
- Der Fiat Panda als Nutzfahrzeug im Einsatz - Thomas Max Müller
Um 1980 wurde die Welt durch die Organisation WWF darauf aufmerksam gemacht, dass die Bärenart des Großen Panda vom Aussterben verurteilt ist. 1980 brachte Fiat einen sparsamen und einfachen Kleinwagen auf den Markt und taufte das Modell Panda. Sein Karosserieschneider Giorgio Giugiaro bezeichnete das Gefährt als Haushaltsgerät auf Rädern. Kennzeichen dieses Modells war unter anderem seine kantige Form mit großen glatten Flächen. Gar die Scheiben dieses Autos waren eben. In der Basisversion herrschte auch im Innenraum Sparsamkeit vor. Die Sitze waren mit Stoff bespannte Stahlrohrrahmen, die an Gartenmöbel erinnern.
Diese Form und die spartanische Innenausstattung machten den Wagen preiswert. Der Panda von Fiat trat das Erbe der Modelle Citroen 2 CV und Renault R4 an, deren Produktion um diese Zeit wegen neuer Ansprüche an Sicherheit und Abgasemissionen beendet wurde. So wurde der Panda zu einem preiswerten Volksauto. Aber auch zu einem Fahrzeug für Menschen, die auf Statussymbole keinen Wert legen und dies durch die Wahl dieses minimalistischen Autos bekundeten.
Der erste Fiat Panda
Die Produktion des Panda begann 1980 und wurde 2003 eingestellt. Der etwa 700 kg schwere Wagen wurde ausschließlich als Zweitürer mit Heckklappe gebaut und konnte mit einem doppelten Faltdach geordert werden. Beim Produktionsstart 1980 standen drei Motoren zur Auswahl. Ein luftgekühlter Benziner mit 650 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung von 22 kW stammte aus dem Fiat 126. Ein wassergekühlter Vierzylinder mit 847 oder 903 Kubikzentimetern und einer Leistung von 25 bzw. 33 kW stammte von dem Modell Fiat 850.
Ab 1986 wurde der Panda mit modernen FIRE-Motoren geliefert, die mit oben liegender Nockenwelle und fünffach gelagerter Kurbelwelle auf dem damaligen Stand der Technik waren. Diese Motoren gab es mit Hubräumen von 769, 999 und 1108 Kubikzentimeter und Leistungen 25 bis 40 kW. Wegen der Einführung des Katalysators wurde ab 1987 der Vergaser durch eine Benzineinspritzung abgelöst. Zwischen 1986 und 1992 wurde der Panda auch mit einem Dieselmotor mit 1,3 l Hubraum und 27 kW Leistung verkauft. Seit 1983 gab es eine geländegängige Version Panda 4x4 mit zuschaltbarem Allradantrieb von Steyr-Puch. Bis 2003 wurden bei Fiat über 4 Millionen Exemplare des Panda gebaut.
Die Version von Seat
In Spanien wurde der Fiat Panda von 1986 bis 1998 von Seat gebaut. Nach dem Verkauf von Seat an Volkswagen wurde der Name des Wagens von Seat Panda in Seat Marbella geändert und Varianten mit Dieselmotoren von VW angeboten. Die spanische Ausgabe basierte bis zum Auslaufen der Produktion 1998 auf den Pandamodellen der ersten Serie. Auf der Basis des Panda wurde bei Seat auch ein Kastenwagen, der Seat Terra, gebaut. Fast 600.000 Panda, Marbella und Terra liefen bei Seat vom Band.
Der Nuova Panda von 2003
2003 rollte ein völlig neues Fahrzeug mit dem Namen Panda auf die Straßen, das 2004 den Titel „Auto des Jahres“ errang. Dieser neue Panda ist erheblich größer, wird nur fünftürig geliefert und ist stärker motorisiert. Auch die Innenausstattung entspricht der üblichen Ausstattung in dieser Klasse unterhalb des VW-Golf. Produziert wird der neue Fiat Panda im Werk Tychy in Polen.
