
- Clubtreffen des EPOC in Dresden 2010 - Ulrich Gaedke
Der European Phaeton Owners Club setzt sich aus zahlreichen Freunden des in Dresden gefertigten VW Phaeton zusammen. Wie bereits am 27.01.2010 bei Suite101.de angekündigt, traf sich der Club zum zweiten Mal im sogenannten Elbflorenz. Dies einerseits, um per Sternfahrt die wunderschöne Landschaft dieser Region zu genießen und sich wiederzutreffen, aber auch andererseits, um die Entstehungsstätte des Phaeton – die Gläserne Manufaktur in Dresden – zu besuchen und dabei Neues zu erfahren. Im Rahmen einer Vorabpräsentation lernten die Clubmitglieder den neuesten Phaeton kennen, der auf der Automesse Auto China Premiere feierte. Doch neue Rückleuchten störten die gewohnte Harmonie.
Gutes Wetter begleitete die sogenannten Phaetonisten
„Petrus liebt die Phaeton-Fahrer“, so Andreas Kuhlmann zum Wetter dieses Treffens und zum Wetter aller Treffen des Clubs. Die Sonne schien an allen drei Tagen. Das zuvor getroffene Arrangement im gerade erst am 02. April 2010 neueröffneten Hotels Bülow Palais war Kuhlmann gemäß ein Volltreffer. Das Haus begrüßte die Reisenden VW-Fans mit den Worten, sehr stolz darauf zu sein, den Club Willkommenheißen zu dürfen. Die Augen der Mitarbeiter glänzten angesichts der Phaeton-Versammlung in der brandneuen Tiefgarage. Upgrades vom Doppelzimmer auf die verfügbaren Suiten und Kuschelbären für die Kinder gehörten zu den kleinen Aufmerksamkeiten des Viersternehauses dazu, zu dem sich der Club begeistert äußerte.
Der Samstag: Das Elbsandsteingebirge und ein Abendessen im Produktionsbereich
Eine Ausfahrt der rund 40 VW Phaeton führte am Samstag in einen touristisch sehr wertvollen Teil der sogenannten Sächsischen Schweiz. Nach Angaben eines Mitfahrers war es ein beeindruckendes Bild, die teilnehmenden Autos der Luxusklasse in dieser Konzentration auf dem Parkplatz der Königsteinfestung sehen zu können. Als Höhepunkt des Tages wurde jedoch der Besuch in der Gläsernen Manufaktur empfunden. Deren Leitung, angeführt von Dr. Frank Löschmann, bemühte sich nach Angaben des Clubs vorzüglich um die Interessen der Phaeton-Freunde. Das Abendessen wurde zwar im Restaurant Lesage zubereitet, doch gespeist wurde inmitten der Produktion: Eine echte Premiere für die Fans wie auch für die Manufaktur.
Die Präsentation des neuen Phaeton der sogenannten Großen Produktaufwertung GP3
Die Gäste teilten sich danach in zwei Gruppen auf. Der einen Gruppe wurde eine exklusive Werksführung angeboten; die verbleibenden Gäste durften sich den neuesten Phaeton anschauen, dem seine Weltpremiere auf der Automesse Auto China Beijing 2010 zu diesem Zeitpunkt erst noch bevorstand. Doch der Wagen begeisterte die Fans des European Owners Club nicht in allen Punkten. Kritik erntete der Neue weniger wegen seiner neuen Front im Stile des Hauses Volkswagen, sondern wegen der Rückleuchten. Deren klassisch schönes Layout in Form rund angeordneter LEDs musste einem M-förmigen Verlauf der LEDs in einen Allerweltslook weichen.
