"Der Herr der Ringe Online" kostenlos spielen

Tänzelndes Pony (Bree) - Turbine, Inc. / S. Spill
Tänzelndes Pony (Bree) - Turbine, Inc. / S. Spill
Das MMORPG "Der Herr der Ringe Online" kann gratis heruntergeladen und kostenlos gespielt werden. Bei "free to play"-Titeln stimmt das nur bedingt.

Das Online-Rollenspiel Der Herr der Ringe Online vom amerikanischen Entwickler Turbine, Inc. wurde 2007 veröffentlicht. Seit dem streifen Tausende Spieler durch diese virtuelle Interpretation von J.R.R. Tolkiens Fantasywelt mit dem prägenden Namen Mittelerde und erfreuen sich an der detailverliebten Unterhaltung und den spannenden Kämpfen. Egal ob als Hobbit, Zwerg oder Mensch, ausgebildet zum Waffenmeister oder Jäger, um nur zwei Professionen zu nennen, rücken die Spieler alleine oder gemeinsam den Schergen Saurons und Sarumans auf den Pelz. Seit November 2010 darf jeder kostenlos mitspielen.

Drei Erweiterungen für das Online-Spiel

Wie in dem oben verlinkten Artikel zu lesen ist, hangeln sich die Spieler in Der Herr der Ringe Online entlang dem roten Faden der Bücher Tolkiens durch den Ringkrieg. So treffen sie mal kurz vor oder nach der Ringgemeinschaft an markanten Orten ein. So viel sei verraten, die Wetterspitze darf auch im Spiel erklommen werden. Charaktere wie der Wirt des Tänzelnden Ponys oder Streicher bitten um Mithilfe, um Frodo und seinen Freunden die schwere Bürde zu erleichtern. Sogar Charaktere, die es im Film gar nicht und im Buch auch nur als Randnotiz auftauchen, Radagast der Braune beispielsweise, haben ihren eigenen Auftritt in diesem stimmungsvollen Online-Spiel.

Die erste Erweiterung schickt die Spieler in die Tiefen der Minen von Moria, in die Dunkelheit und in die Arme des Balrog. Die Maximalstufe der Spielercharaktere erhöht sich mit diesem Add-on von Stufe 50 auf 60, legendäre Gegenstände können gefunden und genutzt werden und zwei neue Klassen, der Hüter und der Runenbewahrer, erweitern das Repertoire der Professionen. Die Erweiterung Belagerung Düsterwalds erhöhte den Maximallevel um weitere fünf Stufen. Neue Instanzen und der Kampf gegen einen Ringgeist werden den Spielern als Aufgabe gestellt. Der Aufstieg Isengarts aus dem Jahr 2011 hebt die maximale Spielerstufe erneut um weitere zehn auf 75 an. Mehr als 400 neue Aufgaben, verteilt über drei große neue Gebiete, stehen den Spielern neben einem überarbeiteten Handwerkssystem mit dieser Erweiterung zur Verfügung.

Wie weit kommt man kostenlos in Lotro?

Viele Fans sagen einfach nur HdRO oder LotRO zum Spiel, was die Kurzform für den deutschen Titel Herr der Ringe Online oder die englische Variante Lord of the Rings Online ist. Wie weit kommt man also im Tolkienschen Paralleluniversum, ohne auch nur einen einzigen Cent auszugeben? Klipp und klar gesagt, bei Erfahrungsstufe 50 ist erst einmal Schluss. Darüber hinaus geht es ohne gekaufte Erweiterungen und Zusatzpakete nicht mehr weiter. Allerdings wird schon der Weg bis dahin ab Stufe 20 durchaus unbequem. Zum einen gönnt der Entwickler dem Spieler nur drei anstatt fünf Taschen, um gesammelte Gegenstände mitzuführen. Und da HdRO ein reichhaltiges Universum ist, quellen die Taschen gerne über. Vor allem, wenn Spieler einem oder sogar zwei handwerklichen Berufen nachgehen, wird es spätestens nach zwanzig Erfahrungsstufen eng am Gürtel. Zwar lassen sich mit den verschiedenen Nebenaufgaben - töte 20 Spinnen, finde die fünf Relikte der Dúnedain und ähnlichem Zeitvertreib, der durchaus interessante Orte und Geschichten von Mittelerde aufdeckt - sogenannte Turbin-Coins verdienen. Mit der Zeit summieren diese sich sogar zu anfänglich beachtlich klingenden Mengen.

