Die Deutsche Fußballnationalmannschaft war die erste, die den Fifa WM-Pokal 1974 im Münchner Olympiastadion entgegen nehmen durfte. Davor erhielten die Weltmeister den Jules-Rimet-Pokal, der die Siegesgöttin Nike mit einem Pokalbecher darstellte. Dieser, so war es beschlossen, durfte behalten werden, wenn ein Land den WM-Titel drei Mal gewonnen hatte. Nachdem dies Brasilien im Jahr 1970 gelungen war, blieb der Pokal dort und zur Überreichung an die künftigen Weltmeister wurde ein neuer geschaffen. Zwar holte Italien mittlerweile vier und Deutschland drei WM-Titel, doch für den neuen Pokal gilt die Drei-Titel-Regel nicht mehr. Die Weltmeister erhalten jeweils eine Kopie, die lediglich vergoldet ist, das Original verbleibt bei der Fifa.
Gold für den WM-Pokal
Die Trophäe wurde 1971 von dem italienischen Bildhauer Silvio Gazzaniga entworfen. Gazzaniga, Jahrgang 1921, scheint gefragt zu sein, wenn es an das Entwerfen von Sportpokalen geht, er entwarf auch den Uefa-Pokal, den Uefa-Superpokal, den Pokal für die Gewinner der U21-Europameisterschaft, den Afrika-Cup, sowie den ÖFB-Cup-Pokal. Letztere Trophäe vergibt der Österreichische Fußballbund an die Sieger des ÖFB-Cups, der dem DFB-Pokal entspricht. Die Siegertrophäe für die Baseball-Weltmeister entwarf der Italiener ebenfalls. Wie die FIFA auf ihrer Website berichtet, wurde der Entwurf aus mehr als 50 Vorschlägen aus sieben Ländern ausgewählt. Was für Gazzaniga gilt, gilt auch für die Mailänder Gold- und Silberschmiede Bertoni : Man ist gefragt, wenn es um das Herstellen von Pokalen geht, neben dem Champions-League- und einigen anderen Fußball-Pokalen, stellten die Italiener auch den WM-Pokal her. Er wiegt 6,175 Kilogramm und ist 36,8 Zentimeter hoch. Der größte Teil der Masse, nämlich 4,9 Kilogramm besteht aus 18-karätigem Gold.
Zu erkennen sind zwei Figuren, es sollen natürlich Fußballspieler sein, die eine Weltkugel in ihren Händen halten. In den Sockel sind zwei Ringe aus Malachit eingelegt – das grüne Mineral wird gerne als Schmuckstein verwendet − und natürlich enthält er auch die Inschrift „Fifa World Cup“. Ursprünglich sollten in den Sockel auch die jeweiligen Weltmeister eingraviert werden, die FIFA lässt die Titelträger jedoch auf der Unterseite des Originals einritzen. Am Sockel der jeweiligen Nachbildung für die Weltmeister, der Weltfußballverband nennt diese Nachbildungen Fifa WM-Siegerpokal, wird jedoch eine kleine Plakette angebracht, auf der der Name des Weltmeisters und das Siegesjahr stehen.
Fifa -Zentrale Zürich: Heimstätte des WM-Pokals
Auf der Unterseite der Originaltrophäe stehen also bislang je zweimal die Namen Brasiliens, Argentiniens, Italiens und Deutschlands sowie einmal der Name Frankreichs. Ob demnächst vielleicht dreimal Brasilien, dreimal Argentinien oder doch dreimal Deutschland eingraviert sein wird, wird sich zeigen. In der Frankfurter Zentrale des DFB stünden dann im Falle eines Sieges drei Repliken in der Vitrine, das Original dagegen bewahrt die Fifa in ihrer Züricher Zentrale auf. Es ist zu hoffen, dass es dort niemand entwenden kann. Der echte Jules-Rimet-Pokal existiert nämlich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr. Nachdem die Statue bereits vor der WM 1966 gestohlen, jedoch nach einer Woche wiedergefunden wurde, kam sie dem späteren Besitzer Brasilien 1983 erneut abhanden. Die Diebe sollen sie jedoch eingeschmolzen haben und so haben die Brasilianer heute auch nur eine Nachbildung des ersten Pokals im Trophäenschrank stehen.