Rückleuchten, aufgebrachte Fans und verstummte Designer
Wieso ein so schönes, für den Phaeton charakteristisches Detail ohne Not geopfert werde, wollten die Gäste von den anwesenden Vertretern der zuständigen Designgruppe wissen. Diese – wegen einiger nach Meinung einer zu den Phaetonisten gehörenden Innenarchitektin nicht stimmiger Linien sowieso so schon schlecht gelaunt – gaben jedoch keine zufriedenstellende Antwort. Der Gegenwind, den die Designer seitens der erhitzten Gemüter an diesem Abend erlebten, brachte sie für den Rest der Zeit zum Schweigen. Begründet in der Flut von verwendeten LEDs machte das geflügelte Wort vom China-Bling-Bling die Runde; denn angeblich sei die Masse der LEDs dem Käuferinteresse in China geschuldet. Die Erklärungsversuche der Designer wurden als kläglich eingestuft.
Die Stimmung war am Boden
Während der neue VW Touareg durch seine starken Achtzylinder-Diesel und den Hybridantrieb technisch up to date von sich Reden macht, zeigten sich die Freunde des Phaeton auch enttäuscht darüber, dass die sogenannte GP3 keinen neuen starken Diesel und auch keinen Hybridantrieb erhält. Als Grund wurde angegeben, dass der neue Achtzylinder nicht in den Phaeton passe. Da die Fangemeinde wegen des angeblich mangelden Platzes für den Rußpartikelfilter auf den sehr beliebten Zehnzylinder-Diesel verzichten musste, erwartete sie einen würdigen Nachfolger, der nun nicht kommt. Dass es Fahrzeuge mit dem leistungsstarken wie sparsamen V10 gibt, die vom Rußpartikelfilter seitens der Zubehörindustrie profitieren, scheint bei Volkswagen niemand zu interessieren.
Von Verschlimmbesserung war die Rede
Das neue Lenkrad im Phaeton wurde begrüßt. Mit der neuen Frontgestaltung war die Fangemeinde auch einverstanden, nur die Rückleuchten im Allerweltslook – die zudem vom Material und dem Aufbau billiger wirken – wollte die erste Gruppe Präsentationsgäste nicht verzeihen und briefte die zweite Gruppe diesbezüglich, bevor diese den Auslieferungsshowroom betrat um den Neuen kennenzulernen. Die Stimmung besserte sich nicht mehr: Im Gegensatz zu vorangegangenen Treffen, bei denen man bis in den frühen Morgen zusammenblieb, waren um 23 Uhr schon große Lücken in der Gästeschar zu erkennen. Doch die Bar des Bülow Palais erwies sich als gut geeigneter Ort für die Fortsetzung der Gespräche und des Betäubens der erlittenen Schmerzen.
Der Sonntag darauf führte den Club zum Militärhistorischen Museum
Am darauffolgenden letzten Tag der Sternfahrt reiste die Gruppe von 40 Phaeton nebst ihrer Insassen zum Militärhistorischen Museum in Dresden. Niemand Geringeres als der Enkel des legendären Barons von Richthofen führte die Gäste durch das Areal. Die Phaeton-Freunde zeigten sich sehr angetan über die Führung durch das Museum am Olbrichtplatz; die Art des Vortrags zu den Exponaten war sensibel auf Aktuelles in Afghanisten abgestimmt und hat Erwachsene wie Kinder beeindruckt. Ob sich alle Teilnehmer darauf einlassen werden, den neuen Phaeton zu kaufen oder einige zu einer anderen Marke wechseln werden, bleibt offen. Doch das Urteil zu der gut geplanten und von der Manufaktur unterstützten Veranstaltung des Clubs war positiv.
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Was die versammelten Clubmitglieder in Dresden noch nicht erfahren hatten, wurde am 22. April 2010 bekannt: Es wird zunächst kein Modellauto vom neuen Phaeton in Zinkdruckguss geben. Die bisherigen Modellautos des Phaeton von Minichamps erhalten im Maßstab 1:43 nur Nachfolger aus Resinekunststoff von Looksmart. Eine Enttäuschung für die auf Harmonie und Übereinstimmung von Modellen innerhalb ihrer Modellreihen bedachten Sammler.
