
- Salbei - Monika Lenzer
Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob sich die Menschen früher auch die Zähne geputzt haben. In der Tat wurde damals auch schon Zahnpflege betrieben, allerdings auf andere Art und Weise, wie wir es heute gewohnt sind. Salbeiblätter beispielsweise wurden für diesen Zweck verwendet, denn die raue Oberfläche der Blätter hat eine reinigende Wirkung und die ätherischen Öle haben antibakterielle Eigenschaften.
Pflanzencharakteristika
Der Echte Salbei (Salvia officinalis) ist ein 70 bis 80 cm hoher Halbstrauch, der zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Die Pflanze kann man leicht an den länglichen, etwas eiförmigen, filzig-behaarten, graugrünen Blättern erkennen. Zerreibt man diese etwas zwischen den Fingern, verströmen sie einen würzigen, charakteristischen Duft. Mehrere blauviolette, zygomorphe Blüten sind in lockeren Quirlen zu einer ca. 2 cm langen Ähre angeordnet.
Ursprünglich stammt Salbei aus dem Mittelmeergebiet, weswegen die Pflanze in kälteren Regionen nur bedingt winterhart ist und nur selten in freier Natur angetroffen wird.
Ein Verwandter des Echten Salbeis ist der Wiesen-Salbei, den man häufiger am Rand von Feldwegen findet. Abgesehen vom niedrigeren, ätherischen Ölgehalt sind die zwei Arten sehr ähnlich.
Einsatzbereiche in der Heilkunde
Durch die innerliche Einnahme von Tee oder Tinkturen kann starkes Schwitzen vermindert werden und die Milchproduktion wird beim Abstillen auf sanfte Weise verringert. Außerdem können Verdauungsbeschwerden gelindert werden. Doch Salbei kann noch viel mehr. Das Gurgeln oder Ausspülen mit Salbeitee hilft auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Bei der Zubereitung eines Tees für die innerliche Einnahme wird für eine Tasse ein Teelöffel voll getrockneter Salbeiblätter mit kochendem Wasser übergossen und 10 Minuten lang ziehen gelassen. Nach Bedarf kann man täglich bis zu drei Tassen Salbeitee trinken. Für eine Mundspülung kann man auch mehr Salbei zum Aufbrühen verwenden, wobei in der Regel zwei Teelöffel pro Tasse üblich sind.
Bei der Einnahme von alkoholischen Extrakten und des reinen ätherischen Öls über längere Zeit und in der Schwangerschaft ist allerdings Vorsicht geboten. Denn Salbei enthält den Inhaltsstoff Thujon, der in hohen Dosen ein Nervengift ist und Verwirrtheit sowie epileptische Krämpfe hervorrufen kann.
Verwendung im Lebensmittelbereich und in der Küche
Aufgrund von Diterpenphenolen, Rosmarinsäure und Flavonoiden haben Salbeiblätter eine gute antioxidative Wirkung und werden deswegen im Lebensmittelbereich zur Verlangsamung des Ranzigwerdens von Fetten in Fleischprodukten verwendet.
In der Küche wird der aromatische Salbei zum Würzen von verschiedenen Fleisch- und Fischgerichten verwendet. Da Salbei die Verdauung unterstützt, harmoniert er auch gut bei fettigen Speisen.
Ein leckeres Gericht mit Salbei ist Schweinelende im Blätterteig. Dazu wird die Schweinelende mit Salz und Pfeffer gewürzt, in der Pfanne kurz angebraten und mit Schinkenspeck sowie Salbeiblättern fest umwickelt. Anschließend wird alles mit Blätterteig umhüllt und mit einem Eigelb bestrichen. Die Backzeit im Elektroofen dauert bei 180°C ca. 40 Minuten lang. Dazu passen ein leckerer Salat und ein kühler Roséwein.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Quellen:
Teedrogen und Phytopharmaka, 5. Auflage, Monographie Salvia officinalis, Max Wichtl
Grundkurs Pflanzenbestimmung, 4. Auflage, Pflanzenfamilie Lippenblütler, Rita Lüder
Stand der Information: 07/2011
