Der Elefant - ein wundervolles Wesen
Wissenschaftlich gesehen gehören die Elefanten den Rüsseltieren (Proboscidea) an. Das größte Säugetier der Erde ist der Wal, doch an Land hält der Elefant den Rekord hinsichtlich Größe und Gewicht. Elefanten gehören zu den intelligentesten Lebewesen des Planeten. Elefanten haben von allen Säugetieren, mit Ausnahme des Menschen, das im Verhältnis zum Körpergewicht größte Gehirn.
Elefanten leben in Afrika (in 37 afrikanischen Ländern südlich der Sahara) und Asien (Indien, Sri Lanka, Myanmar, Indonesien, Thailand, Kambodscha, Vietnam, Laos, Malaysia, Nepal, Bangladesh und Südchina). Je nach Örtlichkeit unterscheiden sie sich bezüglich Größe und Aussehen (Ohren, Rüssel, Stoßzähne, Zehen, Haut, Lippen). Die Elefantenarten unterscheiden sich auch im Temperament. Der Asiatische Elefant ist fügsamer und leichter zu zähmen. Afrikanische Elefanten sind weniger kooperativ und werden weniger häufig für Arbeiten eingesetzt.
Die Familie ist wichtig
Elefantenmütter bleiben mit ihren jüngeren Kälbern ständig in Kontakt. Ihre sehr innige Beziehung stützt sich auf die Stärke der ganzen Herde, deren Mitglieder Freude über jedes Neugeborene zeigen und die Jungtiere mit vereinten Kräften schützen. Der Jungelefant entwickelt eine sehr starke Bindung zu seiner Mutter und auch zu seinen Geschwistern, mit denen er spielt und von denen er durch Nachahmung lernt. Aber Elefantenjungen werden nicht nur von ihren Müttern betreut. Oft übernehmen Tanten, Schwestern oder Cousinen die Rolle des Kindermädchens.
Elefanten begrüßen sich
Der Rüssel spielt für das Sozialverhalten der Elefanten eine wichtige Rolle. Tiere, die sich kennen, begrüßen sich, bekräftigen so ihre Verbindung und Freundschaft. Die Begrüßung bei Elefanten, kann wie beim Menschen, sehr unterschiedlich ausfallen. Sie berühren sich oft sanft mit den Rüsseln, vergleichbar mit unserem Händeschütteln. Manchmal geht es aber auch inniger zu. Dann werden die Rüssel eng zusammengeschlungen - sie umarmen sich.
Elefanten zeigen viel Gefühl
Es gibt außer dem Menschen wenig Arten, die emotional so stark auf Geburten und Todesfälle reagieren wie Elefanten. Elefanten versammeln sich, um ein neugeborenes Kalb zu begrüßen, und trauern um verstorbene Verwandte. Sie drücken ihre Gefühle durch Mimik und auch durch ihre Ohren-, Kopf- und Körperhaltung aus. Sie gehen behutsam mit dem Körper oder den Knochen eines toten Artgenossen um. Wenn sie an einem Ort vorbei kommen, an dem ein Gefährte gestorben ist, halten sie inne, um einige Schweigeminuten einzulegen. Sie trauern ganz offensichtlich - und scheinen eine Vorstellung von Leben und Verlust zu haben.
Elefanten kuscheln gerne
Elefanten ist körperliche Nähe wichtig. Sie stellen sich gerne nahe zusammen, reiben sich aneinander und berühren sich mit dem Rüssel. Oft sieht man wie Muttertiere ihre Babys mit dem Rüssel liebkosen.
Sie berühren ihre Jungen sanft mit Rüsseln und Beinen und schieben sie unter ihren Bauch, um sie vor Raubtieren und der heißen Sonne zu schützen. Junge Elefanten stecken gerne ihre Rüsselspitze ins Maul der Mutter, vor allem, wenn sie nervös oder gestresst sind.
Elefanten haben eine ausgekügelte Sprache
Der größte Teil der Kommunikation der Elefanten spielt sich im Infraschallbereich ab (dessen Frequenzen unterhalb des menschlichen Hörbereichs liegen). Diese Infraschallrufe können sich in einem Umkreis von bis zu 50 km² ausbreiten - in der Abenddämmerung, wenn es kühler wird und die Schallwellen zum Boden reflektiert werden, statt nach oben zu streuen, sogar bis zu 100 km². Dank Sensoren an Rüssel und Füßen und den verschiedenartigen Trompetenstößen und Schreien, verfügt der Elefant über ein umfangreiches Repertoire an Kommunikationsmöglichkeiten, das vielleicht mehr Ähnlichkeit mit einer "richtigen Sprache" hat, als man bislang geglaubt hat.
