Die Trophäe ist eine von einem Zelluloidband umwundene Frauenstatue namens LOLA. Aber im Gegensatz zu anderen Preisverleihungen freuen sich am Abend der Verleihung nicht nur die Gewinner, sondern auch die nominierten Filmemacher dürften glücklich sein.

Die Preisgelder für den Deutschen Filmpreis 2009

In 15 Kategorien wird der Deutsche Filmpreis verliehen und er ist insgesamt mit 2,845 Millionen Euro dotiert. Davon erhalten die Preisträger in den personengebundenen Kategorien wie beste Schauspielerin, bestes Drehbuch und beste Kamera jeweils 10.000 Euro. In den Filmkategorien sind hingegen bereits die Nominierungen mit Preisgeldern verbunden. Insgesamt sind für die Nominierungen Preisgelder in Höhe von 1,95 Millionen Euro vorgesehen. Hiervon erhalten die Nominierten für den besten Film 250.000 Euro, für den besten programmfüllenden Dokumentarfilm 100.000 Euro und den besten deutschen Kinder- und Jugendfilm 125.000 Euro.

Zusätzlich erhalten die Sieger in diesen Kategorien weitere Gelder. In der Kategorie für den besten Film werden neben der goldenen LOLA auch Auszeichnungen in Silber und Bronze vergeben. Deshalb dürfen sich die Gewinner der goldenen LOLA über die Gesamtsumme von einer halben Million Euro freuen, 425.000 Euro sind für die silberne und 375.000 Euro für die bronzene Trophäe vorgesehen. Bei dem Dokumentar- sowie Kinder- und Jugendfilm sind jeweils zwei Filme nominiert, daher erhält hier der Sieger zusätzlich 100.000 bzw. 125.000 Euro.

Der Deutsche Filmpreis als Filmförderung

Diese Preisgeldvergabepraxis in den Filmkategorien ist Teil der Filmförderung in Deutschland. Die gewonnenen Preisgelder müssen in neue Filmproduktionen investiert werden, so dass der Deutsche Filmpreis den Nominierten nicht nur öffentliche Anerkennung, sondern auch wichtige Fördergelder für zukünftige Projekte einbringt.

Unabhängige Förderung oder Selbstbedienung der Filmbranche?

Lange Zeit wurde der Filmpreis von einer Kommission vergeben, in der neben Filmschaffenden auch Politiker, Kirchenvertreter und Filmkritiker saßen. Die Auswahl der Nominierten und Preisträger bot – wie bei fast allen Preisverleihungen – oftmals Anlass für Kritik. Deshalb wurde nach dem amerikanischen Vorbild des Oscars schließlich die Deutsche Filmakademie gegründet. Seit 2005 ersetzt sie die Auswahlkommission als Jury und entscheidet über die Vergabe des Filmpreis. Die mittlerweile mehr als 1000 Mitglieder der Akademie sind Preisträger des Deutschen Filmpreises und Filmschaffende aus allen künstlerischen Sparten einer Produktion.

Die Gründung der Filmakademie ist auf großen Widerstand gestoßen. Anfangs wurde gerade von Filmkritikern bemängelt wurde, dass nun die Branche selbst über die Vergabe ihres wichtigsten und höchstdotierten Preises bestimme, während störende Stimmen von Kritikern und Filmhistorikern ausgeblendet würden. Viele sahen in der Vergabe des Preises nun keine Kulturförderung mehr, sondern prophezeiten, dass der Filmpreis Wirtschaftsförderung werde. Außerdem wurde befürchtet, dass fortan nur massentaugliche Publikumsfilme eine Chance auf einen Preis hätten. Diesen Bedenken stehen zwar Preisträger wie die Filme „Alles auf Zucker“ (2005) und „Auf der anderen Seite“ (2008) entgegen, aber die Auswahl der Jury sollte weiterhin kritisch begleitet werden. Denn die Gefahr, dass große, erfolgreiche Namen bevorzugt werden, ist allemal gegeben.

Der Deutsche Filmpreis 2009

Für die diesjährige Verleihung des Deutschen Filmpreises geht das Biopic „John Rabe“ mit sieben Nominierungen als großer Favorit in das Rennen um den wichtigsten deutschen Filmpreis. Die Verleihung findet am 24. April 2009 in Berlin statt und die Gala wird am selben Abend um 22:15 Uhr vom ZDF ausgestrahlt und von Barbara Schöneberger moderiert. Dann steht fest, wer sich nicht nur über die Ehre, sondern auch über das Preisgeld freuen darf.

Sonja Hartl - Als freie Kritikerin, Autorin und Redakteurin lese, arbeite und lebe ich in Bonn.

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