
- Strom auch für das Fahrrad - © Kurt F. Domnik / Pixerlio.de
Während bei den Elektroautos die Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt, geht diese bei den Elektrofahrrädern rasant vorwärts. Mit einem E-Bike kommt man immer an, auch wenn der Akku einmal leer sein sollte. Bei den Elektroautos gibt es noch viele Probleme. Neben dem Antrieb muss die schwere und große Batterie noch etliche andere Dinge mit versorgen. Dazu gehören unter anderem die elektrischen Fensterheber, Radio, Airbag und die Innenbeleuchtung.
Die verschiedenen Arten von elektrisch angetriebenen Fahrrädern
Wer sich bisher nicht mit dieser Problematik befasst hat, muss bei einem möglichen Kauf eines Elektrofahrrades auf einige Besonderheiten hingewiesen werden. Die schnellen Pedelecs arbeiten ebenfalls mit Tretunterstützung. Der Motor unterstützt bis zu 45 Kilometer pro Stunde. Die Motorleistung ist auf 500 Watt beschränkt. Es besteht keine Helm-Pflicht, aber diese Fahrzeuge sind versicherungspflichtig und benötigen ein Kennzeichen. Pedelecs mit Anfahrhilfe können mittels Drehung am Gasgriff oder auf Knopfdruck auf maximal sechs Kilometer pro Stunde beschleunigt werden. Das wirkliche Elektrofahrrad stellt den elektrischen Antrieb unabhängig vom treten dauerhaft zur Verfügung. Die Geschwindigkeit ist auf 20 Kilometer pro Stunde begrenzt. Sie sind nicht zulassungspflichtig, benötigen aber ein Versicherungskennzeichen. Das Elektro-Kleinkraftrad kann ohne Pedal-Unterstützung eine Geschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde erreichen. Es muss zugelassen werden und benötigt eine Versicherung. Hier besteht Helm-Pflicht. Die entsprechenden Einteilungen beruhen auf der Richtlinie 2002/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18.März 2002 über die Typengenehmigung für zweirädrige Kraftfahrzeuge.
Antriebssensoren beim Elektro-Fahrrad
Es ist allgemein bekannt, dass sich die Antriebseinheit beim Elektrofahrrad im Vorder- oder Hinterrad oder in der Mitte befinden kann. Weniger bekannt sind die unterschiedlichen Sensoren. Beim Drehmoment-Sensor wird das aufgebrachte Drehmoment direkt an der Kurbel gemessen. Wird von dem Fahrer mit geringer Kraft in die Pedale getreten, unterstützt der Motor auch mit weniger Kraft. Je stärker in die Pedale getreten wird, umso stärker ist die Motorunterstützung. Der Vorteil dieses Systems ist, dass der Akku länger hält, da diese Steuerung effektiver ist. Der Bewegungs-Sensor reagiert auf die Bewegung der Tretkurbel. Die Unterstützung durch den Motor ist unabhängig von der Kraft, welche der Fahrer aufbringt. Dies ist von Vorteil für solche Leute, die nicht mehr so viel Kraft in den Beinen haben. Der Motor unterstützt mit voller Kraft, sobald sich die Pedal-Kurbel dreht.
Der Transport von E-Bikes
Manchmal möchte man sein Rad mit in den Urlaub nehmen oder in einen entfernteren Ort transportieren. Die einfachste Möglichkeit ist das Auto. Es gibt spezielle Radträger die für den Transport von Elektrofahrrädern ausgelegt sind. Dieser wird auf einer vorhandenen Anhänge-Kupplung befestigt. Der Akku sollte ausgebaut und die Kontakte am Rad vor Spritzwasser geschützt sein. Die Bahn unterscheidet noch nicht zwischen „normalen“ Fahrrädern und Elektrorädern. Grundsätzlich dürfen Fahrräder in Regionalzügen mitgenommen werden und in Zügen, die mit einem Fahrradsymbol gekennzeichnet sind. In EC-Zügen ist die Mitnahme reservierungspflichtig und im ICE ist die Mitnahme von Fahrrädern ausgeschlossen. Auch beim Transport im Bus gibt es noch keinen Unterschied zwischen „normalen" und Elektrofahrrädern. Allerdings ist es besser, wenn man sich vorher erkundigt und sich die entsprechende Auskunft schriftlich bestätigen lässt. Manches Busunternehmen führt Fahrradanhänger bei Urlaubsreisen mit. Diese sind aber oftmals noch nicht für E-Bikes umgerüstet. Beim Transport im Flugzeug kann es schwierig werden: Hier wirkt im Fall von Lithium-Ionen-Akkus das Gefahrengut-Recht. Solche Akkus dürfen in Passagiermaschinen nicht transportiert werden. Es gibt aber auch hier Ausnahmen. Ansonsten müsste man dann den Akku getrennt an den Urlaubsort schicken.
