Der Januar: kältester Monat im Jahr - seine schönen Seiten

Schöne Seiten des Winters - Karin Jähne / pixeliio.de
Schöne Seiten des Winters - Karin Jähne / pixeliio.de
Der Januar kann trotz knackiger Kälte ein inspirierender Monat sein. Dann nämlich, wenn Geist und Sinne den Impressionen dieses Wintermonats offen stehen.

Der Januar ist in der Tat kein Monat, den Leichtigkeit umgibt. Viele können ihm deshalb wenig abgewinnen und bleiben lieber drinnen im Warmen. Dem muss nicht so sein. Wenn die richtige innere Einstellung zu kalten und frostigen Wintertagen da ist und man entsprechend angezogen ist, zeigt der Monat Januar einen seine schönen Seiten. Und das, obwohl Natur, Flora und Fauna verschlossen gehalten werden unter der Schneedecke und es, wie es aussieht, nichts Sehenswertes für das Auge gibt. Ringsum die Stille die Landschaft in Schweigen hüllt, und von der Tier- und Vogelwelt sich nur wenige Gesellen zeigen.

Die verschiedenen Bezeichnungen für den Januar

Der Januar - auch Hartung, Schneemonat und Eismonat genannt – ist der erste Monat im Jahr. Im römischen Kalender war der Januar der elfte Monat, denn das Jahr begann mit dem ersten März. Mit der Umstellung des Jahresbeginns auf den ersten Januar im Jahre 153 v. Chr. wurde der Monat nach dem römischen Gott Ianus benannt. Laut der Sage hat er zwei Gesichter, weshalb man bis heute vom doppelköpfigen Janusgesicht spricht, wenn einer sich zwielichtig gebärdet. Eine weitere Bezeichnung für den Monat ist Wolfsmonat. Vor allem in Osteuropa wurde der Januar früher so genannt, weil in dem Monat die Wölfe ihre Ranzzeit haben und deshalb leichter zu jagen sind. Im süddeutschen Sprachraum heißt der Januar Jänner. In Österreich und Südtirol hat er ganz offiziell diese Bezeichnung.

Das Schöne an frostigen Januartagen

Wenn Väterchen Frost die Natur fest im Würgegriff hat, kann es sich knackig kalt draußen anfühlen. Wie erstarrt liegt dann die winterliche Landschaft da. Filigrane Rauhreifkrusten bilden sich an dörren Pflanzenstengeln, und in den kahlen Ästen der Bäume sieht man Schneeauflagerungen, die sich malerisch abheben und ein einzigartiges Schwarzweiß-Gebilde darstellen. An Bachläufen ist das Spritzwasser zu wahren Eisskulpturen gefroren, und an Wasserfällen entstehen mächtige Eisorgeln. Die Landschaft hat (dank Frost und Kälte) in den ersten Wochen im Jahr dem Auge durchaus etwas zu bieten.

Ist es ein sonniger Januartag, mit Schnee soweit das Auge reicht, hat er diesem etwas ganz Besonderes zu bieten: ein Meer aus lauter Diamanten. Scheint die Sonne auf die Schneefläche und sieht man gegen sie, so erscheint die Schneeoberfläche mit ihren unzähligen Eiskristallen wie ein Meer von lauter Diamantsplitter. In einer Anzahl, wie es sie in Wirklichkeit nicht gibt und es auch unbezahlbar wäre. Es sind Impressionen, die nur ein kalter Wintertag hervorzaubern kann. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn hier und da von 'Winterzauberland' gesprochen wird. Ist frischer Schnee gefallen, kann man den verschiedenen Schneespuren kreuz und quer durch die Landschaft detektivisch auf der Ferse sein. Sind es Hasen, Füchse, Rehe, Sing- oder Greifvögel, die da ihre Spuren hinterlassen haben?

Nicht alle Tiere haben sich in den Winterschlaf verabschiedet

An sonnigen Januartagen ist entgegen aller Erwartungen einiges los in der Vogelwelt: Buntspechte trommeln munter in hohlen Baumstämmen, das Rufen der Kohlmeisen hört sich an wie Glockengeläut, die ersten Feldlerchen und Singdrosseln sind zu sehen und zu hören. Wenn man Glück hat, sieht man schon das erste Schneeglöckchen hervorlugen. Man könnte meinen, die Natur sitzt schon in den Startlöchern.

Doch ganz soweit ist es noch nicht im Januar, obschon sich unter der Schneedecke bereits einiges tut. Noch ziehen rauhe Winde durch die offene Landschaft. Schwärme von Saatkrähen sind als Dauerwintergäste schon im Herbst aus dem Norden gekommen. Zusammen mit den Dohlen durchstreifen sie die verschneiten Felder, auf der Suche nach Nahrung. Abends, besonders während der Dämmerung, kann man den typischen Laut des Rauhfußkauzes hören. In stillen Nächten verrät der mystische Ruf des Uhus wo sich sein Nachtlager befindet. Meist ruft er einzeln, manchmal auch Paarweise, wobei der Ruf des Weibchens tiefer klingt als der des Männchens. Ende Januar ertönen auch die Paarungslaute des Rotfuchses.

Was auch sehr schön im Wintermonat Januar zu beobachten ist, sind die Vögel, die auf offene Gewässer angewiesen sind. Wie etwa der Eisvogel, die Zwergtaucher und die Enten. Wenn ihr angestammter Tümpel zugefroren ist, weichen sie auf fließende Gewässer aus, die langsamer oder überhaupt nicht zugefrieren. Eisvogel und Co. sammeln sich in großen Scharen an eisfreien Stellen. Beeindruckend sind auch die Vogelmassen, die sich während der kältesten Jahreszeit in Schutzgebieten und Ruhezonen sammeln. Etwa Enten, wenn sie zu Tausenden dort Nahrung suchen und sich auf der Wasseroberfläche dümpeln.

Wetterregeln für Januar

Wie jeder Monat im Jahr, hat auch der Januar seine Wetter- und Bauernregeln. Etwa:

  • Werden die Tage länger, wird der Winter strenger.
  • Ist Anfang und Ende des Monats schön, so bedeutet's ein gutes Jahr.
  • Gibt's im Januar Regen, bringt's den Saaten keinen Segen.
  • Auf Nebel im Januar, folgt oft ein nasses Jahr.
  • Januar recht hoher Schnee, heißt im Sommer hoher Klee.

Der Januar in Lyrik gepackt

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche, / bis auf den letzten Hauch von Leben leer; / die muntern Pulse stocken längst, die Bäche, / es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort, im Berg von Schnee und Eise, / erstarrt und hungrig, gräbt sich tief hinab, / und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise, / so gräbt er, glaub' ich, sich hinein ins Grab.

Die Sonne, einmal noch durch Wolken blitzend, / wirft einen letzten Blick auf's öde Land, / doch, gähnend auf den Thron des Lebens sitzend, / trotzt ihr der Tod im weißen Festgewand.

Friedrich Hebbel (Ein Gedicht über den Schnee)

Bildnachweis: © Karin Jähne / pixelio.de

Annelore Poljasevic, Annelore Poljasevic

Annelore Poljasevic - Ich bin 1952 im mittelalterlichen Rothenburg ob der Tauber geboren und habe (weil es sich so ergeben hat) den nüchternen Beruf der ...

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