Der Horrorfilm von 2000-2009

Über die Entwicklung des Horrorfilms in der letzten Dekade, von Remakes und herausragenden Genrebeiträgen.

Das letzte Jahrzehnt war vor allem bestimmt durch zahlreiche Remakes alter Genrefilme. So handelt es sich bei Filmen wie The Texas Chainsaw Massacre (2003), Dawn of the Dead (2004), oder Rob Zombies Halloween (2007) um Neuauflagen alter Genreklassiker, die ihre Vorbilder in Sachen Gewaltdarstellung zumeist übertrumpfen. Einige dieser Remakes, wie z.B. The Hills have Eyes (2006), wurden inzwischen sogar fortgesetzt.

Doch nicht nur alte Klassiker wurden neu verfilmt, auch Spiele stellten für zahlreiche Genrefilme die Vorlage dar. Silent Hill (2006) gehört dazu, ebenso Resident Evil (2002). Letzterer brachte es gar auf zwei Fortsetzungen, Teil vier steht in den Startlöchern.

Herausragende Filme, darunter Saw, The Descent und Eden Lake

Doch trotz allem gab es auch zahlreiche gelungene Beiträge, die nicht auf Spielen oder Werken vergangener Tage basieren. Behind the Mask – The Rise of Leslie Vernon (2006) brachte beispielsweise das Kunststück fertig, dem Slasher-Film neue Seiten abzugewinnen. Der Höhlenschocker The Descent – Abgrund des Grauens (2005) spielt mit den Urängsten des Menschen und dreht dabei gnadenlos an der Spannungsschraube, und der Überraschungshit Saw (2004) brachte es nicht nur auf sechs Teile (ein siebenter folgt bald), sondern sogar zur erfolgreichsten Horrorfilmreihe aller Zeiten.

Herausragend waren auch Produktionen wie der schockierende Eden Lake (2008) oder Rob Zombies Haus der 1000 Leichen (2003) nebst Fortsetzung. Neue Franchises wie der originelle Final Destination (2000) und seine Sequels, sowie die in Backwood-Gefilden wandelnde Wrong Turn-Reihe, die 2003 ihren Ursprung nahm, wurden aus der Taufe gehoben. Der Werwolf-Horror Ginger Snaps (2000) vermengte wölfische Umtriebe mit den Problemen der Pubertät. Und dem Schocker Hostel (2004) folgten eine ganze Reihe ähnlicher Produktionen, die sogenannten Torture Porns bzw. Folter-Pornos. Und in Freddy vs. Jason (2003) trafen schließlich zwei Legenden des Horrorfilms aufeinander: Freddy Krueger und Jason Vorhees, die sich am Crystal Lake einen gnadenlosen Showdown lieferten.

Zombies im neuen Jahrtausend

Das schon vor Jahrzehnten totgesagte Subgenre des Zombiefilms erlebte eine ganze Welle neuer Produktionen unterschiedlicher Qualität. Auch der Urvater des modernen Zombiefilms persönlich, George A. Romero, ließ es sich nicht nehmen, gleich drei Beiträge zu inszenieren: Land of the Dead (2005), Diary of the Dead (2007) und Survival of the Dead (2009). So wurde aus seiner legendären Zombie-Trilogie binnen eines Jahrzehnts ein Sechsteiler.

Doch nicht nur Romeros Werke erlebten eine Fortsetzung. Auch die beliebte Re-Animator-Reihe bekam mit Beyond Re-Animator (2003) einen vorerst letzten Teil spendiert.

Der Zombiespaß Shaun of the Dead (2004) wurde ein großer Erfolg bei Fans, auch der gelungene Fido- Gute Tote sind schwer zu finden (2006) nimmt sich und das Genre nicht allzu ernst. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch 28 Days later (2002) und seine Fortsetzung 28 Weeks later (2007), auch wenn es sich bei den dort wütenden Infizierten streng genommen nicht um Zombies handelt. Der spanische Schocker Rec (2007) inszenierte Untote im Handkamera-Stil von Blair Witch Project. Mit Zombieland (2009) fand schließlich ein hochbudgetierter Beitrag zur Zombiewelle seinen Weg auf die Leinwand.

Für gemischte Gefühle bei Fans sorgt freilich der Umstand, dass die modernen Untoten häufig rennen können.

Horror international: Martyrs, Black Sheep und Co.

Besonderes Aufsehen erregten im letzten Jahrzehnt eine Reihe knüppelharter Schocker aus Frankreich. Filme wie High Tension (2003), Inside (2007) und Martyrs (2008) sorgten mit ihrer radikalen Gewaltdarstellung für allerhand Gesprächsstoff.

Und auch zahlreiche weitere Länder lieferten neues Futter für Genrefans: z.B. Norwegen mit Manhunt Backwoods Massacre (2008), Neuseeland mit Black Sheep (2007) und Australien mit Wolf Creek (2005) und Storm Warning (2007). Aus Japan kamen groteske Splatterepen wie Tokyo Gore Police (2008), welche aber nur bedingt dem Horrorgenre zuzurechnen sind.

So war auch das letzte Jahrzehnt, trotz häufig bemängelter Kreativlosigkeit, wieder ein aufregendes für Genrefans. Und wie jede Dekade ihre Highlights hat, werden sicherlich auch einige, wenn auch wenige, Beiträge der letzten einmal als Klassiker gelten.

Hagen Winsmann, Foto: Fotoatelier Wege

Hagen Winsmann - Hallo, Mein Name ist Hagen Winsmann. Ich studiere seit Oktober 2005 Prähistorische Archäologie an der ...

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