Der Deutsche Krimi Preis 2009

Ausgezeichnet: Linus Reichlin, Bernhard Jaumann, Heinrich Steinfest

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome - Deutscher Krimipreis
Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome - Deutscher Krimipreis
Der älteste und renommierteste deutsche Literaturpreis für Kriminalliteratur wurde 2009 zum 25. Mal vergeben.

Der Deutsche Krimi Preis wird seit 1985 jährlich vom Bochumer Krimi Archiv für drei deutsche Erstausgaben und drei deutschsprachige Originalausgaben verliehen, die „inhaltlich originell und literarisch gekonnt dem Genre neue Impulse verleihen“.

Die Jury setzt sich aus Literaturwissenschaftlern, Kritikern und Krimi-Buchhändlern zusammen, die alle im jeweiligen Kalenderjahr in deutscher Sprache erschienenen Kriminalromane und Thriller in ihre Wertungen einbeziehen. Derzeit sind das pro Jahr rund sechshundert deutsche Erstausgaben und über zweihundert Originalausgaben. Die Auszeichnung ist nicht dotiert und wurde, mit Ausnahme der Jahre 2003 und 2004, nie öffentlich verliehen.

Deutscher Krimi Preis 2009: Die nationalen Preisträger

Linus Reichlin: „Die Sehnsucht der Atome“

In diesem Jahr verlieh die Jury den ersten Platz im nationalen Wettbewerb der deutschsprachigen Krimis an den Schweizer Linus Reichlin für seinen Debütroman „Die Sehnsucht der Atome“. Der Kriminalroman als Kunst: Inspektor Hannes Jensen muss sich mit einem Mord beschäftigen, der die menschlichen Fähigkeiten übersteigt. Das Werk überzeugte die Jury, weil es „auf charmante, humorvolle und versierte Art und Weise der Wahrheit auf den Grund geht“.

Linus Reichlin: Die Sehnsucht der Atome. Eichborn 2008. Gebundene Ausgabe, 359 Seiten. Euro 19,95.

Bernhard Jaumann: „Die Augen der Medusa“

Der zweite Platz wurde dem in Namibia und Italien lebenden Autor Bernhard Jaumann für seinen Kriminalroman „Die Augen der Medusa“ verliehen. Der Autor, der bereits 2003 und 2008 mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet wurde, entführt den Leser auch im dritten Teil seiner Montesecco-Roman-Serie in das beschauliche italienische Dorf. Diesmal zerstört eine Explosion die Winteridylle: Die Limousine des Staatsanwalts Malavoglia wurde von einer Granate getroffen, und plötzlich findet sich die Dorfgemeinschaft im Zentrum des staatlichen und medialen Interesses. Der Jury gefiel der perfekt konstruierte Kriminalroman aufgrund seiner raffinierten Wendungen und unerwarteten Aktionen.

Bernhard Jaumann: Die Augen der Medusa. Rotbuch 2008. Gebundene Ausgabe, 296 Seiten. Euro 19,95.

Heinrich Steinfest: „Mariaschwarz“

Den dritten Platz belegte der in Stuttgart lebende Österreicher Heinrich Steinfest mit seinem Buch „Mariaschwarz“. Bereits zum vierten Mal zwischen 2004 und 2009 erhielt Steinfest den renommierten Deutschen Krimi Preis. Mariaschwarz ist der Name des Sees, aus dem der Wirt Grong seinen Gast Olander vor dem Ertrinken rettet, und von da an ist alles anders. Die Einheimischen sind der fixen Meinung, dass sich im Gewässer das Weltall spiegelt und ein Ungeheuer wohnt. Als eines Tages ein Skelett geborgen wird, stellt der unkonventionelle Wiener Kriminalinspektor Lukastik das Dorfleben auf den Kopf.

Heinrich Steinfest: Mariaschwarz. Piper 2008 (3. Aufl.). Gebundene Ausgabe, 320 Seiten. Euro 16,90.

Die internationalen Preisträger 2009:

Richard Stark: „Fragen Sie den Papagei“

Den ersten Platz im internationalen Wettbewerb verlieh die Jury dem kürzlich verstorbenen US-Schriftsteller Donald E. Westlake für seinen unter dem Pseudonym Richard Stark erschienen Roman „Fragen Sie den Papagei“. Ein skurriles Paar bildet den Mittelpunkt der Geschichte: Der amoralische Held und skrupellose Profi-Gangster Parker und der Außenseiter mit Papagei, Lindahl, der Parker Zuflucht gewährt. Gemeinsam schmieden sie eine profitable aber gefährliche Geschäftsidee.

Richard Stark: Fragen Sie den Papagei. Zsolnay 2008. Broschiert, 256 Seiten. Euro 16,90.

Jerome Charyn: „Citizen Sidel“

Der zweite Platz ging ebenfalls an einen amerikanischen Autor, Jerome Charyn, für „Citizen Sidel“, den neunten Band seiner Isaac Sidel-Serie. Isaac Sidel ist der Kandidat der Demokraten für die Vizepräsidentschaft und neben skrupellosen Republikanern, betrügerischen Polizisten und korrupten FBI-Agenten machen ihm auch mörderische Gangster aus der Bronx das Leben zur Hölle.

Jerome Charyn: Citizen Sidel. Rotbuch 2008. Gebundene Ausgabe, 192 Seiten. Euro 16,90.

Deon Meyer: „Weißer Schatten“

Der dritte Platz wurde einem der erfolgreichsten Krimiautoren Südafrikas, Deon Meyer, für seinen Roman „Weißer Schatten“ verliehen. Der Roman erzählt eine packende Geschichte über Südafrikas Wildnis, Gesellschaft und Geschichte. Bodyguard Lemmer ist weiß und sein Job ist es, unsichtbar zu sein. Als Emma le Roux, eine weiße Südafrikanerin, ihn anheuert, sie in den Krüger Nationalpark zu begleiten, um ihren verschollenen Bruder wieder zu finden, hofft er noch auf einen bequemen Job. Aber bald zeigt sich, dass es sich um einen lebensgefährlichen Auftrag handelt.

Deon Meyer: Weißer Schatten. Rütten & Loening 2008 (2. Aufl.). Gebundene Ausgabe, 421 Seiten. Euro 19,95.

Ilona Mayer-Zach, Sabine Windsor

Ilona Mayer-Zach - Geboren in Graz, Wahlwienerin. Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften; Medienkundlicher ...

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