
- Haus in Guarda mit Sgraffiti - Judith Weibrecht
Durch drei Alpenländer auf einen Streich führt eine typische Grenzgängerroute per Rad am Inn. Das ist so „in“ wie der „Inn“! Er fließt schon über 12.000 Jahre und verbindet drei Sprachen sowie unzählige Dialekte. Auf dem Innradweg geht es los bei den stolzen Zwei- bis Dreitausendern im Engadin in der Schweiz. Dort verlässt der Fluss als Bergbach den Lunghiner See und rauscht an berühmten Orten wie St. Moritz, Pontresina oder Scuol vorbei.
Engadiner Sgraffiti, Tiroler Panorama, Bayerisches Voralpenland und Oberösterreich
Unbedingt nicht zu verpassen ist ein Zwischenstopp in den Dörfern Ardez und Guarda. Dort sind fast alle Häuser noch mit traditionellen Engadiner „Sgraffiti“ bemalt. Die Motive reichen bis ins sechzehnte Jahrhundert zurück. Weiter geht es durch das schöne Tirol in Österreich bis zum Bayerischen Voralpenland und den Hügeln des Unteren Inn in Bayern und Oberösterreich.
Grandioses Alpenpanorama
„Inn“ ist vor allem das Alpenpanorama, das vom Fluss aus zu genießen ist: Die vier Innstauseen oder das oberbayerische Voralpenland. Alz und Salzach kommen noch hinzu: ein „Trio Alpine“. Drei Gebirgsflüsse auf einen Streich gewürzt mit oberbayerischer Kunst, beispielsweise in Altötting oder in Burghausen mit der längsten Burganlage Europas. Viel Kultur und Brauchtum in klarer Gebirgsluft sind garantiert, genauso wie die echten bayerischen Biere und Brotzeiten, die den Radler wieder auf die Beine bringen.
Beschilderung
Die Beschilderung ist fast durchgehend. Zwischen St. Moritz und Martina weisen die Schilder der „Radroute 6“ (Graubünden-Route) den Weg, in Tirol „Inntal-Radweg“-Schilder, in Bayern und Oberösterreich grüne Symbolfiguren auf weißem Grund.
Streckenverlauf
Die Gesamtlänge der Strecke von der Quelle im Oberengadin/Schweiz bis nach Passau/Deutschland beträgt 517 km. Davon fährt man 231 km durch Deutschland, größtenteils auf eigenen Radwegen, aber manchmal auch auf Nebenstraßen und stärker befahrenen Hauptstraßen.
Beschaffenheit und Eignung des Radwegs
Der Radweg verläuft überwiegend eben, ohne nennenswerte Steigungen. Die Strecke ist nur teilweise hügelig. Der Innradweg ist somit besonders auch für Familien mit Kindern und untrainierte Radfahrer geeignet. Die Wege sind leicht befahrbar und mit gut ausgebauter Infrastruktur ausgestattet (Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Hotels und Pensionen etc.). Die Route ist allerdings nicht durchgehend asphaltiert, auch Schotterwege sind Teil der Radroute. Stärkere Steigungen sind zwischen Maloja und Landeck und zwischen Landeck und Innsbruck zu überwinden. Die Radtour ist auch für Fahrten mit Kinderanhängern geeignet, allerdings nicht auf den genannten steigungsreichen Strecken und bis auf das mittlere Engadin, wo ebenfalls größere Steigungen vorliegen.
Literatur und Karten
Die Radkarte „Angenehm Inn“ ( ein Prospekt mit Informationen und Übersichtskarte im Maßstab 1: 125.000) die Broschüre "Radlerfreundliche Gastgeber am Inn" sind beide erhältlich über die Tourismusgemeinschaft Inn-Salzach. Eine Broschüre mit Radkarte 1 :50.000 „Innradweg“ gibt es beim Verlag Schubert & Fratzke. Inn-Radweg 1 und 2 mit Karten 1:75.000 ist ein Radwanderführer von Esterbauer bikeline.