Elektro-Nachrüstset für normale Fahrrädern
Nachrüstsets haben ebenfalls ihre Berechtigung. Allerdings eher für Spezialräder, die nicht mit einem Elektromotor lieferbar sind. Bei normalen Fahrrädern sollte man lieber die Finger davon lassen. Das Umrüsten von einfachen Fahrrädern zu Pedelecs ist oftmals sehr tückisch. Demjenigen, der ein Fahrrad umrüstet, sollten die entsprechenden Regeln für die Betriebssicherheit und die geltende Rechtsprechung bekannt sein. Die sicherheitsrelevanten Teile von Fahrrädern, besonders Rahmen, Gabel, Lenker und Bremsen sind für die zusätzlichen Belastungen durch einen nachgerüsteten Elektroantrieb nicht ausgelegt. Auch mögliche Vorschädigungen sind nicht immer erkennbar. Wie bei jedem Nachrüstsatz bleibt die Verwendung und damit die volle Verantwortung bei dem Nutzer. Händler werden sich meist weigern, einen solches Nachrüstset beim Kundenfahrrad einzubauen. Der Händler wird dadurch zum Hersteller und haftet dementsprechend.
Besondere Ersatzteile bei Elektro-Fahrrädern
Bei einem einfachen Fahrrad können alle Teile schnell besorgt und ausgewechselt werden. Etwas schwieriger ist es bei den Elektrorädern. Durch höhere Fahrradgewichte und Antriebsmomente steigt die Belastung der Laufräder. Eine Hauptrolle kommt den Felgen zu. Sie sind Bindeglied des Laufrades mit den Reifen. Genauso wichtig sind für Elektrofahrräder geeignete Speichen. Sie unterscheiden sich wesentlich von einfachen Fahrradspeichen. Das trifft auch auf die dazugehörigen Speichen-Nippel zu. Bei E-Bikes mit Drehgriff bis zu 45 Kilometer pro Stunde sollten Reifen eine ECE-R75 Zulassung besitzen. Auch sind nicht alle Bremsen für Elektrofahrräder geeignet. Die Ketten an Pedelecs werden wesentlich höher belastet als an normalen Fahrrädern. Vorsicht ist auch bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Lenker und Vorbau geboten. Hier sollte man beim Hersteller nachfragen, ob diese Teile für Pedelecs geeignet sind. Man sollte auch immer eine komplette Vorbau-Lenker-Einheit eines Herstellers verbauen, um zu gewährleisten, dass diese Teile wirklich zusammen passen. Am einfachsten und sichersten ist es, wenn solche notwendigen Reparaturen einem Fachhändler überlassen werden.
Die heimliche Unterstützung
Es gibt bereits Antriebseinheiten die man kaum bemerkt. Der Motor befindet sich im Sattelrohr und treibt die Kurbel direkt an. Der Akku befindet sich in einer kleinen Satteltasche. Die gesamte Antriebseinheit wiegt nicht mehr als 900 Gramm. Die komplette Steuerung ist ebenfalls im Sattelrohr untergebracht. Es werden dafür vier Lithium-Ionen-Mangan Akkus angeboten. In der Regel reichen solche Akkus für etwa eine Stunde Laufzeit.
Ein kleines Problem wird die Entsorgung der Akkus von Elektrofahrrädern. Bei einem Lithium-Ionen-Akku handelt es sich um Gefahrengut. Er darf nur als Gefahrengut geschickt oder entsorgt werden. Viele Paketdienste befördern deshalb solche Akkus nicht.
Quellen:
- Zeitschrift „Velo TOTAL“ 2011
- Ratgeber Technik – Stiftung Warentest, Berlin
Nachweis der Bilder: Bild 1 © Kurt F.Domnik./ Pixelio.de * Bild 2 © K.Kurbjun / Pixelio.de * Bild 3 © Dr.Stephan Barth / Pixelio.de * Bild 4 © Uwe Richter / Pixelio.de * Bild 5 © Gabi Schoenemann / Pixelio.de