Schaut man aber im Shop nach, reicht es meist nicht für mehr, als für einen zusätzlichen Fähigkeitenplatz oder für die einfache Reitlizenz. Wer sich richtig anstrengt und alle Nebenaufgaben bewältigt, der wird sich in den höheren Stufen der kostenlosen Karriere vielleicht sogar eine, wenn man sparsam war, sogar zwei Zusatztaschen für das Inventar leisten können, aber wer so lange spielt und immer noch auf Sparfuchs machen muss, der ist entweder wirklich bettelarm oder ein ausgewachsener Geizhals. Im späteren Spielverlauf wird allerdings das Limit an monetärem Besitz zum Hauptproblem, denn wer maximal zwei Stücke Gold mit seinem Avatar anhäufen kann, der hat es ohne fremde Hilfe schwer, sich ein Pferd für drei Gold zu kaufen. An dieser Stelle kommt entweder ein klassisches Monats-Abonnement zum Einsatz oder der Spieler erwirbt die gewünschten Inhalte und Zusätze einzeln im spieleigenen Laden, in dem mit erkauftem virtuellem Geld weitere Inhalte zu erstehen sind.

Geld, wem Geld gebührt

Ja, man kann vieles in Turbins Mittelerde umsonst erleben. Ausprobieren. Stundenlang drauf los spielen, Leute kennenlernen, einer Gilde beitreten, wilde Abenteuer erleben und die wirklich außergewöhnliche Atmosphäre genießen. Bis Stufe zwanzig, vielleicht sogar noch etwas weiter, machen sich die Einschränkungen des kostenlosen Spieles auch kaum bemerkbar. Allerdings wird jeder in diesen 10 bis 30 Stunden herausgefunden haben, was ihm das Spielerlebnis wert ist und dann das entsprechend Geld in die Hand nehmen oder aufhören zu spielen. Wer Spaß an HdRO findet, der sollte nicht lange fackeln und seinen Account mit der monatlichen Gebühr auf den Premium-Status aufwerten und wenn es nur für einen Monat ist. Zusätzliche Charakterplätze, alle fünf Taschen und weitere Inhalte bleiben auch nach Ablauf eines bezahlten Monats erhalten. Das ist günstiger, als die enthaltenen Dinge im Shop einzeln zu kaufen. Danach kann dann jeder selbst entscheiden, was ihm wichtig ist.

Was die Inhalte bezüglich Spieler gegen Spielwelt (PvE) angeht, kann das virtuelle Mittelerde es selbst mit dem Gigant World of Warcraft aufnehmen. Wer es allerdings lieber etwas blutiger mag und auf den Kampf gegen andere Spieler scharf ist, der wird vielleicht mit dem inzwischen auch kostenlos spielbaren Age of Conan glücklicher.

Fazit

Ganz kostenlos kann man Der Herr der Ringe Online von Turbin, Inc. nicht spielen. Dafür gewährt der Entwickler hinreichend kostenlose Möglichkeiten, sich mit allen Spielinhalten vertraut zu machen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen, ob man dabei bleibt oder ob das Spiel doch nichts für einen ist. Für diese Zugänglichkeit gebührt dem Hersteller alles erdenkliche Lob. Niemand kauft gerne die Katze im Sack, was auch die MMORPG-Hersteller so langsam kapieren.

Stefan Spill, .

Stefan Spill - Stefan Spill, 1976 in Mainz geboren, ist ein deutscher Redakteur und Schriftsteller (erste Buchveröffentlichung wird derzeit ...

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