Der Hobbit kehrt 2011 nach Neuseeland zurück

Sonnenaufgang für den Hobbit-Dreh in Neuseeland? - FxReid
Sonnenaufgang für den Hobbit-Dreh in Neuseeland? - FxReid
Nach dem Kinoerfolg der Herr der Ringe-Trilogie wird auch der literarische Vorgänger, J.R.R. Tolkiens "The Hobbit", von Peter Jackson in Neuseeland verfilmt

Nachdem der monumentale Dreiteiler der "Herr Der Ringe"-Verfilmung des Neuseeländers Peter Jackson erwartungsgemäß von 2001 bis 2003 zum weltweiten Kinoerfolg wurde, lag es nahe, den Erfolg der fesselnden Hobbit-Abenteuer zu erweitern. Da kam es gelegen, dass es seit mehr als einem halben Jahrhundert eine literarische Vorlage gibt, die die Vorgeschichte zur Odyssee der Ringträger erzählt: "Der Hobbit", 1937 unter dem Originaltitel "The Hobbit or There an Back Again" veröffentlicht, war allerdings zunächst als Kinderbuch für J.R.R. Tolkiens eigenen Nachwuchs gedacht. Doch die dunkle Seite der Macht ist bekanntlich stark, so dass "Der Herr der Ringe" – ähnlich wie eine andere in die Vergangenheit erweiterte Trilogie der Fantasy/SF-Filmgeschichte – erweitert werden sollte. Und zwar nicht unbedingt kindgerecht, denn die sich zuspitzende finstere Stimmung der Kinofassung der Ringtrilogie sorgte für die Altersfreigabe FSK 12.

"Der kleine Hobbit": Bilbo Beutlins erstes Abenteuer als Erweiterung der Mittelerde-Trilogie

"In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit." Dieser berühmte Satz, mit dem Tolkiens Erzählung des ersten Abenteuers der "kleinen Leutchen, etwa halb so groß wie wir, kleiner noch als die langbärtigen Zwerge" beginnt, legte bereits den Grundstein der detailliert beschriebenen Welt um Mittelerde, die Generationen von Lesern in ihren Bann zog. Und doch ist "Der Hobbit" im Kern eine klassische Novelle, die den gemütlichen und eigentlich keineswegs abenteuerlustigen Hobbit Bilbo in ein Leben voll mit Abenteuern, Gefahren und Magie wirft. Doch der Pelzfüßige muss seine Reise zum einsamen Berg und seinem Bewohner, dem mächtigen Drachen Smaug, nicht alleine antreten. Der Zauberer Gandalf steht ihm bereits zur Seite, ebenso wie eine Delegation von 13 Zwergen als auftraggebende Reisebegleitung. Die Jagd nach dem Schatz des Drachen bildet den Hintergrund für verschiedene Episoden, die sich erzählerisch in der späteren Trilogie wiederfinden: Gollum und der eine Ring, Kämpfe mit den finsteren Orks und wegweisende Begegnungen mit Elben – und nicht immer krisenfesten Menschen.

Mittelerde lag unbemerkt in Neuseeland – bis zum nächsten Tolkien-Spektakel

Die Verfilmung von Tolkiens überaus dichtem erzählerischen Meisterwerk LotR fand in Neuseeland eine angemessene Heimat. Denn das Inselreich im Südpazifik bot nicht nur zahlreiche Landschaften, die wie für die Visualisierung Mittelerdes geschaffen schienen, sondern eben auch die nötige filmische Infrastruktur in der Hauptstadt Wellington und nicht zuletzt reichlich Englisch sprechende und überaus tatkräftige Einheimische als Helfer und Statisten. Da bot es sich an, auch die Geschichte des Bilbo Beutlin, der auszog, dem Drachen Smaug unter dem einsamen Berg den gestohlenen Zwergenschatz zu entreißen, am anderen Ende der Welt zu drehen. Denn schließlich leben nur in Neuseeland noch heute seltsame und uralte drachenähnliche Kreaturen, und einen einsamen Berg gibt es natürlich auch. Bereits im Dezember 2007 verkündete das Produktionsteam um Peter Jackson mit den Studios MGM und New Line Cinema, dass auch "The Hobbit" verfilmt werden sollte, und zwar ähnlich wie die LotR-Blockbuster als am Stück gedrehtes, mehrteiliges Fantasy-Spektakel.

