Der Isenheimer Altar von Mathias Grünewald

Mit seiner realistischen Darstellung des gekreuzigten Jesus ist der Isenheimer Altar ein Hauptwerk der deutschen Renaissance Malerei.

Neben Albrecht Dürer gilt Mathias Grünewald als einer der wichtigsten deutschen Künstler der Renaissance. Er schuf den Isenheimer Altar, der als eines der Hauptwerke deutscher Kunstgeschichte gilt.

Über den Künstler Grünewald

Doch wer der um 1475 in Würzburg geborene Künstler wirklich war, wissen wir nicht. Denn Grünewald hieß er höchstwahrscheinlich nicht. Die Forschungsergebnisse gehen davon aus, dass der Maler den Namen Mathis Gothard-Nithard getragen hat.

Zum Namen Grünewald gelangte er durch eine Verwechslung eines Biographen im 17. Jahrhundert. Doch es war auch ein Glück für den schon längst in Vergessenheit geratenen Künstler, überhaupt von jemanden erwähnt worden zu sein, wenn auch unter falschen Namen.

Die Zuordnung seiner Werke war deshalb so schwierig, weil Grünewald unterschiedliche Monogramme auf diesen hinterließ. Sei Hauptwerk, der Isenheimer Altar, wurde ehemals seinem Kollegen, Albrecht Dürer, zugeordnet.

Der Isenheimer Altar

Bei diesem Altar handelte es sich um einen Wandelaltar mit drei Schauseiten, der von Grünewald um 1515 für den Bettelorden der Antonitern, geschaffen wurde.

Auf der ersten Schauseite ist eine Kreuzigungsszene dargestellt. Im Mittelpunkt steht der gekreuzigte Jesus. Sein Körper ist mit Wundmahlen übersäht. In seiner gelblich-grünen Haut stecken noch die Stacheln der Peitschen. Sein Kopf ist auf seine Rechte Seite gesackt. Der Gesichtsausdruck grausam schmerzverzehrt. Die Dornenkrone auf seinem Haupt erscheint übergroß. Die Augen sind geschlossen und der Mund es geöffnet.

Ebenfalls besonders groß stellte Grünwald die Kreuznägel dar. Blut rinnt aus den Wunden. An der rechten Seite des gekreuzigten befinden sich drei Personen. Ihm am nächsten ist die kniende Maria Magdalena. Ihre zum Gebet gefalteten Hände streckt sie dem Heiland entgegen und blickt ihn mit schmerzverzehrenden Blick an. Dahinter befindet sich Maria, die von Johannes gestützt wird. Auch ihre Hände sind zum Gebet gefaltet und ihrem Sohn entgegengestreckt. Ihr Gesicht ist ebenfalls auf ihn gerichtet. Ihre Augen sind geschlossen. Sie waren ursprünglich geöffnet, wurden aber später übermalt.

An der linken Seite wurde Johannes der Täufer mit den Worten: „Jener muss abnehmen, ich aber wachsen“ von Grünewald dargestellt. Zu seinen Füßen befindet sich das Opferlamm. Auf den Seitenflügeln werden der Heilige Sebastian und der Heilige Antonius gezeigt.

Die Predella, der Unterbau des Altars, gibt eine Grablegungsszene wieder.

Das Besondere an der ersten Schauseite ist der von Grünewald auf grausamste Weise dargestellte misshandelte Körper von Christus.

Die zweite Schauseite: Weihnachten

Das ganze Gegenteil zu dieser grausamen Szenerie, ist die auf der zweiten Schautafel dargestellte Geburt Christi, die von einem Engelchor begleitet wird. Das Weihnachtsbild ist umrahmt mit den Tafeln, die die Verkündigung und Auferstehung darstellen. Im Gegensatz zur Kreuzigungsszene wird Jesus hier als leuchtende Lichtgestalt von Grünewald dargestellt.

Auch sich selbst soll der Maler, nach Vermutungen, im Altar als Paulus verewigt haben. Am 31.August 1528 starb der Erschaffer des Isenheimer Altars in Halle an der Saale.

Heute kann der Isenheimer Altar im Unterlinden - Museum im elsässischen Colmar betrachtet werden.