
- Beim Havelfischer in Werder - Harald Rossa
Der Nordteil des Havel-Radweges führte bis in das Zentrum von Berlin-Spandau. Hier startet die nächste Etappe bis Brandenburg an der Havel. Und zum markierten Weg gibt es durchaus attraktive Alternativen. Die sind mal ein Umweg wie bei der Variante über Sacrow oder eine Abkürzung wie die Varianten via Ketzin.
Von Spandau nach Potsdam sind es etwa 25 Kilometer
Der Bahnhof Spandau liegt praktisch am Weg. Von hier geht es südwärts auf dem rechten Havelufer via Gatow nach Kladow. Wer sich für die militärische Luftfahrt interessiert, der macht einen kleinen Abstecher zum Luftwaffenmuseum, das am Wege liegt. Auf dem anderen Ufer grüßt der Grunewaldturm.
Von Kladow geht es mit der Fähre - tagsüber im Stundenrhytmus, im Sommer ist der Platz für Räder schon mal belegt - hinüber nach Wannsee. Ein Stück Hauptstraße, dann geht es in den Wald und auf die Pfaueninsel zu. Sie markiert den Beginn der Potsdamer Park- und Schlösserlandschaft. Das Schloss Glienicke mit seinem schönen Park liegt am Weg zur Glienicker Brücke. Auf der anderen Seite der Straße ist das Jagdschloss Glienicke zu erkennen.
Die Brücke über die Havel trennte einst Ost und West. Nun ist sie die Verbindung zwischen Berlin und Potsdam mit den unzähligen Kulturschätzen. Auf Radwegen oder Nebenstraßen ist die Stadt, die an einigen Stellen eine einzige Baustelle ist, gut zu passieren. Wer mag, der fährt auch durch den Park Sanssouci. Aber nur auf den für Radler freigegebenen Strecken. Auf allen anderen Wegen sind Räder tabu und die Parkwächter der SPSG verteilen teure Knöllchen.
Die Alternative zur Fähre Kladow-Wannsee nach Potsdam
Wenn die Fähre nach Wannsee gerade weg ist oder sogar keinen Platz für Räder mehr hat, das ist kein Beinbruch. Einfach gerade aus weiter radeln. Das sind zwar ein paar Kilometer mehr. Aber dafür gibt es einen besonderen Höhepunkt an der Strecke.
Etwa 2 km hinter dem Fähranleger in Kladow ändert sich die Umwelt schlagartig. Aus dem Vorort Kladow geht es direkt ins ehemalige Grenzgebiet. Der Postenweg an der Havel, ein Teil des Berliner Mauerweges, führt in das idyllische Sacrow. Ein Schloss, ein Park und vor allem die direkt am Havelufer stehende Heilandskirche erzwingen eine Rast. Von der Kirche aus reicht der Blick hinüber zur Glienicker Brücke und zum Schloss Babelsberg.
Von Sacrow aus geht es durch einen schönen Wald nach Krampnitz. Ein Stück muss an der Bundesstraße 2 entlang geradelt werden. Die Landschaft auf der anderen Straßenseite ist leider ein Truppenübungsplatz. Bei Neu Fahrland geht es über den Sacrow-Paretzer-Kanal und dann durch die Stadt Potsdam. Je nach Interesse lässt sich der Weg durch die brandenburgische Landeshauptstadt unterschiedlich gestalten.
In Neu Fahrland besteht die Möglichkeit zur Wahl einer großen Abkürzung über Ketzin.
Von Potsdam nach Brandenburg
Wer in Potsdam den Weg verloren hat, der orientiere sich Richtung Werder und Brandenburg. Am Stadtrand von Potsdam wird dann eine Landschaft erreicht, wo der wegweisende Fluss kaum noch zu erkennen ist. Eine Seenlandschaft hat sich hier entwickelt und wird von der Havel durchflossen. Es geht via Geltow, wo eine Handweberei am Weg nach alter Art Stoffe mit historischen Mustern erzeugt, nach Werder. Die Inselstadt sollte einen Besuch wert sein. An den Ufern gibt es nette Einkehrmöglichkeiten. Aber dem berühmten Obstwein aus Werder, unter Kennern als Bretterknaller bekannt, sollte nicht zu intensiv zugesprochen werden.
Über die Dörfer Phöben und Schmergow geht es nach Deetz. Vor dem Ort grüßt ein hoher Berg, der vor allem aus Berlin stammt. Bauschutt wird hier aufgetürmt. Das Heimatmuseum gibt weitere Auskünfte. Den Kirchturm von Deetz hat ein Storchenpaar besetzt. Der Blick hinauf kann lohnend sein.
Bei Deetz gab es einst Ton und somit auch Ziegeleien. Daher führt der Weg nun durch ein Gewirr von Erdelöchern, aus denen einst der Ton gefördert wurde. Dann geht es in die Götzer Berge. Hört sich schlimmer an als es ist. Der Radweg nach Gollwitz führt meist um diese Berge herum. Dann sind es nur noch wenige Kilometer bis in das Zentrum der Stadt Brandenburg an der Havel.
Die Alternative auf dem Nordufer der Havel
Von Schmergow führt ein Weg zur Ketziner Fähre. Die hat für einige Fahrräder eigentlich immer Platz oder fährt auch mal eine Extratour für einzelne Radler. Zwischen Paretz und Ketzin liegt der Fähranleger auf dem Nordufer. Auch wer diesen Weg als Abkürzung wählt: einen kleinen Schlenker nach Paretz mit dem Schloss und dem Kutschenmuseum sollte er sich gönnen. Das sind gerade mal zwei Kilometer extra.
Ansonsten geht es auf wenig befahrenen Nebenstraßen in Richtung Beetzsee und Brandenburg. Wer sich Brandenburg ganz schenken muss, was sehr zu bedauern wäre, der radelt über Mötzow und Radewege auf Pritzerbe zu. Wobei eine Rast auf dem Domstiftsgut Mötzow zu empfehlen ist. Der hier wirtschaftende Vielfruchthof bietet Spargel, Obst und Gemüse zum Mitnehmen und lecker zubereitet zum sofortigen Verzehr in Haus oder Hof.
Karten für diesen Teil des Havel-Radweges
ADFC-Regionalkarte Potsdam Havelland, Maßstab 1:75.000, Bielefelder Verlagsanstalt
