
- Peter Alexander - Gerhard Kosuch
Tausende Menschen, unter ihnen viele Prominente, nahmen am Samstag, den 19. Februar 2011 für immer Abschied vom großen österreichischen Entertainer, Schauspieler, Sänger und Showmaster Peter Alexander, der mit 84 Jahren in Wien unerwartet verstorben war. Eigentlich war von Seiten der Familie keine öffentliche Aufbahrung geplant, aber wegen der riesigen Anteilnahme der Menschen bekamen diese die Möglichkeit, von dem unvergleichlichen Künstler Abschied zu nehmen. Vor dem Sarg war sein Foto im Großformat aufgestellt. So kannten und liebten ihn alle seine Fans.
Abschied von Peter Alexander
In den Kondolenzbüchern finden sich viele Eintragungen, in denen sein Lebenswerk ganz persönlich gewürdigt und die starke Verbundenheit mit dem verstorbenen Künstler bewegend ausgedrückt wird. Eine davon lautet: „Du warst ein Teil meines Lebens und ein großes Vorbild. Lebe wohl!“ Unter den vielen Prominenten befanden sich neben anderen der Direktor des österreichischen Rundfunks Alexander Wrabetz, Kollege Peter Rapp, seine Filmpartnerin Waltraut Haas aus dem Unterhaltungsfilm "Im weißen Rößl" und zahlreiche Politprominenz. Die Beisetzung selbst wird kommende Woche im engsten Familienkreis unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Details dazu wurden nicht bekannt gegeben.
Peter Alexander: "Das tat ich alles aus Liebe..."
Das Lebenswerk des charmanten Entertainers, Showmasters, Sängers und Schauspielers war von Freude, Herzlichkeit und Zuneigung geprägt. In einer mit vielen unlösbaren Problemen behafteten Welt strahlte sein freundliches und offenes Wesen echte Menschlichkeit aus, mit der er auf heitere und lustige Weise Eingang in die Herzen fand. So avancierte er zum Publikumsliebling und schuf sich damit eine unübersehbar Fangemeinde, die ihn sein ganzes Leben lang treu begleitete.
Als Peter Alexander Ferdinand Maximilian Neumayer wurde er am 30. Juni 1926 in Wien geboren. Schon während seiner Schulzeit zeigten sich seine schauspielerischen Talente. Als Kriegsgefangener in britischer Haft bewies er dies bei Theaterauftritten und musikalischen Präsentationen. Nach seiner Entlassung begann er 1946 eine Ausbildung als Schauspieler am Max Reinhardt Seminar, die er 1948 hervorragend abschloss. Von da an trat er nur noch unter seinem Künstlernamen Peter Alexander auf. Auch als Sänger leichter Schlagermusik wurde er bald bekannt und widmete sich zudem heiteren Operettenstücken.
Ein Querschnitt aus seinem künstlerischen Schaffen
Als Darsteller und Sänger trat er ab der fünfziger bis in die siebziger Jahre in unzähligen Unterhaltungsfilmen auf, wie "Im weißen Rössl" 1960, "Die lustige Witwe" 1962 oder "Hurra die Schule brennt" 1969 und feierte daneben mit seinen Schlagern große Erfolge. Wer kennt nicht "Der Mond hält seine Wacht" von 1955, "Der letzte Walzer" aus 1967 oder "Delilah" vom Jahre 1968. Äußerst beliebt war seine "Peter Alexander Show", die 1963 zuerst im WDR und dann ab 1969 bis 1996 im ZDF und ORF mit überragenden Einschaltquoten lief. Er zeigte darüber hinaus sein soziales Engagement in einer Galasendung für die Deutsche Krebshilfe im Jahre 1975. Auf seinen zahlreichen Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde der von seinen vielen Fans auf Händen getragene Publikumsliebling stürmisch bejubelt.
Sein überaus reiches Lebenswerk wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht. So erhielt er unter anderem mehrmals die "Goldene Kamera", den "Bambi", den "Goldenen Bildschirm", die "Goldene Romy" und den "Löwen von Radio Luxemburg". Auch der Deutsche Schallplattenpreis waren darunter und viele andere öffentliche Auszeichnungen und Publikumspreise. Seine Heimatstadt Wien und Österreich würdigten sein Werk dabei auf besondere Weise mit verschiedenen Ehrenbezeugungen. Peter Alexander hat als herausragender Star der Unterhaltungsbranche eine reiche und lebendige Spur hinterlassen und mit seiner Art gezeigt, dass es auch in diesem Genre möglich ist, echte Menschlichkeit an vorderster Stelle zu platzieren.
Buchtipp: Michael Wenk / Barbara Löhr: Peter Alexander - Das tat ich alles aus Liebe. Ueberreuter
2006. 192 Seiten. ISBN: 3800071819
