Der Havaneser - Familienhund mit Suchtpotential

Herkunft, Eigenschaften, Aussehen

Havaneser - Denise Fritsch
Havaneser - Denise Fritsch
Der Havaneser ist ein liebenswerter, quirliger Kleinhund, der seiner Familie immer treu zur Seite steht.

Der Havaneser gehört der Familie der Bichons an und ist mit dem Malteser, Bologneser, Löwchen, Bichon Frisé sowie dem Coton de Tulear verwandt. Diese Rassegruppe stammt aus der westlichen Mittelmeergegend. Die genaue Herkunft des Havanesers ist umstritten. Es wird vermutet, dass italienische Seefahrer Anfang des 17. Jahrhunderts Malteser nach Kuba brachten und sich der Havaneser durch weitere Züchtungen entwickelte. Seinen Namen hat er schließlich von der kubanischen Stadt Havanna erhalten. In Kuba wurde er insbesondere von den höheren Gesellschaftsschichten geschätzt. Ende der 1950er Jahre kam es jedoch infolge der Kubanischen Revolution zu sozialistischen Umbrüchen in der Gesellschaft. Das hatte zur Folge, dass der Havaneser als Symbol der verachteten Bourgeoisie ausgerottet wurden. Nur einige wenige Kubaner konnten zusammen mit ihren Hunden in die USA flüchten. In den Vereinigten Staaten konnte der Havaneser in den 1970er Jahren von Dorothy Goodale nachgezüchtet und damit erhalten werden. Goodale hatte von einigen Exilkubanern elf Havaneser erwerben können, die die Grundlage für weitere Züchtungen bildeten.

Erscheinungsbild

Der Havaneser ist ein kleiner, kräftiger Hund mit sehr üppigem und langem Deckhaar ohne Unterwolle. Das Haarkleid ist entweder glatt oder gelockt und sehr weich. Ein Vorteil dieser Rasse ist, dass Havaneser nicht haaren. Lediglich in der Umstellungsphase vom Welpen- zum Erwachsenenfell kann es zu leichtem Haarausfall kommen. Für viele Hundehaarallergiker bietet diese Rasse deshalb häufig eine Möglichkeit, doch noch einen Hund besitzen zu können.

Die Fellfarben der Havaneser variieren im Gegensatz zu den anderen Bichonrassen: Viele Havaneser sind beige, hellbraun oder schwarz bzw. haben mehrere Farben. Seltener sind reinweiße, chocolat- oder apricotfarbene Hunde.

Dunkelbraune, mandelförmige Augen mit einer schwarzen Umrandung sind charakteristisch für diese Rasse. Die Rute wird hoch getragen und ist idealerweise über den Rücken gerollt.

Die Größe eines Havanesers liegt in der Regel zwischen 23 und 27 cm (Schulterhöhe). Das Gewicht schwankt je nach Körperbau und Größe zwischen 4 und 9 kg.

Eigenschaften und Verhalten

Der Havaneser ist aufgrund seines freundlichen und geselligen Wesens ein idealer Familienhund. Seine Gesichtszüge erinnern an ein liebevolles Lächeln; nur wenigen Menschen gelingt es, diesem Blick zu widerstehen.

In seiner Familie sucht sich der Havaneser immer eine Bezugsperson, nach deren Nähe und Aufmerksamkeit er besonders trachtet. Aber auch Fremden gegenüber verhält er sich sehr aufgeschlossen. Klingelt es an der Tür, schlagen die meisten Havaneser lautstark Alarm. Die ankommenden Gäste werden danach stürmisch begrüßt - dabei macht es keinen Unterschied, ob es ein bekanntes Gesicht ist oder ein fremdes. Ein Havaneser empfängt jeden Menschen mit großer Freude. Sein Anspruch, gerne im Mittelpunkt zu stehen, wird in diesen Momenten besonders deutlich.

Durch sein ausgeprägtes Gefühl für Stimmungslagen und Situationen, weiß der Havaneser jedoch genau, wann er sich zurückhalten soll. Er passt sich an die Lebensgewohnheiten seiner Familie an und wird dadurch zu einem problemlosen Begleithund. Ob im Büro, im Restaurant oder bei einem Familienfest - durch seine ruhige Art ist der Havaneser immer ein gern gesehener Gast.

In manchen Hundeschulen herrscht noch immer der Glaube, dass kleine, niedliche Hunde wie die Havaneser „Schoßhunde" seien und deshalb nicht erzogen werden müssten. Diese Denkweise ist jedoch völlig falsch. Wie jeder Hund braucht auch der Havaneser eine solide Grunderziehung. Der Halter muss seinem Hund unbedingt zeigen, dass er der Rudelführer ist. Ansonsten kann es passieren, dass der Hund seine Grenzen immer weiter austestet und sich dadurch Eigenschaften angewöhnt, die ein glückliches Zusammenleben auf Dauer unmöglich machen.

Ein Havaneser ist ein sehr gelehriger Hund. Er lernt mit Begeisterung neue Kunststücke oder Sportarten. Dog Dancing oder Agility sind Herausforderungen, die der kleine Wirbelwind freudig annimmt. Ebenso liebt er die täglichen Spaziergänge im Park oder längere Wanderungen durch Wälder und Wiesen.

Pflege

Die Pflege eines Havanesers ist aufwendig. Das Fell muss mehrmals in der Woche gekämmt werden, damit keine Verfilzungen entstehen. Da einige Havaneser zu Tränenfluss neigen, müssen auch die Augen täglich gesäubert werden.

Kosten

Die Anschaffungskosten für einen Havaneser mit Zuchtpapieren liegen zwischen 1000 und 1200 Euro.

Denise Fritsch - Jahrgang 1982, Studium der Politikwissenschaften, Sinologie, Germanistik und Soziologie in Bochum, Shanghai und Hagen. Denise Fritsch lebt ...

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