
- Ein Garten macht Freude und nutzt der Gesundheit - Volker Wollny
„Der kürzeste Weg zur Gesundheit ist der Weg in den Garten“, heißt ein altes Sprichwort.Das stimmt für den eigenen Gemüsegarten auf zweierlei, genau genommen sogar auf dreierlei Art und Weise: Zum einen ist Gartenarbeit eine mäßig anstrengende Betätigung an frischer Luft und damit nach Ansicht nicht weniger Ärzte wesentlich gesünder als die einseitige (Über-)Anstrengung bei vielen Sportarten. Zum anderen bekommt man, wenn man auf Gift und Kunstdünger verzichtet, gesundes Gemüse, abgesehen davon, dass man wahrscheinlich mehr Gemüse essen wird, wenn man es im eigenen Garten hat. Und schließlich, als Drittes, tut die Gartenarbeit auch der psychischen Gesundheit gut: Sie baut Stress ab und gibt einem das Gefühl, tatsächlich selbst Nahrung für sich und die Seinen zu beschaffen, ähnlich wie man es beim Pilze sammeln, Angeln und Jagen hat.
Einstieg in das Gärtnern im Herbst und Winter
Der Einstieg in das Gärtnern ist im Prinzip das ganze Jahr möglich: Ideal ist natürlich der Herbst, denn dann kann man mit dem Umgraben der Beete beginnen, die man neu anlegen oder „reaktivieren“ will. Dabei nutzt man über den Winter die so genannte Frostgare aus, welche die Schollen wunderbar zu Krümeln zerfallen lässt. Außerdem kann man Mist einbringen, der über den Winter verrotten soll, da er im frischen Zustand zu „scharf“ für viele Pflanzen ist.
Wenn es zum Umgraben zu spät, weil der Frost bereits eingetreten ist, kommt schon bald die Zeit, in der man die empfindlichen Gemüsesorten sät, die man im Haus am Fenster vorkultiviert: Peperoni säen manche Leute bereits im Januar oder gar Ende Dezember und ein traditionelles Datum für die Aussaat von Tomaten ist Maria Lichtmess (2. Februar). Wenn man neben Tomaten und Paprika auch andere Gemüse lieber aus Samen zieht als sie in Form von Pflänzchen zur jeweiligen Auspflanzzeit zu kaufen, hat man im späten Winter und zeitigen Frühjahr einiges zu tun.
Im Frühjahr und Sommer mit dem Gärtnern anfangen
Wer sich im Frühjahr für das Gärtnern entscheidet, beginnt wiederum mit dem Umgraben. Er wird dann aber mehr Arbeit damit haben, die Schollen mit Hacke und Rechen zu zerkrümeln als derjenige, der im Herbst umgegraben hat. Dem hat nämlich der Frost diese Arbeit bereits zum größten Teil abgenommen und er muss vor allem noch Kompost einarbeiten und die Beete ebnen. Wenn man einen Garten neu anlegt oder reaktiviert, wird es zunächst noch an eigenem Kompost mangeln und der frisch gebackene Gärtnersmann wird ihn beim örtlichen Kompostwerk einkaufen müssen bis die eigene „Produktion“ läuft..
Den frischen Mist lässt man in ihm Frühjahr natürlich weg. Wenn man keine Möglichkeit hat, an gut abgelagerten., bereits verrotteten zu kommen, macht man sobald es geht Brennnesseljauche um die Stickstoffvesorgung der Pflanzen sicherzustellen. Sand kann man, soweit die Beschaffenheit des Bodens das erfordert, natürlich das ganze Jahr einbringen. In die neu angelegten Beete kann man dann gleich pflanzen oder säen. Hornmehl oder gar -späne schaden zwar nichts, benötigen aber länger, bis sie den enthaltenen Stickstoff abgeben und sind daher für die schnelle Versorgung mit Stickstoff nicht geeignet.
Über den Sommer kann man auf die gleiche Weise einsteigen. Je nachdem, wie fortgeschritten das Jahr ist, kann man dann eben nur noch Dinge anbauen, die noch genügend Zeit haben um erntereif zu werden. Im Spätsommer und Frühherbst kann man dann immer noch Dinge ausbringen, die im Winter oder zeitigen Frühjahr geerntet werden wie Ackersalat oder Winterrettiche. Mit dem Fortschreiten des Herbstes geht man dann dazu über, die Beete herzurichten, die man im folgenden Frühjahr bestellen will.
