
- Salami aus deutscher Herstellung - C.v.Gerstenberg
Auch wenn im krisengeschüttelten Jahr 2009 der Fleisch- und Wurstverbrauch in Deutschland pro Kopf um 1,2 Prozent gesunken ist, essen über 90 Prozent der Deutschen täglich Fleisch. Dabei verzehren Männer im Durchschnitt fast doppelt so viel Fleisch wie die in der Regel gesundheits- und ernährungsbewussteren Frauen. Deshalb stehen im Jahr 2010 die über 1.500 Wurstsorten, die es in Deutschland gibt und zu denen sich noch unzählige regionale und lokale Wurstspezialitäten gesellen, wieder hoch im Kurs.
Wer konsumiert wie viel Fleisch und Wurst?
Am meisten Fleisch essen laut Informationen der Welternährungsorganisation (WHO) die Menschen in Uruguay, dicht gefolgt von den Amerikanern. Diese verzehren jährlich rund 124 Kilogramm Fleisch pro Kopf. In armen Ländern wie Bangladesh gehört Fleisch dagegen zu den absoluten Luxusgütern. Mit nur 3,2 Kilogramm pro Einwohner essen die Menschen hier weltweit am wenigsten Fleisch. Mit einem jährlichen Fleischkonsum von derzeit rund 85 Kilo liegt Deutschland zwar nicht an der Spitze des Konsums, aber relativ weit vorn.
Wurstherstellung hat bei uns eine lange Tradition
Die Wurstherstellung hat in Deutschland eine sehr lange Tradition, auch wenn bis heute unbekannt ist, wer die Wurst eigentlich erfunden hat. Fest steht, dass unsere Vorfahren bereits vor etwa 10.000 Jahren damit begannen, zuerst Schafe, später auch Rinder und Schweine als Haustiere zu halten und diese für ihre Ernährung zu nutzen. Etwa ab dem Mittelalter gewannen Wurstwaren stark an Bedeutung. Die ersten Fleischer bzw. Metzger, die zur damaligen Zeit vorwiegend Gasthöfe belieferten, erfanden immer mehr Rezepte und trugen so zur Verbreitung von Wurstspezialitäten bei. Im Lauf der Jahrhunderte wurden diese Rezepte verfeinert, und die Herstellungsverfahren differenzierten sich immer mehr aus.
Zum Wurstkonsum der Deutschen im Jahr 2009
Wurstspezialitäten wie Mortadella, Salami, Leberwurst oder Schinken gehören inzwischen traditionell zum Speiseplan der meisten deutschen Verbraucher. Die deutsche Fleischwarenindustrie hat im Jahr 2009 rund 1,47 Millionen Tonnen Wurstwaren produziert, das waren 2,6 Prozent mehr als noch 2007. Zu den gefragtesten Wurstwaren gehörten mit rund 859.000 Tonnen die Brühwürste mit einem Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den Brühwürsten zählen Wiener Würstchen und Bockwurst, aber auch Lyoner, Leberkäse, Jagdwurst und Bierschinken. Die Produktion von Rohwürsten steigerte sich um 2,5 Prozent auf 433.000 Tonnen. Zu dieser Gruppe gehören Salami, Mettwurst oder Teewurst, also Streichwurst aller Art. Ebenfalls sehr gefragt waren Kochwürste, deren Produktionsmenge 2008 erstmals seit Jahren wieder stieg und zwar um rund zwei Prozent auf insgesamt 175.000 Tonnen. Zur Gruppe der Kochwürste zählen unter anderem Rot- und Leberwurst (1).
Zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Fleisch- und Wursterzeugung
Der Herstellung von Fleisch- und Wursterzeugnissen kommt auch eine nicht zu unterschätzende volkswirtschaftliche Bedeutung zu. So wurden im Jahr 2009 laut amtlicher Statistik in Deutschland 7,51 Millionen Tonnen Fleisch erzeugt, das waren 3,3 Prozent mehr als 2008. Mehr als zwei Drittel davon entfiel auf Schweinefleisch. Die Erzeugung von Geflügelfleisch erreichte mit 1,21 Millionen Tonnen einen neuen Höchststand und fiel damit erstmals höher aus als die Produktion von Rindfleisch, die nur noch 1,19 Millionen Tonnen betrug.
Es lässt sich also feststellen, dass der deutsche Konsument aktuell vermehrt zum billigeren Schweine- und Geflügelfleisch greift, ein Trend, der aller Voraussicht nach bei den preisbewussten deutschen Verbrauchern auch in den nächsten Jahren anhalten wird.
(1) Quelle: http://www.animal-health-online.de/lme/2009/06/04/mehr-wurstwaren-in-deutschland-produziert/3551/