Der Hobbit und seine Verfilmung in Zeiten der Wirtschaftskrise

Grundlage der Verfilmung sollte nicht nur Bilbos Abenteuer aus Tolkiens Kinderbuch sein, sondern auch Nebenhandlungen wie die Entwicklungen von Gandalf und Sauron sowie der zeitliche Lückenschluss bis zum Beginn der "Herr der Ringe"-Handlung in "Die Gefährten". Peter Jackson sollte als Executive Producer die Regie dem Kollegen Guillermo del Toro überlassen, der sich mit Hollywood-Produktionen wie "Hellboy" (2004 & 2008) und "Pans Labyrinth" (2006) einen Ruf als Fantasy-Spezialist erworben hatte. Del Toro zog nach Neuseeland und arbeitete zusammen mit Jackson am Drehbuch und den Vorbereitungen für die Sets, Produktionsdesigns und Drehorte. Auch die Spezialisten der Weta Digital Studios in Wellington warfen die Rechner für die digitale Tricktechnik an, die Auenland- Erdhöhlen der Hobbits wurden reaktiviert und die abgeräumten Drehorte vorsorglich neu bepflanzt. Der geplante Start der Dreharbeiten im März 2010 musste allerdings mehrfach verschoben werden, da MGM als ausführende Produktionsfirma kurz vor der Insolvenz stand – Schulden von 3.7 Milliarden Dollar machten jeden weiteren Dreh unmöglich. Zwar bot der Time Warner-Konzern zwischenzeitlich an, das verschuldete Studio zu übernehmen. Allerdings besetzten schließlich die Gläubiger – Banken und Finanzmakler – den angeschlagenen MGM-Betrieb mit ungewisser Zukunft. Im Mai 2010 warf del Toro das Handtuch, was zunächst wie der Todesstoß für die filmische Umsetzung des Hobbit wirkte.

"Doch da hatte ihn die Drachenkrankheit befallen, für die Menschen wie er überaus anfällig sind: Er flüchtete mit dem größten Teil des Goldes und verhungerte in der Wildnis, von allen Begleitern im Stich gelassen" (letzte Seite von Tolkiens "Hobbit").

"Der Hobbit" ist nicht totzukriegen: Drehbeginn 2011 in Neuseeland

Im Oktober 2010 dann scheinbar die Wendung, als der Neuseeländer Peter Jackson als Mittelerde-Veteran den Regieposten übernahm und nach langen Verhandlungen endlich die Freigabe durch die beteiligten Studios MGM, New Line Cinema und Warner Bros kam. Nun soll das Projekt mit einem Budget von 500 Millionen Dollar sogar die teurste Produktion der Filmgeschichte werden. Noch ist aber nicht sicher, ob der gesamte Film in 3D gedreht werden kann, wie es für so große Produktionen heute üblich ist. Allerdings konnte das Casting der "Hobbit"-Darsteller vielversprechend abgeschlossen werden. Neben bewährten Bekannten wie Sir Ian McKellen als Gandalf und Andy Serkis als Gollum wird als Hauptdarsteller des jungen Bilbo Beutlin ein weiterer, der Kernzielgruppe aus Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" bekannter Schauspieler nach Neuseeland reisen: Engländer Martin Freeman. Nicht mehr zu sehen sein wird Christopher Lee als Saruman, da sich der bald 90-jährige den langen Flug nach Neuseeland nicht mehr zutraut. Allerdings schien es keineswegs sicher, ob tatsächlich wieder in Neuseeland gefilmt werden könnte, obwohl sich Neuseelands Premierminister John Key persönlich dafür einsetzte. Der Startschuss wurde durch einen Streik der lokalen Schauspieler-Gewerkschaft MEAA sowie den Brand in einer Wellingtoner Produktionshalle für Filmmodelle verzögert. Die Produktionsfirmen prüften bereits Ausweich-Locations in England und Osteuropa, die für einen ungestörten Ablauf der Dreharbeiten sorgen sollten – ganz ohne weitere Katastrophen. Doch es gibt nur eine Mittelerde, und die liegt am anderen Ende der Welt.

Ab Februar 2011 ist Drehbeginn in Neuseeland – hier ein paar interessante (englischsprachige) Eindrücke mit Peter Jackson –, der erste Teil von "Der Hobbit" soll dann im Dezember 2012 in die Kinos kommen, der zweite Teil ein Jahr später.

FxReid Ständiger Autor Australien&Ozeanien-Reisen, © FxReid

Felix Reid - Ständiger Autor im Ressort Australien- & Ozeanien-Reisen; Freier Autor für unterhaltsame Golfsport-Beiträge; Ghostwriter ...

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