
- Fischotter im Alpenzoo - Adele Sansone
Der katastrophale Tsunami am 11. März 2011 in Fukushima kostete tausende Menschen und sicher ebenso viele Tiere das Leben. Dass nun eines dieser verloren geglaubten Tiere wieder aufgetaucht ist, grenzt an ein kleines Wunder.
Das Fischotterweibchen "Tirol" überlebte den Tsunami
Laut Presseaussendung von Direktor Martys vom Innsbrucker Alpenzoo wurde bei dem Tsunami das Großaquarium von Fukushima stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Tiere, besonders viele Fische, starben bei dem Unglück, wurden unter Trümmern begraben, weggespült. Die Verluste waren groß. Neben vielen anderen Tieren war das erst vor einem Jahr nach Japan gelangte Fischotterweibchen verschwunden. Traurig setzten es die Mitarbeiter auf die Liste der verloren gegangenen Tiere. Ein Fischotter ist ein verhältnismäßig kleines Tier, das gegen die gigantische Welle eines Tsunami wenig Chance hat, das auch von Trümmern leicht verletzt oder begraben werden kann. Doch das kleine Wunder geschah. Mitarbeiter entdeckten den kleinen Fischotter und er ließ sich auch einfangen. Die Freude war dementsprechend groß.
Das "Aquamarine Fukushima" und das Erdbeben und der Tsunami am 11. März 2011
Offiziell heißt es "Marine Science Museum, Fukushima Prefecture", aber der Kurzname oder Kosename lautet ganz einfach "Aquamarine Fukushima". Im Juli 2000 wurde das neu erbaute Glas-Stahl-Gebäude eröffnet. Als das Erdbeben kam, waren noch viele Besucher im Gebäude. Diese wurden nach dem Erdbeben hinaus geleitet. Wie vile davon dem Tsunami entkamen, weiß niemand. 80 Mitarbeiter blieben freiwillig vor Ort. Der folgende Tsunami konnte dem Gebäude selbst nichts anrichten, aber die Außenbecken wurden restlos überspült. Die elektrischen Zuleitungen zerstört, die Notstromversorgung für die Becken und die Sauerstoffversorgung reichten nicht vollends aus.
Nach dem Tsunami stand das Gebäude von Aquamarine nur mehr alleine zwischen Trümmern da.
Sehr viele Fische kamen um, nur einige Meeressäuger und Meeresvögel wurden gerettet und in andere Zoos verbracht, wie Kamogawa Sea World, Ueno Zoo in Tokyo oder Tokyo Sea Life Park. (Garratt, Patrick (1 April 2011). "Japan earthquake: Fukushima Aquarium damage)
Das Aquarium von Fukushima und sein Geschenk aus Tirol
So stolz war Fukushima auf sein futuristisch anmutendes Aquarium, das fast vollständig aus Glas und Stahl gebaut ist. Lichtüberflutet in sämtlichen Etagen, ein wunderbares modernes Gebäude, das den Menschen das geheimnisvolle Leben vor allem unter Wasser, das Leben im Ozean, nahe bringen sollte. Dass dann gerade der Ozean so viel marins Leben zerstören würde, konnte niemand ahnen.
Vor knapp einem Jahr, am 13. Mai 2010, wurde dem Aquarium von Fukushima vom Alpenzoo (Innsbruck/Tirol) ein Fischotter als Geschenk überreicht. Begleitet wurde das Jungtier vom Kurator Dirk Ullrich. Dieser Fischotter sollte als Grundlage für eine neue Zucht in Japan dienen, da der japanische Fischotter leider ausgestorben ist. Als Dank an den Spender wurde das Tier auf den Namen "Tirol" getauft.
Der Fischotter Tirol als Symbol für das Überleben
Als der Fischotter, ein Tier von einer Größe von etwa 120 cm Länge inklusive Schwanz und knappen 15 kg Gewicht, wieder auftauchte, wurde er zum Medienstar. Das Fischotterweibchen Tirol hatte den Tsunami am 11. März in Fukushima unbeschadet überstanden. "Kein Mensch habe sich erklären können, wie der zierliche Wassermarder die Flutwelle unbeschadet überstanden hatte. Nun sei "Tirol" in aller Munde und gelte als Symbol für das Überleben nach der Katastrophe." "Tirol" wurde in einem anderen japanischen Zoo (Ueno in Tokyo) vorübergehend geparkt . Ob Aquamarine Fukushima jemals seine Tore wieder öffnen kann, ist derzeit noch ungewiss.
Otter "Ignaz" aus dem Tierpark Hellabrunn, der schon vor dem Tsunami in Sicherheit gebracht wurde, wurde mit umgesiedelt. Vielleicht ist es dem Otterpärchen doch noch vergönnt, als mögliche Neu-Eltern im nächsten Jahr den Japanern wieder ein Lächeln in die Gesichter zu zaubern.
