Die Beziehungen zwischen Großbritannien und Argentinien sind noch heute angespannt. Es ist nicht lange her, da kämpften zwei so modern wirkende Staaten um ein kleines Archipel, die Falklandinseln. Der Krieg hat für viele heute kaum noch Bedeutung, doch er befreite Argentinien von der Militärdiktatur. War die britische Reaktion ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit?
Die Falklandinseln – eine Kolonie in Südamerika
Im Jahr 1592 entdecken die Engländer die Falklandinseln und geben ihnen 100 Jahre später diesen Namen. Die Vorherrschaft ist lange Zeit zwischen England, Spanien und Frankreich umstritten. 1770 verleibt sich Spanien die Inselgruppe ein und behält sie bis zum Ende ihrer Herrschaft über Südamerika. 1883 wird sie dem inzwischen unabhängigen Argentinien von England entrissen. Seit damals macht Argentinien seinen Anspruch auf den kleinen Archipel geltend, das in der Landessprache Malvinas heißt.
Argentinien erobert die Falklandinseln
1982 beschließt die Militärregierung, die 1976 durch einen Putsch an die Macht gekommen ist, die Rückeroberung der Falklandinseln. Der patriotische Krieg ist Mittel, um die wachsende Opposition innerhalb des Regimes ruhig zu stellen. Am 2. April wird Port Stanley, die Hauptstadt, von 2.500 argentinischen Soldaten besetzt. Sie stehen unter dem Kommando des Generals Mario Menéndez. Nach einem kurzen Schusswechsel ergeben sich ihm 79 englische Marines. Innerhalb kurzer Zeit beträgt die Stärke der Besatzungsmacht auf den Falklands 10.000 Mann.
Die britische Reaktion
Ein diplomatischer Versuch der Verständigung scheitert. Großbritannien unter der Premierministerin Margaret Thatcher reagiert und entsendet unter dem Kommando von Konteradmiral John Woodward zwei Flugzeugträger, Atom-U-Boote, eine kleinere Anzahl von Kriegs- und Transportschiffen und eine Einheit von 5.000 ausgewählten Soldaten. Diese werden von General Jeremy Moore befehligt.
Die Briten bombardieren den Flughafen. Sie versenken den argentinischen Kreuzer General Belgrano. Obwohl die argentinische Luftwaffe unterlegen ist, antwortet sie mit mehreren Attacken. Ihnen gelingt es einige Schiff zu versenken, darunter die Sheffield, ein Torpedobootzerstörer, die Ardent, die Coventry und die Atlantic Conveyor.
Großbritannien erobert Archipel zurück
Trotz einiger Schwierigkeiten gelingt die Landung am 21. Mai unweit von Port Stanley. Am 28. Mai erobern 600 britische Soldaten eine argentinische Garnison in der Ortschaft Goose Green und marschieren anschließend auf Port Stanley zu. In zwei Marschkolonnen entlang der Küste, immer wieder durch heftige Gefechte zwischen Infanterie und durch Artillerie unterstützte Panzerfahrzeuge gebremst, nehmen die Briten die Hauptstadt ein. Die Eroberung erfolgte in zwei aufeinander abgestimmten Angriffen.
Ende des Konflikts und die Falklandinseln heute
Am 14. Juni 1982 ergeben sich die Argentinier. Obwohl sie gestärkt aus dem Krieg hervorgehen, erleidet das argentinische Militärregime einen weiteren Prestigeverlust. Dieser leitete das Ende der Diktatur in Argentinien ein. Für die britische Premierministerin war es ein großer Gewinn und sicherte ihre Wiederwahl.
Heute erinnern sich nur wenige an den Krieg um die Falklandinseln, der nur wenige Jahre her ist. Ein Krieg im Westen zwischen zwei so fortschrittlich wirkenden Staaten schien, durch die gegenseitige Abschreckung im kalten Krieg, lange für undenkbar. Ende Januar 1983 gewährte Großbritannien der argentinischen Regierung einen Kredit über 170 Millionen Pfund.
Die Falklandinseln gehören heute immer noch Großbritannien an. Ein Überbleibsel des britischen Empires.
