
- Baby Ameisenbär - N.Potensky
Ameisenbären sind beliebt in Tiergärten, besonders weil sie bei ihrer Aufzucht schön zu beobachten sind. Nun ist es wieder soweit, ein Junges ist da.
Hombrecito - das kleine Ameisenbärenbaby in Schönbrunn
1,4 kg schwer und 35 cm groß ist der neue Nachwuchs, der am 27. November 2011 in Schönbrunn geboren wurde. Stolze Eltern sind Mama Emilia und Papa Silva. Ilse, die Ameisenbärentante quasi, kann Mama Emilia gute Tipps geben, denn sie brachte im Jahr 2000 sogar Zwillinge auf die Welt und zog sie erfolgreich auf. "Willkommen, kleiner Hombrecito, im Südamerikapark."
Zwei Ameisenbärenweibchen in Schönbrunn
Die 15jährige Ameisenbärendame Ilse bekam im Frühjahr 2010 eine neue Mitbewohnerin: Die zehn Monate alte Emilia aus dem Zoo Dortmund ist nach Wien übersiedelt. "Zur Begrüßung haben sich die beiden Weibchen ausgiebig mit ihren langen, dünnen Schnauzen beschnuppert. Eines steht fest: Sie können sich gut riechen.", so Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. „Ilse und Emilia verstehen sich blendend. Ameisenbären sind zwar Einzelgänger, aber die beiden spielen ausgelassen miteinander und fressen nebeneinander ihren Futterbrei."
Die zehn Monate alte Emilia ist eben erst ihren Kinderschuhen entwachsen. Bis zu sechs Monate trägt Mama Ameisenbär ihr Junges am Rücken beschützend mit sich herum. Geschlechtsreif ist ein Ameisenbärenjunges erst nach einem Jahr. Für Ilse ist das junge Ameisenbärenweibchen eher noch Kinderersatz als Konkurrenz. Ein köstlicher Einblick ins Leben von Ilse und Emilia. Die ersten Wochen verbrachten die zwei Ameisenbären in der alten Anlage gegenüber vom Aquarienhaus, doch der Umzug stand schon fix am Programm, die Eröffnung des neuen Südamerika-Parks. Die Ameisenbären teilen sich die "3.500 Quadratmeter große Anlage gemeinsam mit Flachlandtapiren, Wasserschweinen, Vikunjas, Seriemas und Nandus", so lauten die Angaben von Schönbrunn.
Am 8. Oktober 2010 zog Ameisenbär Silva aus dem englischen Colchester Zoo ins Südamerika-Haus ein. Silva wurde von den beiden Ameisenbärweibchen Ilse und Emilia bestens aufgenommen. Auch Silva fühlt sich in Wien sichtlich wohl. Das Ergebnis: Hombrecito!
Der neue Südamerika-Park im Herzen von Wien - im Tiergarten Schönbrunn
Schönbrunn setzt seine in den letzten 20 Jahren erworbene Tradition fort: naturnahe Lebensbereiche schaffen und damit Tieren, die geografisch, klimatisch und ökologisch so auch in ihren ursprünglichen Gebieten zusammen leben, eine neue Heimat geben. Nach dem Regenwaldhaus und dem Wüstenhaus bekamen nun die Bewohner Südamerikas einen passenden gemeinsam bewohnbaren Bereich: den Südamerika-Park. Am 10. Juni 2010 wurde im Tiergarten Schönbrunn nach zwei Jahren Bauzeit die Großanlage eröffnet. In der rund 3.500 Quadratmeter großen Anlage, die von Hügeln und Bächen durchzogen ist, leben Große Ameisenbären, Wasserschweine, Flachlandtapire und Vikunjas in einer friedlichen Wohngemeinschaft. Dazu kommen noch südamerikanische Vögel wie Nandus und Seriemas.
Die weitläufige Anlage, durchzogen von Hügeln und Bächen, soll an die südamerikanische Pampa erinnern, auch wenn es klimatisch nicht ganzjährig immer die passenden Temperaturen gibt. Bewusst wurde ein lang gestreckter Grundriss gewählt, wie auch bei den Elefanten, weil er einerseits der Bewegungsfreude der tierischen Bewohner entgegenkommt, weil dabei aber auch Rückzugsmöglichkeiten für die einzelnen Tiergruppen ermöglicht werden. Frei nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Man muss sich ja nicht immer nur mögen.
Die neue Heimat der Ameisenbären von Schönbrunn
An den Rändern des Parks befinden sich zwei Tierhäuser. Das Haupthaus ist im Osten, mit begrüntem Dach und Solaranlage, das auch als Nacht- und Winterquartier dient. Hier wartet auf die Ameisenbärinnen das Highlight der Anlage: ein künstlicher Termitenhügel. Zwar werden hier in Wien keine Termiten geboten, dafür bekommen die Ameisenbären einen passenden Nahrungsbrei. Mit ihren rund 55 Zentimeter langen, klebrigen Zungen können die Großen Ameisenbären aus dem Hügel den Futterbrei lecken. Da der Termitenhügel auf der Besucherseite offen ist, können die Besucher dieses faszinierende Schauspiel beobachten, täglich um 14.30 Uhr ist Fütterungszeit. Das kleinere Tierhaus dient als Mutter-Kind Quartier, aber auch als Station bei Krankheiten oder anderen Gründen zur Trennung der Tiere. Von der Dachtribüne aus hat man einen wunderbaren Blick, nicht nur auf den Südamerika-Park, sondern auch auf die angrenzende Robbenanlage. Gespannt kann man sein, ob in den nächsten Jahren auch bald eine Mama Ameisenbär mit ihrem gestreiften Jungen am Rücken mitten durch die Wiener Pampa streifen wird, gemeinsam mit den Capybaras, den Tapiren und den Seriemas. Für diesen Umbau wurde auch der Tiergarten Schönbrunn im Zoo-Ranking durch A. Sheridan ausgezeichnet.
Durch Bejagung und Landkultivierung sind sowohl der Ameisenbär, als auch die Flachlandtapire stark gefährdet. Deshalb beteiligt sich der Schönbrunner Tiergarten auch mit diesen Tierarten beim Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).
Quellen: Tiergarten Schönbrunn
Bildnachweis: Tiergarten Schönbrunn/N. Potensky, D. Zupanc ; Adele Sansone
