Der IFA Horch H3 A - ein interessantes Oldtimernutzfahrzeug

Horch Sachenring PKW - Christoph S.
Horch Sachenring PKW - Christoph S.
Der Lastkraftwagen Horch H3 A war die erste reale Neuentwicklung eines solchen Fahrzeugs in der ehemaligen DDR.

Das Fahrzeug war eine völlig eigenständige Entwicklung des VEB Horch in Zwickau. Die Firma hatte international einen guten Ruf. Der Buchstabe H stand dabei für Horch. Das Fahrzeug gehörte für Jahrzehnte zum Straßenbild der DDR. Die Plattform des H3 A ermöglichte die Anpassung des Fahrzeugs an viele spezielle Bedürfnisse. Zu Beginn stand die Transportmöglichkeit von Lasten im Vordergrund. Das Fahrzeug wird heute nicht mehr gebaut, stellt aber ein gutes Stück Zeitgeschichte im Fahrzeugbau dar.

Die technischen Daten des Fahrzeuges Horch H3 A

Dieses Fahrzeug besitzt einen Vierzylinder-Reihen-Dieselmotor mit Wirbelkammer. Der Hubraum hat 6.024 Kubikzentimeter. Die Leistung beträgt 80 PS bei 2000 Umdrehungen pro Minute. Der Motor wird durch Wasser gekühlt. Die Lichtmaschine hat 12 Volt und bringt 300 Watt. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Zweischeiben-Trockenkupplung auf die Hinterachse. Das Fünfgang-Schaltgetriebe ist unsynchronisiert. Die Lenkung erfolgt mechanisch über eine Schnecke. Der Horch H3 A hat eine hydraulische Allrad- und eine mechanische Feststellbremse.

Als Fahrwerk dient ein U-Profilrahmen mit Starr-Achsen vorn und hinten. Die Vorderachse ist als geschmiedete Faustachse ausgebildet. Die Hinterräder sind doppeltbereift. Das Fahrzeug besitzt Blattfedern vorn und Blattfedern mit Zusatzfedern hinten. Die Bodenfreiheit beträgt 220 Millimeter. Die Spurweiten betragen vorn 1652 und hinten 1654 Millimeter. Das Fahrzeug hat eine Länge von 6194 Millimeter, eine Breite von 2370 Millimeter und eine Höhe bis zur Fahrerhausoberkante von 2795 Millimeter. Der Horch H3 A erreicht eine Geschwindigkeit von 68 Kilometer pro Stunde. Es darf eine Nutzmasse bis zu 3500 Kilogramm zu geladen werden. An der geteilten Frontscheibe sind zwei gegenläufige Scheibenwischer angebracht.

Die Entwicklung des H3 A

Die Fahrzeugentwicklung in der DDR ging oftmals seltsame Wege. Der Horch H3 A wurde in den Jahren 1950 bis 1958 gebaut. Es gab 26 verschiedene Aufbauten. Im Oktober 1945 schlug die Auto-Union in Sachsen der damaligen sowjetischen Besatzungsmacht vor, eine Produktion von Nutzfahrzeugen aufzunehmen. Man hatte in Zwickau noch die Konstruktionspläne des Auto-Union Lastwagen AU 1500 und es gab Restbestände von einigen Hundert Maybach-Ottomotoren. Im Jahre 1947 begann die Produktion des IFA Horch H3 mit Maybach-Motoren aus Restbeständen. Der ehemalige Chefkonstrukteur von VOMAG in Plauen kam an Unterlagen seiner früheren Firma heran. Mit seiner Hilfe wurde aus dem VOMAG-Baukasten die Motorenreihe EM entwickelt. Der Vierzylinder-Diesel EM-4-20 kam in den H3 A. Der spätere Sechszylindermotor trieb ab 1952 den H6 an. Auf der Leipziger Messe wird 1949 eine Eigenentwicklung des H3 A vorgestellt. Im Oktober 1950 beginnt die Serienproduktion. Durch eine neue Hinterachse wird die Nutzlast von 3000 Kilogramm auf 3500 Kilogramm erhöht. Im Juli 1954 erhält das Fahrzeug ein neues Getriebe. Aus dem VEB Betrieb Horch wird 1957 der VEB Sachsenring. Pro Jahr wurden 2000 Fahrzeuge hergestellt. Ab 1958 erscheint der Nachfolger, der S 4000.

Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten des Horch H3 A

Bereits im zweiten Produktionsjahr schuf man Bautrupp-Wagen für die Mitarbeiter der Post sowie der Gas- und Energieversorgung. Später folgten verschiedene Kasten- und Kofferwagen für die Deutsche Post. Solch ein Kastenwagen wurde auch als „Fahrender Klub“ für die kulturelle Betreuung der Landbevölkerung eingesetzt. Viele Städte und Verkehrsbetriebe meldeten nun ihren speziellen Bedarf an. Es wurde ein Turmwagen entwickelt, der zur Reparatur von Oberleitungen der Straßenbahnen und O-Busse diente. Es gab einen Müllwagen, der die massenhafte Abfallentsorgung in Mülltonnen bewältigen konnte. Auf der Grundlage des Horch H3 A gab es einen Sprengwagen mit großem Tankaufbau sowie Straßenkehrmaschinen. Die Feuerwehr bestellte das Tanklöschfahrzeug TLF 15 mit einem 2000 Liter Löschwassertank. Der H3 A diente auch als Basis für Tankwagen und Sattelschlepper.

August Horch, ein Pionier des Automobilbaues

August Horch wurde 1968 als Sohn eines Schmiedes in Winningen an der Mosel geboren. Nach erfolgreicher Gesellen-Prüfung als Schmied ging er auf Wanderschaft. Ab 1988 absolvierte August Horch die Ausbildung zum Ingenieur für Maschinen und Motorenbau in Mittweida. Im Jahre 1896 wird er von Carl Benz zum Betriebsleiter des Motorwagenbaus der Firma Benz & Co in Mannheim ernannt. Mit einem Startkapital von 30.000 Mark gründet Horch mit einem Teilhaber in Köln-Ehrenfeld die Firma „August Horch & Cie“. Hier widmet er sich vor allem der Konstruktion von Personenkraftwagen. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten muss der Betrieb nach Reichenbach im Vogtland verlagert werden.

Im Jahre 1903 gelingt der Bau eines Fahrzeugs mit einem vierzylindrigen Motor und 1907 entsteht ein sechszylindrisches Fahrzeug. Wegen Streitigkeiten scheidet Horch aus seiner Firma aus, die unter dem bisherigen Namen bestehen bleibt. Er gründet in Zwickau eine neue Automobilfirma unter dem Namen Audi. Im Jahr 1917 wählt der Verein Deutscher Motorfahrzeug-Industrieller August Horch in den Vorstand.1922 wird ihm die die Würde des „Dr.Ing.h.c.“ von der Technischen Hochschule in Braunschweig verliehen. Horch führt im Jahre 1923 die Linkslenkung ein, die später weltweit übernommen wird. Wegen der Weltwirtschaftskrise fusionieren die Audi-Werke AG, die Horch-Werke AG, die Zschopauer Motorenwerke und die Automobilabteilung der Wanderer-Werke zur „Auto-Union Sächsischer Motorfahrzeugfabriken“. Als Logo wählt der Vorstand vier nebeneinander angeordnete Ringe, die sich überschneiden. Im Jahre 1951 stirbt August Horch in Münchberg.

Quellen:

  • Rolf Gescheidle-Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik - Verlag Europa Lehrmittel
  • Herrmann- Neue Kraftfahrzeugkunde - VEB Fachbuchverlag Leipzig
  • Peter Illing- Kraftfahrzeugelektrik - VEB-Verlag Technik Berlin
  • August Horch - Ich baute Autos - Schützen Verlag Berlin

Nachweis der Bilder: Bild 1 © Peter Schmidt./ Pixelio.de * Bild 2 © Templermeister / Pixelio.de * Bild 3 © Christoph S. / Pixelio.de * Bild 4 © GeeSpot / Pixelio.de * Bild 5 © St.Leup / Pixelio.de

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Alfred Graf - Nach dem Abitur studierte ich an der Uni in Greifswald. Von dort wechselte ich an eine Militärhochschule. Viele Jahre wohnte ich ...

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