An trüben Sonntagnachmittagen im Herbst und Winter ist nicht nur in Wiener Kaffeehäusern mit die beste Zeit, einen Kaffee in Form eines sogenannten Fiakers zu genießen. Ob für sich alleine oder in Gesellschaft, spielt dabei keine Rolle. Der Fiaker ist eine der Kaffeespezialitäten aus Österreich. Von seinem Ursprung her war er früher ein rein schwarzer Kaffee. Es gibt aber inzwischen einige unterschiedliche Variationen. Welcher man hierbei den Vorzug gibt, bleibt wohl jedem Einzelnen überlassen.
Kaffeespezialität aus Österreich
Seinen Namen hat der Fiaker wohl dem Umstand zu verdanken, dass dieser Kaffee von den bekannten Wiener Pferdekutschern angeblich gern zwischen zwei Fuhren getrunken wurde. Auch an kalten Tagen hätte es wohl trotz Wind und Wetter keinen besonders guten Eindruck auf die Kundschaft der Fuhrwerke gemacht, wenn der Kutscher öffentlich Alkohol zu sich genommen hätte. Daher wohl die etwas verschleiernde Verbindung mit dem Kaffee. Ob diese Anekdote nun zutrifft oder nicht, der Name ist auf jeden Fall geblieben.
Zubereitung des Fiaker
Ursprünglich wurde der Fiaker als ein reiner schwarzer Kaffee angeboten. Eines der gängigsten Rezepte für diese österreichische Spezialität ist einfach und schnell umgesetzt. Für die Zubereitung brüht man zunächst eine drei Viertel Tasse heißen, schwarzen Kaffee, indem man 7 Gramm Kaffeepulver mit heißem Wasser übergießt. Angerichtet wird der Fiaker in einem Glas. Darin wird ein Teelöffel Zucker und ein Teelöffel Kaffeesahne in den Kaffee eingerührt. Hinzu kommen 2 cl Kirschwasser und das Ganze wird mit einer nicht zu kleinen Haube gut geschlagener Schlagsahne garniert und natürlich heiß serviert.
Rezepte und Varianten der Kaffeespezialität
Es gibt auch Rezepte für den Fiaker, die anstelle von Kirschwasser Pflaumenschnaps, Cognac oder Rum beinhalten. Das Rezept mit Rum wird neben dem mit Kirschwasser recht häufig genannt. In anderen Varianten wird anstatt eines normalen Kaffees gelegentlich ein Mocca oder schon einmal ein doppelter Espresso genommen. Statt des normalen Zuckers kann auch Staubzucker (Puderzucker) zur Verwendung kommen. Ebenso kann man für die Dekoration einiges mehr tun. Etwas über die Sahnehaube geriebenes Schokoladenpulver und eine auf die Sahne aufgesetzte Kirsche als abschließende Garnierung sind weitere Möglichkeiten, um den Fiaker nicht nur optisch aufzuwerten.
Der Fiaker in der Tradition
In den Wiener Kaffeehäusern ist der Fiaker nicht unbedingt immer auf den Karten anzutreffen. Andere Wiener Kaffeespezialitäten sind hier etwas mehr vertreten. Dies dürfte ihm aber keinen Abbruch tun. Serviert wird er wie schon angesprochen in einem passenden Glas, nett arrangiert mit Teller und Deckchen. Dazu genügt es, einfaches leichtes Gebäck zu reichen. Einer angeregten, nachmittäglichen Plauderstunde steht dann nichts mehr im Wege.
