Der Eismond Januar im Naturgarten

Arbeitskalender für wichtige winterliche Tätigkeiten im Biogarten

Streuobstwiese im Januar - ‚© Edda-Deuer/ PIXELIO'
Streuobstwiese im Januar - ‚© Edda-Deuer/ PIXELIO'
Der Januar ist ein Monat der Planung und Vorbereitung auf das neue Gartenjahr. Aussaatkalender und Pflanzpläne werden erstellt, Samen sortiert und neu gekauft.

Im Januar nehmen die Planungen für ein neues Gartenjahr Gestalt an. Kataloge werden gewälzt und Neuheiten aufgespürt. In aller Ruhe kann überlegt werden, was gesät und gepflanzt werden soll. Pflanz- und Aussaaatpläne werden erstellt und die ersten Einkäufe von Samen, für die Anzucht im Gewächshaus oder auf der Fensterbank getätigt. Jetzt ist auch Zeit Werkzeuge und Geräte zu überprüfen, reinigen, schärfen und ölen. So sind Sie startklar für den Frühling.

Was ist zu tun im Gemüsegarten?

Nach wie vor muss das Wintergemüse kontrolliert werden. Grünkohl, Rosenkohl, roter Zichoriensalat und Feldsalat sind noch auf den Beeten. Sind sie durch Tannenreisig oder Folientunnel geschützt, kann man auch bei Schneewetter frisches Gemüse ernten. Lauch sollte jetzt in den Keller, da Gefahr strenger Fröste im Eismond groß ist. Auch das Gemüse im Lager wird weiterhin kontrolliert und faulende Blätter entfernt. Der Kompost kann umgesetzt werden, je nach Verrottung auch auf den Beeten verteilt werden. Das müssen Sie dann im Frühjahr, wenn viel Arbeit ansteht, nicht mehr erledigen.

Arbeiten im Kräutergarten

Außer Petersilie, Löffelkraut und Winterportulak, die unter schützendem Fichtenreisig auf die Ernte warten, können einige Kräuter auf der Fensterbank ausgesät werden. Kresse und Kerbel gehören dazu. Noch mehr Vitamine bekommt man über die Keimsprossen wie Sojabohnen, Weizen oder Linsen. Und auch der Schnittlauchballen, der nach dem ersten Frost eingetopft und ins Haus geholt wurde, treibt neu aus und liefert frisches Grün.

Januar im Obstgarten

Der Baumschnitt wird bei frostfreiem Wetter fortgeführt. Ältere Obstbäume werden ausgelichtet oder verjüngt. Dabei müssen größere Wunden mit Wundbalsam zugestrichen werden, um das Eindringen von Infektionen in das Holz zu vermeiden. Immer noch ist Zeit Edelreiser zu schneiden und im Keller einzuschlagen. Spätestens jetzt ist an frostfreien Tagen noch Zeit den Bäumen einen Weißanstrich zu gönnen. Wenn nach kalten Frostnächten Tags die Sonne strahlt, bekommt die Rinde ansonsten schnell Risse. Für die Austriebsspritzung der Obstbäume, die früh blühen und treiben, ist Ende Januar die richtige Zeit. Pfirsiche, die von der Kräuselkrankheit befallen sind, benötigen diese frühe Behandlung.

Was sollte jetzt beim Frühbeet beachtet werden?

Hier gibt es zurzeit nicht viel zu tun. Es kann gesäubert, abgedichtet und repariert werden.

Auch das Gewächshaus braucht Aufmerksamkeit

Auch im Gewächshaus ist die Zeit des Reparierens und Putzens gekommen. Dann wird der Aussaatkalender angesehen und Samen, die bald in die Erde sollen, bereitgelegt. Gegen Ende des Monats kann Rhabarber vorgetrieben werden. Sind Kübelpflanzen eingeräumt, muss bei kaltem Wetter das Gewächshaus in Teilbereichen beheizt werden.

Der Ziergarten im Januar

Sicher haben auch Sie schon Samen von bestimmten Pflanzen gekauft, diesen in Töpfen ausgesät und dann vergeblich auf grüne Spitzen gewartet. Viele Stauden und Gehölze keimen erst, nachdem sie wochenlang in feuchter Erde bei sehr kühlen Temperaturen verweilt haben. Diese sogenannten Kaltkeimer müssen jetzt gesät werden. Sie werden in Töpfen oder Schalen ausgesät, dünn mit Sand übersiebt und im Garten, an einem geschützten Platz, in die Erde versenkt. Sobald die Samen keimen, werden die Töpfe in ein mäßig warmes Gewächshaus oder in den Frühbeetkasten gestellt. Dort entwickeln sie sich rasch weiter. Folgende Pflanzen gehören zu den Kaltkeimern: Adonisröschen, Ahorn, Alpenenzian, Anemonen-Arten, Arnika, Aster- Arten, Christrosen, Edeldistel, Eisenhut, Frauenmantel, Hartriegel, Heidekraut, Himmelschlüssel, Küchenschelle, Lampionsblume, Lungenkraut, Nieswurz, Primeln, Staudenphlox, Steinbrech, Süßdolde, Tränendes Herz, Trollblume, Veilchen und Weinraute.

Bei frostfreiem Wetter können auch die Ziersträucher geschnitten werden. Wenn sie eine frei wachsende Hecke im Garten haben, nehmen Sie nur altes Holz weg oder schneiden, wo die Platzverhältnisse zu eng wurden. Sträucher, die im Frühling blühen, nehmen Sie davon aus. Schließlich möchten Sie den Blütenflor nicht einschränken. Höchstens ein paar Zweige zum Antreiben dürfen mit ins Haus. Jetzt können bei offenem Wetter Gehölze verpflanzt oder Ableger abgegraben werden. Weiterhin sollten bei trockenem Wetter die immergrünen Pflanzen ab und an gegossen werden. Ansonsten achten Sie bei Schnee darauf, dass die Sträucher und Bäume unter ihrer Last nicht brechen.

Naturgemäßer Pflanzenschutz im Monat Januar

Hier ändert sich zum Dezember wenig. Leimringe werden kontrolliert, Wühlmäuse bekämpft, kranke Blätter und Zweige eingesammelt, Stämme vor Wildverbiss geschützt und Vögel gefüttert.

Benutzen Sie den Arbeitskalender für Dezember oder Februar um auf klimatische Gegebenheiten und Schwankungen beim Wetter zu reagieren.

Quelle: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München , € 29,90

Heike Sebastian, Heike Sebastian

Heike Sebastian - Sozialarbeiterin, Heilpraktikerin mit Schwerpunkt "Klassische Homöopathie", Schulleitung von "Feloidea", Institut für ...

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