
- Windparks, das große Geschäft - Birresborn / Messe Husum
Ausgerechnet in dem kleinen beschaulichen Ort Langenhorn (Nordfriesland) will man die Windräder nicht mehr haben. Dort, so zeigt sich in der ARD-Reportage "Windkraft - nein danke?", sind viele gar nicht mehr begeistert von der neuen Technologie. Einige Bürger haben eine Initiative gestartet gegen den Aufbau weiterer dieser riesigen Windmühlen. Sie erzeugten zu viel Lärm, heißt es, zerstörten die Landschaft und führten zu einer "Entwertung" der wohnlichen Häuser in Langenhorn, das ca. 30 Kilometer nördlich der Kreisstadt Husum liegt.
Beim Thema "Windräder" scheiden sich die Geister
Diesen Argumenten können sich aber nicht alle Langenhorner anschließen. Stimmt nicht, sagen andere, hauptsächlich Bauern mit Grundbesitz, der sich auf diese Weise gut vermarkten lässt, alles Quatsch, Windparks sind gut und richtig. Beim Thema "Windkrafträder" scheiden sich inzwischen immer mehr die Geister. Für die einen zählen wirtschaftliche Interessen, für die anderen ökologische. Trend aber ist, möglichst viele Windkraftanlagen aufzustellen, egal wo.
Und so ragen nicht nur in Nordfriesland neben den Landstraßen die 150 Meter hohen Windräder empor, überall an der Küste vermehren sie sich geradezu massenhaft. 22.000 Windräder sind in Deutschland bereits aufgestellt, allein in Schleswig-Holstein, einem traditionell touristischen Gebiet mit vielen Grünflächen, Sand und Meer, existieren schon jetzt gut 3.000 dieser modernen Windmühlen. Doch die bleiben nicht alleine: Es sind noch viele hundert mehr in der Pipeline.
Die Bundesregierung unterstützt den Wirtschaftsboom
Dass Windkraftanlagen so beliebt sind, hat weniger mit ihrer Schönheit und ihrer Effizienz - schon heute soll es mehr Stromerzeugung geben als notwendig ist -, zu tun als mit dem lohnenden Geschäft. Die Bundesregierung hat es sich auf die Fahnen geschrieben, den Wirtschaftszweig weiter auszubauen und unterstützt ihn reichlich mit Fördermitteln.
In Vietnam werden schon Windparks en masse gebaut
Damit nicht genug, auch international will man absahnen: Als Kanzlerin Angela Merkel kürzlich mit einer Bundestags- und Wirtschaftsdelegation in Ostasien weilte, war die Windenergie selbstverständlich ein Thema, besonders in Vietnam. Dort ist man bereits aktiv: Die GIZ leistet eigenen Aussagen zu Folge bereits "logistische und technische Hilfe", organisiert etwa die "Aus- und Fortbildung vietnamesischer Facharbeiter" und unterstützt "beim Aufbau von netzgekoppelten Windparks". Von 2008 bis heute wurde das Projekt mit einem Volumen von 1.000.000 Euro angesetzt.
Vietnam braucht jedes Jahr zusätzlich 15 Prozent mehr Strom
Die Investition dürfte sich lohnen. Vietnam ist ein wachsender Markt der Superlative und mit einem Riesenverbrauch an Energien: Gut 15 Prozent mehr Strom werden jedes Jahr im Vergleich zu dem vorangegangenen verbraucht. Und weil das Land im Wesentlichen ein schmaler Landstrich ist, ergibt sich eine mehrere tausend Kilometer lange Fläche, an der die Windräder künftig ihren "Job" tun könnten.
Die Wind-Energy ist seit jeher in Husum "zu Hause"
Kein Windkrafthersteller will da abseits stehen, wenn sich die Gewinne haushoch multiplizieren dürften. Ein gutes Anschauungsbeispiel hierfür ist die WindEnergy, die größte Windenergiemesse der Welt, die alle zwei Jahre in Husum stattfindet. 35.000 Besucher zieht es dann nach Nordfriesland, fast 1.000 Aussteller bringen ihre neuesten Errungenschaften zur Begutachtung und zum Verkauf, die Geschäfte laufen 1a.
Quellen:
- ARD Eins Extra, 02.11.2011, 06.45 Uhr
- GIZ
- Messe Husum
- VCCI
