Der Garten als Oase der Sinnlichkeit und Entspannung

Garten genießen und erleben, wie Pflanzen wachsen - Andrea Fettweis
Garten genießen und erleben, wie Pflanzen wachsen - Andrea Fettweis
Wer seinen Garten sorgfältig plant, kann einen Ort der Besinnung und Sinnlichkeit daraus machen, ohne sich zu viele Pflichten aufzubürden.

Wer an seinen Garten denkt und dabei nur über Rasenmähen, Pflanzen, Ernten, Schneiden und Wässern nachsinnt, hat ihn auf zu viele Pflichten reduziert und wird daher wenig Freude daran haben. Dabei ist ein buntes Stück Natur so viel mehr als Land, das bearbeitet werden muss. Im Gegenteil, es bietet einen lebhaften und sinnlichen Lebensraum, der sich ständig verändert und immer wieder ein neues Bild zeigt. Für so eine große Vielfältigkeit sollte man dankbar sein und sich darauf einlassen, sie zu erleben. Garten ist Bewegung: Blumenköpfe, Gräser, Blätter wiegen sich im Wind und wirken auf wohltuende Weise anregend ohne aufzuregen. Dazu kommen die unterschiedlichsten Düfte, Farben und Strukturen, die Augen, Ohren und Haut ansprechen und mit ihnen auf ihre Weise kommunizieren. Sie wollen Mut machen, mit der Natur zu leben, sie zu gestalten und sie zu erleben.

Den Garten in ein Paradies verwandeln

Ein wenig Mut gehört schon dazu, einen Garten richtig zu planen und zu gestalten. Aber um ihm wirklich begegnen zu können, muss man sich intensiv mit ihm beschäftigen. Dann nämlich kann man erkennen, welche Möglichkeiten dieser Lebensraum beinhaltet, egal wie groß oder klein er sein mag. Jeder kann Vorstellungen entwickeln, wie man einen Garten nach seinem Geschmack formt. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme und ein intensives Beobachten, wie sich der natürliche Raum darstellt. In jeder Ecke bekommt man eine andere Perspektive und automatisch ein anderes Bild vom Garten. Das kann die Bedürfnisse deutlich verändern, daher sollte man sich viel Zeit nehmen, um sie zu erspüren. Anschließend kann man sich entscheiden, wo man eine gemütliche Sitzecke am schönsten findet, wo Beete ihren Platz finden können, wo sich Wege entlang schlängeln dürfen und wo größere Gewächse wie Bäume Schatten spenden.

Von der Natur überraschen lassen

Wie der Garten schließlich aussieht, nachdem man seine ersten Pläne umgesetzt hat, kann niemand voraussagen. Manchmal ergeben sich überraschende Ergebnisse, mit denen man nicht gerechnet hat, und manches lässt sich nicht verwirklichen. Dann müssen neue Ideen her und so manche Situation bedeutet eine kleine Herausforderung. Wer aber gerade daran Gefallen findet und gerne beobachtet, wie sich der Garten entwickelt und verändert, kann so allerhand lernen, aber auch genießen. Pflanzpläne und Gestaltungsvorschläge werden zuhauf angeboten, aber ob sie gerade für diesen Garten passend sind, kann man nur herausfinden, wenn man sie ausprobiert. Feste Gegebenheiten wie Mauern, Treppen oder andere Elemente, die sich nicht verändern lassen oder verändert werden dürfen, müssen jedoch keine Hindernisse sein, sondern können als besondere Blickpunkte herausgestellt werden. Selbst verwittertes Holz oder rissiger Beton werden dann als malerische Details sichtbar, wenn man sie mit entsprechenden Pflanzen ergänzt.

Richtig Gärtnern

Viele Gartenbesitzer sehen die Tätigkeiten in ihrem Garten als Arbeit an und degradieren ihn damit zu einer Last. Statt ihn so zu gestalten, dass die Aktivitäten darin als lustvolle und meditative Bewegung erlebt werden, bürden sie sich zu viele Pflichten auf. Mit einer sorgfältigen Planung und einer pflegeleichten Gestaltung kann man dies jedoch vermeiden und gewinnt so mehr Zeit zum Genießen und Freuen. Statt kiloweise Kirschen zu pflücken, können Mußegärtner sich gemütlich setzen und beobachten, wie sich der Garten von Tag zu Tag verändert, sogar von Stunde zu Stunde: Je nach Wetterlage und Tageszeit leuchten die Farben der Blüten immer anders, ist ihr Duft mehr oder weniger intensiv und wachsen die Pflanzen manchmal so schnell, dass man dabei zusehen kann. Schade, wenn man diese Phänomene verpassen würde! Mehr Anregungen für sinnliches Gärtnern finden Sie in dem Buch von Gabriella Pape: "Meine Philosophie lebendiger Gärten".

Andrea Fettweis, Ernst Fettweis

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