Der gestiefelte Kater 2011

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Filmplakat "Der gestiefelte Kater" - google images
Am 8.12.2011 startet "Der gestiefelte Kater" in den deutschen Kinos. Mit Latino-Charme und sieben Leben kämpft er um verlorene Ehre und alte Freundschaft.

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit, wenn in den Familien der Wunsch und der gesellschaftliche Druck nach gemeinsam verbrachter Zeit ansteigt, hat Chris Miller für Paramount Pictures ein paar Märchen mit einander vermengt. Herausgekommen ist das teils amüsante, teils zusammenhanglose Patchwork "Der gestiefelte Kater".

Ein Kater mit neuem Image für ein neues Publikum

Die Geschichte lebt zu einem großen Teil von dem mitunter etwas abgehalfterten Charme des Teufelskaters, dem Feuergauner, dem gestiefelten Kater eben, dessen Absätze ganz schön hoch sind für seine Größe. Er ist so cool und so enttäuscht vom Leben wie Zorro und Desperado und da sich das Geschehen in Mexiko abspielt, ist es nur logisch, dass er im Original von Antonio Banderas gesprochen wird. Katzanova hat einen Augenaufschlag, der auch den härtesten Gefängniswärter erweichen kann und einen Hüftschwung, der die Damen reihenweise in Ohnmacht fallen lässt. Doch sein Herz gehört zu Beginn des Films noch ganz allein Mama.

Das ändert sich, als er Kitty Samtpfote begegnet, die (natürlich) von Selma Hayek gesprochen wird und wohl die Erste ist, die nicht auf seine Schmeicheleien hereinfällt. Dritter im Bunde ist Humpty Alexander Dumpty, das angebliche Gehirn des Trios. Letzterer ist Deutschland zu wenig bekannt, um Sympathieträger zu werden, man nimmt seine körperlich stark eingeschränkte Gestalt ohne Mitleid wahr, er bleibt trotz seiner intellektuellen Kapazitäten ein rückratloses Windei ohne Humor und ohne Visionen.

Harmlose Familienunterhaltung

Beide Katzen kommen bereits in "Shrek" vor und haben ihre wesentlichen Charaktermerkmale behalten. Doch zum Glück hat Chris Miller, obwohl er schon bei "Shrek 3" Regie führte, sie ansonsten völlig von dem grünen Oger befreit. Genauso hat sich der "Puss in Boots" von den Märchenfassungen von Grimm bis Perrault gelöst. In diesem Film wird neu gemischt mit den Märchen von "Jack und der Bohnenranke" und der "Gans, die goldene Eier legt". Während die Story um die Bohnentriebe, die bis zu einem zauberhaften Schloss in den Himmel wachsen, auch 3D-technisch schön gestaltet ist und irgendwie auch ein bisschen an "Avatar" erinnert, wirkt die monströse Gans, die über das Heimatdorf von Humpty und dem Kater herfällt, allerdings relativ deplaziert.

Den Erwachsenen mag es bei diesem Film vielleicht an Dramaturgie und Straffheit ein wenig mangeln, es gibt zu wenig Reminiszenzen auf andere Filme im Sinne von "Erste Regel des Bohnenclubs: Man spricht nicht über den Bohnenclub. Zweite Regel des Bohnenclubs: Man spricht nicht über den Bohnenclub." - Na, wer hat's erraten?

Die jüngeren Zuschauer werden jedoch gewiss von den vielen Witzen und den gelungenen Verfolgungjagden in 3D gefangen genommen werden. Die dargebotene Welt besitzt eindeutige Orientierungspunkte, es gibt die Guten und die Fiesen, wie das wirklich böse und sehr hässliche Gangsterpärchen Jack und Jill. Am Schluss hat der Kater seine seit langem verlorene Ehre wieder hergestellt und kann erst von Mama und dann von Kitty in die Arme geschlossen werden. Spätestens jetzt ist jedem rechtzeitig zum Fest der Liebe noch einmal klar geworden, dass materieller Besitz eben nicht alles ist und übermäßige Habgier nur ins Unglück führen kann.

Lesen Sie auch wie Antonio Banderas ins Mikro schlabbert von Caroline Stern.

Anuschka Kirschnick, Dainora Usaite

Anuschka Kirschnick - Nach einem Studium der deutschen und russischen Literaturen habe ich in verschiedenen bodenständigen Berufen wie Köchin, ...

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