
- Heringsvarianten - Karin Knorr
An Sonn- und Feiertagen möchte man oft etwas ganz besonderes auf den Tisch zaubern. Da kann es schon vorkommen, dass man nicht weiß, was man kochen soll. Ganz anders ist es an den Weihnachtsfeiertagen. Da wird meist traditionell gekocht. So werden zum Beispiel Kartoffelsalat und Wiener am Heiligen Abend gegessen. Die Weihnachtsgans oder Ente gehören an den Weihnachtsfeiertagen zu den beliebtesten Gerichten. In vielen Regionen kommt der Heringssalat traditionell Weihnachten auf den Tisch.
Der Hering - Vorkommen
Vom Hering gibt es zwei Unterordnungen, sechs Familien, 84 Gattungen und etwa 376 Arten. Man hatte früher sogar Städte in der Nähe der Laichplätze und Durchzugsgebiete gegründet. Für die Hanse war der atlantische Hering eines der wichtigsten Handelsgüter. Der atlantische Hering, der über ein weiträumiges Verbreitungsgebiet verfügt, ist im Atlantik, in der Ostsee und der Nordsee zu finden. Bis weit hinein in das 20. Jahrhundert gab es so viele Heringe, dass er als Arme-Leute-Essen galt. Leider sind die Bestände durch die veränderte Ökologie und starke Befischung zurückgegangen. Jedoch kann man den Hering laut Fischratgeber von Geenpeace bedenkenlos essen.
Der Hering - Verarbeitung
Den frisch gefangenen Fisch nennt man grünen Hering. Er wird gebraten gegessen oder sauer zu Brathering eingelegt. Filetierten Hering verarbeitet man zum Beispiel zu Bismarkhering oder Rollmops. Auch geräuchert schmeckt er sehr gut. Hier spricht man von einem Bückling. Die Herstellung des Matjesfilets wurde ursprünglich in Holland entwickelt. Hier wird ein junger, noch nicht geschlechtsreifer Hering verwendet. Früher wurden die Heringe in Salz eingelegt und somit über einen längeren Zeitraum haltbar gemacht. Die Salzheringe verwendet man, um marinierten Hering zuzubereiten. Ebenso verwendet man dafür den Matjes. Und nicht zu vergessen sind die vielen Heringssalatvariationen.
Der Hering - Inhaltsstoffe
Der Hering schmeckt nicht nur gut, er hat auch viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu bieten. Damit gehört er zu den fettreichsten Fischen. So wirkt die wertvolle Omega-3-Fettsäure (Eicosapentaensäure) bei Entzündungen, besonders bei Rheuma und Arthrose. Ebenso positiv ist die Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Die B-Vitamine im Hering aktivieren den Stoffwechsel im Körper und heben die Stimmung. Vitamin D ist gerade im Winter wichtig, weil durch weniger Sonnenlicht die Vitamine nicht optimal produziert werden. Vitamin E und Selen als Kombination fangen freie Radikale ab. Das Spurenelement Jod ist im Hering ebenfalls reichlich vorhanden, welches wichtig für unsere Schilddrüse ist.
Der Hering – Ein Fisch mit Traditionen
Heringsgerichte haben eine lange Tradition. So war es zum Beispiel bei den Bergleuten nach einer Schicht üblich, den Kohlenstaub mit einem Rollmops und einem Glas Milch hinunter zu spülen. Nach einer durchzechten Nacht gilt das Fischröllchen als Muntermacher und Hausmittelchen gegen den Kater. Grund sind die im Fisch enthaltenen Mineralien und der hohe Salzgehalt. In vielen Regionen, wie zum Beispiel im Erzgebirge oder in Oberfranken wird an Weihnachten der Heringssalat besonders aufwendig zubereitet und ohne Beilage gegessen. An anderen Orten gibt der Hering dem Kartoffelsalat eine spezielle Note. Auch in den Nordischen Ländern ist der Heringssalat mit Roter Beete nicht vom Weihnachtsmenü wegzudenken.
Hering-Kartoffelsalat
Zutaten: 600 g fest kochende Kartoffeln, 300 g Matjes, 300 g kleine Gewürzgurken, 1 Apfel, 1 kleine Zwiebel, 100 ml Senf, 300-400 g Salatcreme, Petersilie
Zubereitung: Kartoffeln kochen und leicht abkühlen lassen. In der Zwischenzeit alle Zutaten klein schneiden, in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer gut abschmecken. Dann Kartoffeln in Scheiben schneiden und noch lauwarm unter heben. Alles gut durchziehen lassen. Gut ist es, den Kartoffelsalat am Morgen zubereiten und am Abend essen.
